Sonntag, 23. November 2014

Abgebaut

Erinnert Ihr Euch noch? Im Mai hatte ich wahnsinnig stolz über mein selbstgebautes Bohnengerüst berichtet. Ich hatte es aus Bambusstangen und einem Jutenetz gebaut. Wunderbar. Es sah so hübsch aus. Und professionell. Nur, was ich im Frühling immer nicht bedenke: Pflanzen wachsen. Ja, könnt Ihr sagen, dass ist ja der Sinn eines Gemüsegartens, dass die Pflanzen wachsen! Natürlich. Aber ich vergesse immer, wie groß Pflanzen werden können, und dass sie dann auch schwer werden. Die Bohnen wuchsen und wuchsen also (obwohl es ihnen sichtlich nicht so recht war, sich an dem Netz hochzuranken, die Bambusstangen alleine hätten Ihnen viel besser gefallen), und sie wurden schwer und schwerer, und die obere Stange bog sich bedenklich durch, die seitlichen kippten in die Mitte. Es hielt trotzdem bis zum Herbst, dann offenbarte sich aber das nächste Problem: Die Pflanzen ließen sich nicht mehr im Guten vom Netz trennen. Unzählige Schlingen schlangen sich durch, ich hätte jede einzelne mehrmals durchschneiden und abwickeln müssen. Also habe ich das ganze Ding (Netz und Grünzeug) in die Biotonne geworfen. Jute verrottet ja auch. Obwohl ich es gerne nächstes Jahr für die Gurken verwendet hätte. Etwas wegzuwerfen, das noch intakt ist, gefällt mir nämlich gar nicht. 
Dem Tomatengerüst ging es übrigens ähnlich. Unter dem Gewicht der vielen Tomaten wäre es beinahe zusammengekracht, aber das Nordlicht verstärkte es mit weiteren Stangen und versprach eine Dauerlösung im nächsten Jahr. 

Samstag, 13. September 2014

Gemüsefische

Wer meint, der Titel weist auf ein neues Rezept hin, irrt. Es geht auch nicht um eine Art von veganem Fischersatz, sondern um die Verbindung von Fischzucht und Gemüseanbau, Aquaponic genannt. In letzter Zeit bin ich öfter darauf gestoßen, und ich finde das Konzept toll. Inspiriert vom letzten Beitrag von Sonntagsgewand, in dem sie über das Dilemma beim Fischkauf berichtet, habe ich noch einmal nachgelesen. "In einem Aquaponicsystem gedeihen Gemüse und Fisch gemeinsam in einem natürlichen Kreislaufsystem, ganz so, wie es uns die Natur vormacht" - kann man auf der Startseite von Aquaponic Austria nachlesen

Aquaponic verbindet Aquakultur (also die Fischzucht in Becken) mit hydroponischem Pflanzenbau. Letzteres ist der Anbau von Pflanzen in einer Nährstofflösung ohne Erde. Bei Aquaponic bekommen die Pflanzen ihre Nährstoffe von den Fischen - das ist jetzt recht verkürzt dargestellt. Genaueres dazu findet Ihr auf der Website von Aquaponic Austria. Dort finden sich auch einige Bilder von Aquaponic-Anlagen für den Hausgebrauch. Denn das System funktioniert auch im Kleinen. Sensationell! Ich muss gleich mal in den Garten gehen und nach dem geeigneten Standort dafür suchen ;-) 

(Beim Lesen des letzten Satzes verdreht das Nordlicht gerade die Augen. Angesichts meiner vielen Gartenprojekte in unserem Minigarten eine verständliche Reaktion. Aber wäre es nicht traumhaft, nicht nur eigenes Gemüse, sondern auch eigenen Fisch zu züchten, der garantiert Bio ist und nicht zur Überfischung der Weltmeere beiträgt?)

Sonntag, 31. August 2014

Risotto - mehr als nur Reis

Inspiriert vom Blog lieberlecker habe ich mir kürzlich ein Tomatenrisotto mit Garnelen gekocht. 



