Dienstag, 7. August 2012

Der Mangold muß geerntet werden!



...zumindestens ein Teil davon. Er wächst ja freundlicherweise immer wieder nach ;-). Den Mangold "Five Colours" habe ich, so wie die meisten anderen Gemüsepflanzen, bei www.arche-noah.at gekauft. Die jungen Pflänzchen kommen im Karton, eingebettet in Dinkelspelzen, die man dann auch gleich als Mulchmaterial verwenden kann!

...und nachdem wir indisches Essen lieben, wurde daraus Palak Paneer, ein sehr leckeres Gericht, das ganz einfach zuzubereiten ist.
Der Paneer ist ein Kuhmilch-Käse, den man selbst machen kann. Ich habe ihn schon beim ersten Mal hinbekommen, er trägt also das Prädikat "idiotensicher":
1 l Vollmilch wird aufgekocht - wenn die Milch zu steigen beginnt, den Topf schnell vom Herd nehmen (wenn der Topf schön tief ist und man gut aufpasst, entwickelt sich das auch nicht zur Sauerei...). Dann gibt man 2 EL Essig dazu(egal, was für einen - ich hab's getestet! Eine indische Köchin hat mir mal gesagt, daß es mit Essig besser funktioniert als mit Zitronensaft), rührt ein bißchen um, dann trennt sich der Käse von der Molke. Ich stelle dann eine Schüssel in die Spüle, lege ein sauberes Geschirrtuch in ein Sieb, und gieße die Molke ab (sie eignet sich hervorragend für das nächste Vollbad - soll ja so gut für die Haut sein. Man kann sie ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren, ich gieße sie in Flaschen). Danach wird der Käse kalt abgespült und das Tuch ausgedrückt, und dann muß der Käse ein paar Stunden beschwert werden, damit die Flüssigkeit rausgepresst wird. Ich lege ihn im Tuch auf die Arbeitsplatte und beschwere ihn mit einem wassergefüllten Topf:


Dann schneide ich den Käse in Würfel und lasse ihn noch etwas offen nachtrocknen. Ich verwende ihn so, wie er ist, man kann ihn aber auch frittieren oder anbraten (dabei zerfällt er aber leicht).

Damit es dann wirklich etwas wurde mit dem Palak Paneer, mußte ich meinen Mann zum Ernten schicken...es gab berechtigterweise (denn es regnete in Strömen) Murren darüber und über meine ungenaue Mengenangabe, aber wir hatten dann doch 2 schöne Handvoll Mangold im Haus. Mit Mengenangaben hab' ich's insgesamt nicht so, aber ich versuche es:

Ich nehme Zwiebelringe (1 Zwiebel), gehackten Knoblauch (1 Zehe) und gehackten Ingwer (2 cm) und brate alles in Öl an, gebe 1 TL Koriander, 1/2 TL Curcuma, 1 TL Kreuzkümmel und Chilipulver (nach persönlicher Vorliebe - ich mag es nicht sehr scharf) dazu und brate nochmal so 2 Minuten. Den gehackten Mangold (im Original: Spinat; beides schmeckt für mich gleich gut) portionsweise hineingeben und ca. 10 Minuten dünsten (gut mit den Gewürzen verrühren). Salzen, Obers (falls es mein Blog auch nach Deutschland schafft: Sahne - nach Geschmack 1/2 Becher oder etwas mehr), und den Käse dazu und alles nocheinmal ein paar Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen.

...und da man beim indischen Essen nie nur ein Gericht ißt, musste die erste reife Aubergine auch dran glauben. Die Auberginen sind spät dran, wie auch letztes Jahr - da wollte ich die Pflanze schon fast ausreißen, wir leben ja doch nicht im sonnigen Süden, aber dann entwickelte sie sich Ende August doch noch und bekam genügend Früchte für eine Parmigiana (geniales Rezept von Ale's Mamma aus Bari!) und zwei Gläser gegrillte eingelegte Auberginen! Dieses Jahr habe ich die Aubergine unvorsichtigerweise hinter die Gurke gepflanzt, und nachdem diese sich entschlossen hat, so richtig zu wuchern (auch eine Arche-Noah-Pflanze: Marketmore), bekommt die Aubergine halt ein bißchen wenig Sonne ab. So war die Frucht auch etwas klein...


...und nach dem Backen noch kleiner...



...es reichte dann aber doch für uns zwei.
Ich habe sie viermal längs eingeschnitten (fast bis zur Mitte) und im Backofen bei 200 Grad ca. 40 Minuten gebacken (ein- oder zweimal umdrehen schadet nicht), die Haut abgezogen und das Fruchtfleisch zerkleinert; in der Pfanne etwas Zwiebel und Peperoncino angebraten, 2 kleine Tomaten, die Aubergine, Salz und Garam Masala dazugegeben und das Ganze noch 3 Minuten geschmort.


Der "Auberginensalat" (blöde deutsche Übersetzung aus einem meiner Kochbücher, ein Salat ist es nun wirklich nicht, eher ein Aufstrich namens Baigan-ka-Raita) wird dann noch mit Joghurt gemischt und passt gut zu indischem Brot.

Dazu gab's noch ein einfaches Dhal aus roten Linsen (mit Ingwer, Curcuma, Kreuzkümmel, Koriander und Chilipulver gewürzt) und den Gurkensalat vom Tag davor (kein Original-Raita) und fertig war das Thali.





Kommentare:

  1. Puh. Also meine Arche Noah Pflanzen haben den Schnecken voriges Jahr sehr gut geschmeckt. Alles aufgefressen, ratzeputz. Aber dafür gibt es wohl Hochbeete.
    Und dein Rezept klingt himmlisch, aber ich glaube, dass ich noch nie etwas so Aufwendiges gekocht habe. Aber es wäre eine Herausforderung. (ich liebe ja indisches Essen, habe mich aber bisher immer bekochen lassen :)

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  2. ...meine Hochbeete haben einen Schneckenschutz! Sonst wär' mein Gemüse auch nicht sicher!
    Ich stelle später ein Foto ein.
    Das Thali klingt durch die lange Beschreibung vielleicht komplizierter als es ist. Man braucht oft gar nicht viele Zutaten, wichtig sind die Gewürze. Aber: sich bekochen lassen ist doch auch kein Fehler :)

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  3. Hallo Jule, gratuliere zu deinem Blog; er ist toll aufgemacht und sehr interessant--auch wenn ich selber keine "Hobbygärtnerin" bin (mangels Garten!). Beim Lesen der Rezepte ist mir förmlich das Wasser im Mund zusammengelaufen. Bin schon auf weitere Tipps gespannt!
    Hast du in deinem Minigarten auch Platz für ein paar Kartoffelstauden?

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    1. Freut mich, wenn's gefällt!!
      Ja, wir haben auch Kartoffeln angepflanzt - es fand sich ein Plätzchen hinter den Gräsern. Morgen mehr dazu!

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  4. Hallo Jule, ist das, was da beim Küchenfenster hereinschaut (hinter dem Kochtopf,der den Plunderteig beschwert) etwa gar dein Gemüse im Hochbeet??? Wenn JA, dann ist das toll; da kannst du die "Früchte deiner Arbeit" beim Wachsen beobachten!

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    1. Ja, ich kann das Gemüse beinahe vom Fenster aus pflücken ;)

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  5. Wow, das hört sich lecker an. Werde ich gleich mal ausprobieren.

    Liebe Grüße
    Hanni

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