Sonntag, 17. Februar 2013

Liebeserklärung an meinen Nachbarn

Jetzt ist es raus. Ich schwärme für meinen Nachbarn. Was soll ich sagen - lange Wimpern, seidiges Haar, ein Lächeln, das mich dahinschmelzen lässt...Ich bin ihm verfallen. Und kann ihm keine Bitte anschlagen. Als wir noch keine Katzen hatten, aber schon wußten, daß wir welche bekommen würden, fragte er mich fast täglich: "Du, Julia, hast Du schon eine Katze?" Da mußten wir uns natürlich beeilen...

Und in ein paar Tagen hat er Geburtstag, den sechsten, und er hat mich dazu eingeladen. Dummerweise fällt der Geburtstag genau in die Woche, in der ich mit meiner Freundin in Kenia bin - heute abend geht's los. Also mußte ich mir etwas einfallen lassen. Bei Sonntagsgewand hatte ich letztes Jahr die Krümelmonstermuffins entdeckt, die habe ich gestern nachgebacken. Wenn der Nachbar heute abend vom Wochenendausflug nach Hause kommt, wird er sie vorfinden, zusammen mit einem kleinen Geschenk. Schade, daß ich seine Augen nicht sehen kann, wenn er die sieht:



Rezept von Chefkoch:
(ich habe ca. 2/3 der Menge verwendet, daraus wurden 11 Muffins)

200 g Butter
200 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
3 Eier
500 g Mehl (Ich: halb/halb Weissmehl und Vollkornmehl
2 Pck. Backpulver
etwas Milch
1 Pck. Kokosraspeln (ich brauchte höchstens 1/3 Packung)
1 Pck. Marzipanrohmasse
nach Bedarf Staubzucker (Puderzucker)
Schokotropfen
1 Pck. Lebensmittelfarbe
1 Pck. Kekse (Lieblingskekse des Geburtstagskinds)

Zubereitung:

Zunächst die Muffins zubereiten. Dafür die ersten sieben Zutaten vermixen und in einer Muffinform bei ca. 180 - 200°C 15 - 20 Minuten backen. Auskühlen lassen.

Die Marzipanrohmasse mit Puderzucker mischen, bis es schön geschmeidig ist (das habe ich nicht gemacht; Marzipanrohmasse enthält ohnehin schon sehr viel Zucker) und Kugeln formen. In die Kugeln werden die Schokotropfen als „Pupillen“ eingedrückt. Es muss nicht gerade sein - denkt an das Krümelmonster.

Die Kokosraspeln mit der blauen Lebensmittelfarbe einfärben. Am besten eine Edelstahlschüssel nehmen und fleißig die Klümpchen zerdrücken. Aus Puderzucker, Wasser und blauer Lebensmittelfarbe einen Guss anrühren.

Die Muffins erst kopfüber in den Guss, anschließend in die Kokosraspel tauchen und trocknen lassen. Die Marzipanaugen mit etwas Guss nicht ganz gerade am Muffin festkleben. Die Kekse halbieren, dem Krümelmonster einen Mund einschneiden und den Keks
einklemmen.



Samstag, 16. Februar 2013

And now for something completely different*

Ich bin ja so stolz auf mich. Zu Recht, finde ich. Denn ich habe, seit ungefähr 27 Jahren zum ersten Mal, etwas genäht. Ja,ja, das hat weder mit Garten noch mit Küche etwas zu tun. Aber es ist mein Blog, also kann ich schreiben, was ich will. Keine Sorge, das wird jetzt kein Näh-Blog. Da gibt es sicher bessere Quellen, zum Beispiel den Blog von Sonntagsgewand, die mich dazu gebracht hat, das mit dem Nähen zu probieren. Wär doch gelacht, dachte ich, wenn ich mir nicht selbst eine Tischdecke nähen könnte. Gesagt, getan. Es wurde dann aber keine Tischedecke, sondern ein paar neue Polster für die Couch:


Alle Stoffe sind von Marimekko (gekauft im Marimekko-Store in Graz)
 Ganz schön mutig. Oder übermütig? Habe ich doch gleich als erstes einen Reissverschluß eingenäht. Ob ich sowas jemals in der Schule gemacht habe? Ich glaube nicht. Und, wie gesagt, seitdem habe ich NICHTS mehr genäht (höchstens mal einen Knopf mit der Hand wieder angenäht). Meine Mutter borgte mir ihre Zweit-Nähmaschine und erklärte mir kurz, wie sie funktioniert, dann habe ich mir die alten Couchpolster angeschaut und quasi drauflosgenäht. Was natürlich ein Fehler war. Der Reissverschluß war dann zwar gar nicht so unschön eingenäht, aber links und rechts war noch ein Stück offen, und das lässt sich im Nachhinein nicht mehr so leicht schließen. Also habe ich mich auf die Suche nach einer Anleitung im Internet gemacht. Ja, ja, hätte ich auch früher draufkommen können...Gefunden habe ich sie bei Ingrid in der Schweiz. Danke dafür!

