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Dienstag, 25. September 2012

Jule und ihre außerirdischen Kohlköpfe

Am Samstag hatte ich wieder mal Muße, so richtig schön zu kochen. Nachdem ich eine Woche lang im sonnigen Madrid zur Schulung war (ich weiß, es gibt Schlimmeres ;) war aber sehr anstrengend), musste ich wieder etwas runterkommen, und dazu eignet sich Kochen hervorragend. Ich kann dabei richtig abschalten und mich nur auf das konzentrieren, was ich da mache (das muß ich auch, sonst läuft's schief!). Im Garten ist natürlich alles weitergewachsen, obwohl sich niemand besonders um das Gemüse gekümmert hat. Oder vielleicht deshalb? Einer der Weisskraut-Köpfe hat eine stattliche Größe erreicht:


Die Löcher in den äußeren Blättern kommen davon, daß ich etwas nachlässig geworden bin im Absammeln der Kohlweissling-Raupen. Macht aber nichts, das Kraut erreichte trotzdem ein Gewicht von 5,8 kg und war innen frei von Schädlingen (nur im Strunk waren ein paar ganz kleine weiße Raupen).


Größenvergleich
 Einen Teil davon habe ich verarbeitet, den Rest verschenkt bzw. in den Kühlschrank gegeben.
Außerdem gab's wieder mal Mangold zu ernten (ich habe nur eine Pflanze, aber die ist echt ein Wachs-Wunder!), und Kartoffeln haben wir ja auch...und so wurde es wieder mal ein indisches Thali, bestehend aus Bandha Gobi (ein Weisskraut/Kartoffel-Curry), Palak Paneer, Dhal, einem Fischcurry und Raita.

Mir fehlt noch das klassische Thali-Blech!
Das klingt jetzt vielleicht wieder nach viel Aufwand, ist es aber nicht. Ich mache das immer so: Ich schau mir an, wieviel Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und frische Chili ich brauche und schneide alles. Dann teile ich dieses Zutaten Pi mal Daumen auf die Töpfe auf, gebe die Gewürze hinein, brate den Fisch/das Kraut/den Mangold/oder was auch immer an, und dann köchelt alles vor sich hin. Beim indischen Essen kann man kaum etwas falsch machen, außer, billige Gewürze zu kaufen (ich kaufe sie am liebsten im Weltladen).

Bandha Gobi (4 Personen):
ca. 500 g Weisskraut
250 g Kartoffeln
2 Tomaten
150 g Erbsen (die kamen aus dem Tiefkühler)
2 EL Ghee, Butterschmalz oder Öl
3 Lorbeerblätter, 1/2 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL Kurkuma, 1/2 TL Chilipulver, 1 1/2 TL Kreuzkümmel, 1 TL Koriander (alles in Pulverform), Salz, ev. 1/2 TL Zucker

Kraut fein schneiden, Kartoffeln in Stücke, Tomaten kleinschneiden.
Lorbeerblätter und Kreuzkümmelsamen in Ghee ca. 1 Minute bei mittlerer Hitze anbraten, Kraut und Kartoffeln dazu und weitere 3 Minuten braten. Gewürze, Tomaten, Salz und ev. Zucker und ein bißchen Wasser dazu, gut verrühren und das Ganze 15 Minuten zugedeckt bei schwacher Hitze schmoren. Erbsen dazugeben und nochmal 10 Minuten schmoren.

Fischcurry:
500 g Fisch (ich habe Lachs verwendet), in Stücke geschnitten
1 Zwiebel, in dünnen Scheiben oder gehackt
2 Knoblauchzehen, gehackt
Ingwer, gehackt
1 TL Curcuma, Chilipulver, 1 TL Kreuzkümmel, 1 TL Koriander, 1 TL Garam Masala
3 Tomaten

Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer in Öl oder Ghee goldbraun anbraten, die Gewürze 1 Minute mitbraten, Fisch und Tomaten vorsichtig unterheben, ev. etwas Wasser dazu; zugedeckt 5-10 Minuten köcheln lassen.

Dhal:
250 g rote oder gelbe Linsen in vierfacher Menge Wasser offen kochen (erst nach dem Kochen salzen!), das Wasser nicht weggießen.
1/2 TL Curcuma, Chilipulver, 1 TL Paprikapulver, mit den Linsen vermischen und weiterkochen, bis das Dhal weich ist. Frische Chili, 1 TL Kreuzkümmelsamen und 3 Lorbeerblätter dazu, mit Salz (und ev. etwas Zucker) abschmecken und am Schluß 1 TL Garam Masala dazugeben.

Das Palak Paneer - Rezept findet Ihr hier.

Sehr lecker dazu ist Raita (Joghurt mit Gurke und/oder Tomaten) oder einfach nur Joghurt (das ist man vor allem dazu, wenn man sehr scharf gekocht hat). Und Reis oder Brot.



Dienstag, 7. August 2012

Indisches Brot

Ein Nachtrag zum indischen Abendessen:
Bisher bin ich daran gescheitert, gutes indisches Brot selbst herzustellen. Ich bin allerdings auch keine indische Mama, die seit frühester Jugend täglich zwei- oder dreimal Chapati bäckt (Ausrede Nr. 1). Und das richtige Chapatimehl habe ich normalerweise auch nicht (bekommt man außerhalb von Wien in Österreich nur schwer - Ausrede Nr. 2). Außerdem braucht es doch etwas Zeit zum Rasten und so (Ausrede Nr. 3). Beim Asia-Laden in der Schrannengasse in Salzburg gibt es ein Brot namens "Roti Paratha" im Tiefkühler, das ziemlich gut schmeckt und schnell in der Pfanne gebacken ist, damit helfen wir uns meistens aus.