Ich hoffe, Andy nimmt mir den Querverweis nicht übel, denn das, was ich da gekocht habe, ist von seiner liebevoll-perfekten Zubereitungsart doch eher weit entfernt. Aber erstens hatte ich schon großen Hunger (ein Risotto ist dann eigentlich prinzipiell keine so glückliche Entscheidung, aber wenn ich mir mal was in den Kopf gesetzt habe...), zweitens bin ich eine bequeme Köchin (und daher werden die Tomaten nicht passiert und die Garnelen nicht auf einen Rosmarinzweig gesteckt) und drittens hatte ich keine Suppe und Schalotten und musste schon deshalb improvisieren. Außerdem will ich möglichst viel aus dem Garten* verwenden, und da wachsen nun mal keine Schalotten. Daher sieht das ganze natürlich auch anders aus (das kann doch nicht an meinen Qualitäten als Fotograf liegen...? Auch hier bin ich kein Perfektionist. Ob das schon jemand gemerkt hat?). Ob es so geschmeckt hat wie bei Andy, kann ich nicht beurteilen, ich war ja nicht da - also, bei ihm in der Schweiz. Mein Risotto habe ich schon gegessen.


(Na, no-na** schmeckte es anders, aber das ist ja auch egal, hauptsache gut!)


Nach dem Essen habe ich über Garnelen im Internet gelesen und sofort ein schlechtes Gewissen bekommen. Entweder werden für mein Risotto die Meere leergefischt oder die Mangroven gerodet, um Zuchtbecken anzulegen.

Mein Tomatenrisotto mit Black-Tiger-Garnelen:

Tomaten im Topf kochen, etwas gehackte Zwiebel und Knoblauch dazu, salzen.

Für den Risotto habe ich Winterheckezwiebeln in Olivenöl angeschwitzt, dann gehackten Knoblauch, Rosmarin, Schnittsellerie und getrocknetes Karottengrün dazugegeben und etwas angebraten. (Das Karottengrün habe ich genauso wie das Suppenpulver zubereitet).
Der Risottoreis wird kurz unter ständigem Rühren mitgebraten, dann mit Weisswein oder gleich Suppe ablöschen. Ich habe statt Suppe ja nur Wasser verwendet und dafür, als weiteren Suppenersatz, Zwiebelschalen mitgekocht (die ich vor Zugabe der Tomaten rausgenommen habe).
Den Risotto nun ständig rühren und immer dann, wenn die Flüssigkeit verkocht ist, neue Flüssigkeit hinzufügen. Im letzten Schritt die Tomaten einrühren.
Dazwischen habe ich mir durch zu schwungvolles Umrühren mal die Finger verbrannt (als Ausgleich dafür, dass ich mich heute beim Zwiebelschneiden nicht geschnitten habe), aber den Teil könnt Ihr auslassen.
Die Garnelen habe ich in Öl angebraten (ohne sie davor zu marinieren), dann gesalzen. Wer mag, kann in das Risotto Parmesan einrühren (ich mag!).

*Aus dem eigenen Garten: Tomaten, Knoblauch, Winterheckezwiebeln, Rosmarin, Schnittsellerie, Karottengrün. Reis baue ich noch nicht an :-)

**Na, no-na: typisch österreichische Aussage, die man eigentlich nicht schreiben kann. Die Betonung liegt auf "no". Also: "Na, NO na!" Heißt soviel wie: Ist ja eh klar.

Freitag, 22. August 2014

Selbstgebraut

Alle Jahre wieder, im Frühling, bereite ich die vom Nordlicht gefürchtete Brennnesseljauche zu. Gefürchtet deshalb, weil sie...stinkt. Jauche halt. Ich wurde schon gebeten, ein appetitlicheres Wort dafür zu wählen. Aber erstens ist die Bezeichnung "Jauche" nicht meine Erfindung, und zweitens kommt mir das vorgeschlagene "Brühe" auch nicht besser vor. Egal. Ich behaupte (und unzählige Autoren von unzähligen Biogärtner-Büchern tun das auch), dass sie nur stinkt, während man sie umrührt. Oder wenn man sie ausbringt. Also besser nicht vor dem Grillfest die Terrassen-nahen Tomatenpflanzen damit düngen...

Man nehme:
1 kg Brennnesseln, etwas kleingeschnitten
10 l (Regen-) Wasser

...und gibt Pflanzen und Wasser in einen Holz- oder Plastikkübel (kein Metall, warum, weiß ich nicht) und bedeckt den Kübel mit einem Netz oder Gitter, damit keine Tiere reinfallen. Zweimal täglich umrühren. Solange die Mischung schäumt, ist sie noch nicht fertig.



Die fertige Jauche ist dunkelbraun, die Brennnesseln sind dann großteils zersetzt (höchstens ein paar dicke Stiele schwimmen noch herum. Ich siebe die Jauche allerdings nie, die Pflanzenreste sinken ohnehin zu Boden).