Von mir gibt es noch ein paar Tips dazu (vom Dummy an Dummies):

1) 2 cm Nahtzugabe einplanen (beim Reißverschluß auf jeden Fall 2 cm, an den anderen Seiten können es auch nur 1,5 cm sein, ich rechne hier aber mit 2 cm) und den Stoff zuschneiden. Das bedeutet: für einen Polster 40x40 cm in der Länge 84 cm und in der Breite 44 cm zuschneiden (soll der Polster schön straff werden, je 1 cm weniger zuschneiden).

2) Den Stoff seitenverkehrt halbiert zusammenfalten ("rechts auf rechts legen" heißt das im Fachjargon; habe ich gelesen).

3) Dort, wo der Reissverschluß hinkommen soll, den Stoff endeln (=versäubern) und dann umbügeln (in der Breite der Nahtzugabe), damit man eine scharfe Kante hat (für Faule: die Kante mit dem Daumennagel statt mit dem Bügeleisen machen; mit letzterem geht es aber präziser)



4) Die gebügelte Kante wieder umlegen. Den Reissverschluß dort auflegen und anzeichnen bzw. mit Stecknadeln feststecken. Der Stoff wird dann von außen nach innen so weit zugenäht, wie sich der Reißverschluß öffnen lässt:


Bis zur grünen Stecknadel wird dann genäht




Oh, hier ist die Stecknadel plötzlich rot...ein anderer Polster
  5) Jetzt wird der Stoff entlang der Bügelkante wieder umgeknickt
 
Hier sieht man, daß ich den Stoff nur an einer Seite versäubern musste, die andere Seite ist das Ende des Stoffs, da franst er nicht aus
  6) Und nun kommt der fitzelige Teil: Der Stoff wird umgedreht und der Reißverschluß festgenadelt.


Beachtet die Richtung der Stecknadeln. Das erleichtert das Nähen (Man kann dann die Stecknadeln während des Nähens eine nach der anderen rausziehen, sie stecken nämlich genau dort, wo die Naht verlaufen soll). Man beginnt dort, wo der Pfeil auf dem Foto beginnt, mit dem Nähen in Pfeilrichtung. Nach ein paar Zentimetern hebt man den Nähfuß der Maschine (Nadel steckt aber im Stoff) und öffnet vorsichtig den Reißverschluß, dann kann man leichter weiternähen. Ich habe dann etwas weiter genäht als sich der Reißverschluß öffnen lässt, dann den Stoff um 90 Grad gedreht, quer rüber genäht, dann wieder um 90 Grad gedreht, dann die andere Seite des Reissverschlußes wieder raufgenäht, und dann noch zweimal um 90 Grad gedreht.

So sieht das dann aus:


Ich habe nicht behauptet, daß meine Nähte gerade werden...
Aber das war der erste Polster!
Man kann auch sofort erkennen, daß wir Katzen haben.
 7) Dann dreht man den Stoff noch einmal um und näht die beiden offenen Seiten zusammen. Danach kann man an diesen beiden Seiten noch den Stoff versäubern, damit er nicht ausfranst.


*Zitat aus Monthy Pythons "Flying circus"

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Freitag, 15. Februar 2013

Salat frisch halten


Wieder so eine geniale Erfindung! Genial, weil so einfach, und weil es funktioniert! Der Salad Sac (TM) (bestellt bei Vivanda) aus Baumwolle. Man wäscht den Salat und gibt ihn schön feucht (!) in den Sack, dann schüttelt man den Sack, damit er rundherum feucht wird, und gibt ihn in den Kühlschrank. Der Salat hält damit bis zu einer Woche frisch! Man kann ihn direkt aus dem Sack in die Salatschüssel geben. Es ist übrigens besser, wenn man ihn vorher nicht klein schneidet, sonst bekommt er braune Ränder an den Schnittstellen.

Ich habe zwei Säcke, dann habe ich immer einen zur Hand, wenn der andere in der Wäsche ist. Waschbar bei 60°!
(Es gibt bei anderen Anbietern auch welche aus Kunstfaser, aber mir war die Baumwoll-Variante sympathischer).

