Mittwoch, 10. Oktober 2012

Katzen sind keine Vegetarier

Das weiß ich ja. Natürlich. Aber vielleicht kann ich sie doch umstimmen? Solche Ideen kommen mir gerade, da ich nach Mitternacht, eigentlich völlig übermüdet, in meinem Bett liege und nicht mehr schlafen kann, weil ich gerade den dritten Frosch aus meinem Wohnzimmer entfernt habe. Der erste lag schwer atmend auf dem Rücken, als ich gegen neun nach Hause kam. Den zweiten brachte Tigerchen, als ich gerade am Wegdösen war. Ich hörte sie unten gurren (das macht sie immer, wenn sie ein Geschenk bringt), das wollte ich ignorieren und weiterschlafen. Aber als es dann rumms machte, habe ich doch nachgesehen und den neuen Frosch rausgeworfen. Nun lässt sich eine Katze ihre Beute nicht einfach wegnehmen. Also ist sie, so schnell konnte ich gar nicht gähnen, durch die Katzenklappe wieder raus. Was soll ich sagen? Eine halbe Stunde später wiederholte sich das Ganze. Also habe ich sie geschnappt, ins Schlafzimmer mitgenommen und die Türe zugemacht. Ihr glaubt, schreiende Kinder sind nervtötend? Verbringt mal ein paar Minuten mit zwei jagdlustigen Katzen (Mieze war nun auch munter) in einem geschlossenen Raum! Ich habe mich totgestellt. Die Katzen haben gemaunzt und mit den Pfoten an der Tür gewischt. Dreimal dürft Ihr raten, wer gewonnen hat.
Was das mit Garten und Küche zu tun hat? Wenig. Aber das Gartenleben besteht ja nicht nur aus Gemüse im Hochbeet. Und wenn man Katzen hat, "lernt man auch einiges über die Fauna der Umgebung", wie meine Freundin Liane so schön bemerkt hat. Seit wir die beiden Katzen haben, wissen wir zum Beispiel, dass es bei uns viele Blindschleichen gibt (ich habe in den vierzig Jahren meines bisherigen Lebens nur eine einzige gesehen, dafür unzählige im letzten Jahr), außerdem Eidechsen, Libellen, Grillen, Maulwurfsgrillen, und natürlich Mäuse und Vögel. Der Fisch in unserem Wohnzimmer kam allerdings aus einem Fischbecken unserer Nachbarn (die sind Biologen und züchten Fische). Mäuse, Vögel, Libellen und Grillen werden verspeist, der Rest taugt leider nur zum Spielen und wird dann irgendwann liegengelassen. Meist im Wohnzimmer. So manch ein Frosch, der unseren Garten quert, würde sich vermutlich stattdessen eine stark befahrene Strasse wünschen. Das wäre wenigstens ein schneller Tod.
Ich bin gespannt, wann Tigerchen heute wieder nach Hause kommt...

Kommentare:

  1. Liebe Julia, ich musste gerade herzlich über deinen Post lachen. Was wären denn da Kinder dagegen. Gregor hat mir zumindest noch nie einen Frosch ins Wohnzimmer gelegt :-). Ich wünsch dir heute eine ruhigere Nacht...

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Jule, das ist ja hochdramatisch, was eure Katzen zu nachtschlafender Zeit aufführen!Leider fällt mir kein "Gegenmittel" zu solch nächtlichen Umtrieben ein. Die armen Frösche!!! Mit Maulwurfsgrillen hingegen hab' ich nicht das geringste Mitleid; wenn's nach mir ginge, könnte diese Spezies ruhig ausgerottet werden, weil sie einfach GRÄSSLICH sind.
    Am besten wird's sein, wenn ihr euch bei der Nachtwache abwechselt, du und dein Mann!

    AntwortenLöschen
  3. Bin ich froh, dass Armin eine Katzenallergie hat. Nicht, dass die Kätzchen nicht entzückend sind, aber in Kombination mit 3 Kindern wäre mir das Ganze eindeutig zu viel :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, und dann noch die Frösche, Eidechsen, Blindschleichen, Grillen,....Womöglich schauen sich die Kinder dann noch was von den Katzen ab.

      Löschen