Die reife Jauche ist 1:10 oder 1:20 verdünnt ein guter Dünger für Starkzehrer, also Gemüsepflanzen, die viel Stickstoff brauchen. Außerdem wirkt sie schädlingsvertreibend. Die noch junge Jauche kann zum Stärken von Jungpflanzen eingesetzt werden (die Pflanzen dazu vor dem Auspflanzen kurz in die Jauche tauchen). 1:50 verdünnt kann sie gegen Blattläuse eingesetzt werden (Blätter einsprühen). Achtung: niemals die reife Jauche auf Blätter sprühen, das ätzt zu stark!

"Die Jauche ersetzt nicht die Verbesserung des Bodens mit Kompost, Wurmkompost oder Gründüngung, sondern sind eine pflanzenstärkende Nachdüngung und für Starkzehrer und Mittelzehrer besonders interessant." 
Quelle: "Biodünger selber machen" von Andrea Heistinger und Alfred Grand.

P.S.: Eben lese ich im Duden online - auf der Suche nach eventuellen Übersetzungen des Worts "Jauche" für meine zahlreichen bundesdeutschen und schweizerischen Leser ;-) 
"1. übel riechender, flüssiger Dünger aus tierischen Fäkalien, die aus den Ställen in eine dafür vorgesehene Sammelgrube ablaufen.
2. (umgangssprachlich abwertend) bestimmte Flüssigkeit von äußerst schlechter Qualität" (Quelle: http://www.duden.de/rechtschreibung/Jauche)
Ich halte hiermit fest, dass ich meine Brennnesseljauche davon abgrenzen möchte. Denn sie ist weder tierischen Ursprungs noch "von äußerst schlechter Qualität"!!!

Sonntag, 3. August 2014

Auf der Jagd

Jeder Muskel ist angespannt. Der Schweiß steht mir auf der Stirn. Adrenalin schießt durch meinen Körper. Denn ich bin...auf der Jagd! Da! Das Raubtier hat bereits die halbe Höhe des Kräuterbeets erklommen! Nicht mehr lange, dann erreicht es die obere Kante und stürzt sich auf die Minze... jetzt darf ich es nicht aus den Augen lassen....denn es ist: die Killerschnecke!!! 

Wird sie es schaffen???
Gut, die Geschichte geht ein bißchen anders. Ich sitze gemütlich auf der Terrasse mit einem Glas Weißwein, den Laptop auf dem Schoß, und stehe alle 10 Minuten auf, um nachzusehen, was die beiden Nacktschnecken treiben, die den Gürtel aus Schneckenkorn rund um das Kräuterbeet durchbrochen haben, so machen. Hallo? Keinen Hunger auf eine kleine Vorspeise? Obwohl ich der Schafwolle, über die ich schon begeistert berichtet habe, recht vertraue, streue ich gelegentlich Schneckenkorn um das Beet, weil das Wetter in diesem Sommer ja doch recht feucht ist, und die Schnecken in noch größeren Mengen in unseren Garten einfallen als normalerweise. Sicher ist sicher. Unser Garten grenzt an 2 Seiten an eine Bauernwiese (wofür ich eigentlich sehr dankbar bin - wir sind nicht völlig von Häusern umzingelt), und Ihr glaubt nicht, was sich da an der Grundstücksgrenze abends abspielt. Hunderte Nacktschnecken fallen in unseren Garten ein! Nachbarn berichteten mir sogar von Nacktschnecken, die in Scharen die Hauswand hinaufklettern. Uggs, geht's noch grauslicher? 
Zum Glück fressen die Schnecken offensichtlich auch Pflanzen, die mir nicht abgehen. Und das Gemüse in den Hochbeeten ist weitgehend durch eine Schneckenbarriere geschützt, das funktioniert sehr gut. Gelegentlich finde ich kleine Schnecken, die aber mit der Erde eingeschleppt sein dürften, und die keinen großen Schaden anrichten, sondern nur ein bißchen mitnaschen. 