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Sonntag, 10. Februar 2013

Die genialste Nudelmaschine der Welt

Es war einmal... vor vielen, vielen Jahren, da kaufte meine Mutter eine Nudelmaschine. So eine ganz klassische, mit der man den Teig zuerst zu Bahnen ausrollen kann, um die Bahnen dann mit einem Aufsatz zu wunderschönen Bandnudeln zu schneiden. Wir Kinder benutzten sie eifrig. Man konnte damit so schöne Papiernudeln herstellen. Ob damit jemals Nudeln aus Nudelteig fabriziert wurden, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Es kann also zumindestens nicht sehr oft gewesen sein. Als mir die Nudelmaschine dann vermacht wurde (sie fristete ein vermutlich trostloses Dasein in einer hinterletzten Ecke in einem hinterletzten Schrank in der Küche meiner Mutter), verstand ich auch, warum. Ich schaffte es nie, sie so an der Arbeitsplatte zu befestigen, daß sie sich nicht bewegte, während ich die Kurbel drehte, was die Produktion der Nudeln sehr mühsam machte. Man muß den Teig mehrmals durchlaufen lassen, dabei  die Dicke immer weiter reduzieren, dabei wird der Teig geschmeidig und man kann dann Bandnudeln schneiden. Auch sehr mühselig! Außerdem machte ich den Fehler, sie nach der Benutzung mit Wasser zu spülen. Zu meiner Verteidigung kann ich sagen, daß ich keine Bedienungsanleitung hatte und vermutlich auch nicht viel über die Entstehung von Rost nachdachte. Langer Rede kurzer Sinn - beim Umzug habe ich sie entsorgt. Da hatte ich auch schon - noch schön originalverpackt - meine neue KitchenAid zuhause stehen. Und wußte bereits, welches Zubehör ich unbedingt brauchen würde, sobald die Küche eingerichtet und wieder etwas Geld am Konto wäre (Denn weder die KitchenAid noch ihre Zubehörteile fallen in die Kategorie "geiz ist geil". Ein ohnehin blöder Spruch!). Meine Freundin Marina (der ich den lila Erdäpfelkäs' gewidmet habe), hatte mir schon berichtet, wie klasse der Röhrennudelaufsatz der KitchenAid ist. Und sie hatte recht! Er funktioniert so:

Ca. walnussgroße Teigkugeln vom Nudelteig anzupfen (der dafür nicht mal rasten muß) und in den Nudelaufsatz werfen:



Unten die Nudeln mit dem Nudelschneider (der am Aufsatz angeschraubt ist) abschneiden:


Das ist es. Mehr kommt da nicht! Die Nudeln sind wirklich im Handumdrehen fertig. Den Teig macht natürlich auch die KitchenAid. Gut bewährt hat sich auch, die Nudeln (das geht besonders gut bei Makkaroni) auf einem Geschirrtuch eine Stunde lang antrocknen zu lassen und sie dann in einer Dose einzufrieren. Man kann sie gefroren ins kochende Wasser geben, und sie schmecken auch wie frisch gemacht!

Für den Nudelaufsatz gibt es 6 verschiedene Einsätze für Spaghetti, Makkaroni, Fussili etc. Mehr Infos hier.

Mein Nudelrezept vor ein paar Tagen:

halb - halb Nudelmehl (italienisches Hartweizenmehl - Farina di grano duro; ich kaufe es in Linz im Non Solo Vino in der Bischofsstraße/Ecke Herrenstraße) und Hartweizengrieß (aus dem Reformhaus), dazu 1 ganzes Ei je 100 g Mehl - Grieß - Mischung

Den Teig mit der Küchenmaschine und ev. kurz mit der Hand kneten. Er muß nicht unbedingt seidig glatt sein und rasten, so wie normalerweise Nudelteig.

Dazu gab es eine Mischung aus gedünstetem Fenchel, Sardinen, getrockneten Tomaten (im Sommer Cocktailtomaten), Pinienkernen und Rucola.


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Sonntag, 3. Februar 2013

FRÜHLING!

Ja, es ist wahr - ich habe Frühlingsluft geschnuppert! Fast eine Woche lang durfte ich bei unserer Firmen-Jahrestagung verbringen. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber Ihr müsst wissen, daß ich für eine spanische Firma arbeite, und so fand die Tagung in Sevilla statt. Bei Sonnenschein und 20 Grad! Mit Orangen auf den Bäumen (und auf dem Boden. Sie sind allerdings nicht zum Verzehr geeignet, aus ihnen macht man die englische Bitterorangenmarmelade). Ich bin noch ganz verzückt. Sevilla ist wirklich schön. Ich hatte vor Beginn der Tagung genug Zeit, mich davon zu überzeugen (und mittendrin gab es auch eine Stadtführung). Und wenn man zwischendurch die Nase in die Sonne strecken kann (Mittagessen im Freien - könnt Ihr Euch daran noch erinnern??), dann hält man auch die Stunden im fensterlosen, Klimaanlagen-gekühlten Tagungsraum besser aus. Das kommt MIR jetzt komisch vor, erklärte mir doch der Techniker, als ich ihn wegen der nicht-funktionierenden Klimaanlage in meinem Zimmer herbeigeholt hatte, daß diese nur wärmt, nicht kühlt, schließlich sei ja Winter, und das würde doch dann zu kalt zum schlafen...

Ein paar Eindrücke:


Die Kathedrale




Real Alcázar


Die engen Gassen des Bario Santa Cruz





Natürlich habe ich Sevilla auch kulinarisch erkundet




Das Bauwerk zur EXPO 1923 auf der Plaza Espana

Kann mir jemand sagen, was das sein soll???

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