Donnerstag, 31. Juli 2014

Ausgeizen

Jaja, rätselt nur schön! Zu Beginn meiner Bio-Gärtnerinnen-Karriere ;) wusste ich auch nicht, was das heißt. Ich hörte das Wort zum ersten mal am Biohof Fairleben in Allhaming (OÖ), wo ich mir beim alljährlich am letzten Aprilwochenende stattfindenden Jungpflanzenfest die ersten Tomatenpflänzchen für die Hochbeete kaufte. Da fragte eine Besucherin: "Muss man die ausgeizen?" Ich kam mir recht blöd vor ob der gescheiten Frage und traute mich gar nicht, zu fragen, was "ausgeizen" denn bedeuten soll. Ich kam mir gärtnerisch noch recht ungebildet vor. Mittlerweile weiß ich es: Tomatenpflanzen (manche Sorten mehr, manche weniger) neigen dazu, in den Blattachseln Triebe zu bilden und sich dadurch wild zu verzweigen.


Sie machen das vorzugsweise heimlich, still und leise. Ich schaue regelmäßig nach, aber immer wieder entdecke ich Triebe, die bereits einen halben Zentimeter dick und 30 cm lang sind! 

Durch die Verzweigungen steckt die Pflanze recht viel Kraft in die neuen Triebe und Blätter. Daher ist es  bei einigen Sorten besser, "auszugeizen", also diese Triebe abzubrechen. Am besten, wenn sie noch recht jung sind, dann geht das leicht mit den Fingern, und man verletzt die Pflanze nicht so stark wie bei größeren (dickeren) Trieben. Dann kann die Pflanze ihre Kraft in den Hauptrieb stecken. Wie stark ausgegeizt wird, ist laut Andrea Heistinger (nachzulesen in meiner Gemüsebibel: "Arche Noah Handbuch Biogemüse") eine Geschmacksfrage und "hängt auch von der Sorte und vom Befallsdruck mit Pilzkrankheiten ab"*. Cocktailtomaten müssen nicht ausgegeizt werden, buschförmig wachsende Sorten und Sorten mit feinen Trieben und Blättern wie die "Gelbe Johannisbeere" sollten nicht ausgegeizt werden. Und: "Je enger die Pflanzen stehen, desto stärker muß ausgegeizt werden"*. 

*Quelle: Andrea Heistinger: Arche Noah Handbuch Biogemüse - Vielfalt für den eigenen Garten. ISBN 978-3-7066-2459-6

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