Das Kräuterbeet habe ich eben bisher nur mit den Schafwollpellets geschützt. Dieses Jahr habe ich allerdings erstmals trotz der Wolle gelegentlich Schnecken im Kräuterbeet gesichtet. Und meine Schwester, an die ich die Wolle weitergegeben hatte, berichtete mir von völlig abgefressenen Salatpflanzen! Das Problem ist, dass die Wolle immer dicht und feucht sein muss, denke ich. Und: es darf nichts über den Rand hängen! Ich habe schon eine Nacktschnecke gesehen, die halb auf der Hauswand, halb auf einer Tomatenpflanze hing, bereit zum Absprung. Erstaunlich geschickt, die blöden Viecher! Daher helfe ich manchmal mit dem eisenhaltigen "Bio" - Schneckenkorn nach und untersuche auch mal das Beet nach Schnecken und Schleim- und Fraßspuren. Ich bin immer noch begeistert von der Wolle, aber irgendwie ist das auch keine Dauerlösung. Sie hält zwar eine Saison, aber man muss sie doch jedes Jahr erneuern. Ich denke, ich werde doch auch beim Kräuterbeet eine Blech-Barriere wie bei den großen Hochbeeten installieren. Bei diversen Anbietern (z.B. Manufactum, Biber) gibt es Bausätze.

Uije! Sie hat es doch glatt geschafft!
Ach, ja - über Tipps wie "Bierfallen" und "Schnecken abends absammeln" kann ich nur verärgert grunzen. Da steht nie, was man dann mit den Schnecken machen soll. Zerschneiden ist auch keine gute Idee, weil das weitere Nacktschnecken anlockt (sie schrecken nicht nur vor meinem Salat nicht zurück, sondern auch nicht vor Kannibalismus). Außerdem - würde ich das machen, hätte ich nichts anderes mehr zu tun, als Schnecken einzusammeln. Ich kann mir nettere Abendbeschäftigungen vorstellen.

Ich überlege allerdings, an der Grundstücksgrenze einen Kupferzaun zu installieren. Angeblich soll das die Schnecken abhalten. Hat jemand damit Erfahrung?

P.S.: Das "Bio" - Schneckenkorn klingt zwar lieb, bringt die Schnecken aber natürlich auch um (wogegen ich, zugegeben, nichts habe). Das Praktische daran - sie hinterlassen keine grausliche Schleimspur, und es gibt keine Leichen. Zumindestens keine sichtbaren. Denn nach dem Fressen dieses Schneckenkorns wird den Tierchen schlecht, und sie verkriechen sich freundlicherweise in irgendwelche Verstecke zum Sterben. Und - es ist nicht giftig für Haustiere und Igel etc. Allerdings ist es nicht gerade billig, und daher auch keine Dauerlösung.

Dieser Schnecke ist, glaube ich, schlecht geworden. Auf jeden Fall sucht sie erfreulicherweise das Weite.

Donnerstag, 31. Juli 2014

Ausgeizen

Jaja, rätselt nur schön! Zu Beginn meiner Bio-Gärtnerinnen-Karriere ;) wusste ich auch nicht, was das heißt. Ich hörte das Wort zum ersten mal am Biohof Fairleben in Allhaming (OÖ), wo ich mir beim alljährlich am letzten Aprilwochenende stattfindenden Jungpflanzenfest die ersten Tomatenpflänzchen für die Hochbeete kaufte. Da fragte eine Besucherin: "Muss man die ausgeizen?" Ich kam mir recht blöd vor ob der gescheiten Frage und traute mich gar nicht, zu fragen, was "ausgeizen" denn bedeuten soll. Ich kam mir gärtnerisch noch recht ungebildet vor. Mittlerweile weiß ich es: Tomatenpflanzen (manche Sorten mehr, manche weniger) neigen dazu, in den Blattachseln Triebe zu bilden und sich dadurch wild zu verzweigen.


Sie machen das vorzugsweise heimlich, still und leise. Ich schaue regelmäßig nach, aber immer wieder entdecke ich Triebe, die bereits einen halben Zentimeter dick und 30 cm lang sind! 

Durch die Verzweigungen steckt die Pflanze recht viel Kraft in die neuen Triebe und Blätter. Daher ist es  bei einigen Sorten besser, "auszugeizen", also diese Triebe abzubrechen. Am besten, wenn sie noch recht jung sind, dann geht das leicht mit den Fingern, und man verletzt die Pflanze nicht so stark wie bei größeren (dickeren) Trieben. Dann kann die Pflanze ihre Kraft in den Hauptrieb stecken. Wie stark ausgegeizt wird, ist laut Andrea Heistinger (nachzulesen in meiner Gemüsebibel: "Arche Noah Handbuch Biogemüse") eine Geschmacksfrage und "hängt auch von der Sorte und vom Befallsdruck mit Pilzkrankheiten ab"*. Cocktailtomaten müssen nicht ausgegeizt werden, buschförmig wachsende Sorten und Sorten mit feinen Trieben und Blättern wie die "Gelbe Johannisbeere" sollten nicht ausgegeizt werden. Und: "Je enger die Pflanzen stehen, desto stärker muß ausgegeizt werden"*. 

*Quelle: Andrea Heistinger: Arche Noah Handbuch Biogemüse - Vielfalt für den eigenen Garten. ISBN 978-3-7066-2459-6

Dienstag, 29. Juli 2014

Heimlichtuerei

Kennt Ihr das? Man startet nichtsahnend eine Gartenrunde. Mal nachsehen (so wie jeden Tag), was das Gemüse so treibt. Ein paar Raupen des Kohlweißlings entfernen. Hier und da verwelkte Blätter abzupfen. Und da entdeckt man es: Gemüse, das über Nacht doppelt so groß geworden ist! Triebe, die in den Blattachseln der Tomaten 30 cm gewachsen sind! Pfefferminze, die das halbe Kräuterbeet überwuchert hat! Okay, letzteres ist eigentlich ganz normal, Minze wächst nun mal sehr schnell. Und sehr heimlich, weil sie lange Zeit Triebe schon mal einen halben Meter weit unterirdisch schickt, bevor diese an die Oberfläche kommen, und man sich dann wundert, warum DORT plötzlich Minze im Beet steht. Tja, ich glaube, meine Nachbarinnen sollten öfter auf einen Hugo vorbeikommen ;-). 

Das ist der Übeltäter von heute:

Costates Romanesco
Eben geerntet. Und natürlich viel zu groß. Zucchini schmecken viel besser, wenn man sie jung erntet. Ein paar hatte ich auch schon früher abgeschnitten. Aber irgendwie habe ich nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht damit gerechnet, dass es dieses Jahr mit den Zucchini klappt. Sie schienen bisher in jedem Garten zu wachsen, nur nicht in meinem. Und dieses Jahr war noch dazu eine der beiden Jungpflanzen abgeknickt, weswegen ich eigentlich dachte, dass sie überhaupt bald sterben würde. Trotzdem habe ich erste Hilfe geleistet und die Stelle liebevoll verbunden (Die Kniescheibe meiner Mutter wurde ja auch geflickt. Keiner kam auf die Idee, sie (meine Mutter) zum Verwelken wegzuwerfen), und - siehe da - heute schaut die Pflanze so aus:

Verbunden und mit Krücke
Wenn ich die Pflanzen setze, rechne ich immer nicht damit, dass sie so riesig werden. Sie sind ja so klein und haben so niedliche Blätter. Aber man sollte den Gartenbüchern ruhig vertrauen! 

Links besagte Costates Romanesco, daneben die Zucchetta und zwei Gurkenpflanzen
Zum Flicken habe ich ein Baumwollband verwendet, dass ich bei British Garden gekauft habe. Ich nehme es auch zum Festbinden von Pflanzen, weil es nicht einschnürt und elastisch ist.


Es ist laut Hersteller kompostierbar (wenn auch gefärbt, hoffentlich mit nicht giftigen Farben) und sonst wiederverwendbar.

Die zweite Zucchinipflanze ist ein Zucchetta. Sie wächst -  oder eigentlich - wuchert, in alle Richtungen. Sie hat viele Knospen, aber bisher nur eine Blüte. Ich bin gespannt, ob sie mir Früchte schenken wird. Eben habe ich gegoogelt und dabei einen Artikel vom Standard aus dem Jahr 2009 gefunden. Da finden sich folgende beängstigende Worte*: 

"Sollten Sie eine dieser Pflanzen ziehen wollen: Sorgen Sie dringend für ein ordentliches Gerüst, am besten ein pergolaartiges. Zu erwarten sind mindestens vier, fünf Meter lange Triebe, an denen die Früchte herabbaumeln. Schaut sehr nett aus. Wenn man's vorher weiß ..."

Blöd, die Pergola ist nämlich schon von Weinstöcken besetzt...

So, jetzt muss ich mir etwas für die Zucchini überlegen. Vielleicht kombiniere ich sie mit Minze und Ricotta und mache leckere Nudeln daraus: Zucchini in Scheiben anbraten, mit der Gabel zerdrücken, mit Ricotta mischen, mit Minze würzen. Dazu am besten Muschelnudeln, die die Sauce schön auffangen. Salz, Pfeffer, Parmesan, eh klar. (Ein leckeres und schnelles Rezept von einem italienischen Freund.)

*Quelle: standard.at, Artikel "Sizilianische Orgie" vom 17. Juli 2009, 16:00 Uhr, Link: http://derstandard.at/1577836919847/Sizilianische-Orgie