Der Mangold muß geerntet werden!



...zumindestens ein Teil davon. Er wächst ja freundlicherweise immer wieder nach ;-). Den Mangold "Five Colours" habe ich, so wie die meisten anderen Gemüsepflanzen, bei www.arche-noah.at gekauft. Die jungen Pflänzchen kommen im Karton, eingebettet in Dinkelspelzen, die man dann auch gleich als Mulchmaterial verwenden kann!

...und nachdem wir indisches Essen lieben, wurde daraus Palak Paneer, ein sehr leckeres Gericht, das ganz einfach zuzubereiten ist.
Der Paneer ist ein Kuhmilch-Käse, den man selbst machen kann. Ich habe ihn schon beim ersten Mal hinbekommen, er trägt also das Prädikat "idiotensicher":
1 l Vollmilch wird aufgekocht - wenn die Milch zu steigen beginnt, den Topf schnell vom Herd nehmen (wenn der Topf schön tief ist und man gut aufpasst, entwickelt sich das auch nicht zur Sauerei...). Dann gibt man 2 EL Essig dazu(egal, was für einen - ich hab's getestet! Eine indische Köchin hat mir mal gesagt, daß es mit Essig besser funktioniert als mit Zitronensaft), rührt ein bißchen um, dann trennt sich der Käse von der Molke. Ich stelle dann eine Schüssel in die Spüle, lege ein sauberes Geschirrtuch in ein Sieb, und gieße die Molke ab (sie eignet sich hervorragend für das nächste Vollbad - soll ja so gut für die Haut sein. Man kann sie ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren, ich gieße sie in Flaschen). Danach wird der Käse kalt abgespült und das Tuch ausgedrückt, und dann muß der Käse ein paar Stunden beschwert werden, damit die Flüssigkeit rausgepresst wird. Ich lege ihn im Tuch auf die Arbeitsplatte und beschwere ihn mit einem wassergefüllten Topf:


Dann schneide ich den Käse in Würfel und lasse ihn noch etwas offen nachtrocknen. Ich verwende ihn so, wie er ist, man kann ihn aber auch frittieren oder anbraten (dabei zerfällt er aber leicht).

Damit es dann wirklich etwas wurde mit dem Palak Paneer, mußte ich meinen Mann zum Ernten schicken...es gab berechtigterweise (denn es regnete in Strömen) Murren darüber und über meine ungenaue Mengenangabe, aber wir hatten dann doch 2 schöne Handvoll Mangold im Haus. Mit Mengenangaben hab' ich's insgesamt nicht so, aber ich versuche es:

Ich nehme Zwiebelringe (1 Zwiebel), gehackten Knoblauch (1 Zehe) und gehackten Ingwer (2 cm) und brate alles in Öl an, gebe 1 TL Koriander, 1/2 TL Curcuma, 1 TL Kreuzkümmel und Chilipulver (nach persönlicher Vorliebe - ich mag es nicht sehr scharf) dazu und brate nochmal so 2 Minuten. Den gehackten Mangold (im Original: Spinat; beides schmeckt für mich gleich gut) portionsweise hineingeben und ca. 10 Minuten dünsten (gut mit den Gewürzen verrühren). Salzen, Obers (falls es mein Blog auch nach Deutschland schafft: Sahne - nach Geschmack 1/2 Becher oder etwas mehr), und den Käse dazu und alles nocheinmal ein paar Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen.

...und da man beim indischen Essen nie nur ein Gericht ißt, musste die erste reife Aubergine auch dran glauben. Die Auberginen sind spät dran, wie auch letztes Jahr - da wollte ich die Pflanze schon fast ausreißen, wir leben ja doch nicht im sonnigen Süden, aber dann entwickelte sie sich Ende August doch noch und bekam genügend Früchte für eine Parmigiana (geniales Rezept von Ale's Mamma aus Bari!) und zwei Gläser gegrillte eingelegte Auberginen! Dieses Jahr habe ich die Aubergine unvorsichtigerweise hinter die Gurke gepflanzt, und nachdem diese sich entschlossen hat, so richtig zu wuchern (auch eine Arche-Noah-Pflanze: Marketmore), bekommt die Aubergine halt ein bißchen wenig Sonne ab. So war die Frucht auch etwas klein...


...und nach dem Backen noch kleiner...



...es reichte dann aber doch für uns zwei.
Ich habe sie viermal längs eingeschnitten (fast bis zur Mitte) und im Backofen bei 200 Grad ca. 40 Minuten gebacken (ein- oder zweimal umdrehen schadet nicht), die Haut abgezogen und das Fruchtfleisch zerkleinert; in der Pfanne etwas Zwiebel und Peperoncino angebraten, 2 kleine Tomaten, die Aubergine, Salz und Garam Masala dazugegeben und das Ganze noch 3 Minuten geschmort.


Der "Auberginensalat" (blöde deutsche Übersetzung aus einem meiner Kochbücher, ein Salat ist es nun wirklich nicht, eher ein Aufstrich namens Baigan-ka-Raita) wird dann noch mit Joghurt gemischt und passt gut zu indischem Brot.

Dazu gab's noch ein einfaches Dhal aus roten Linsen (mit Ingwer, Curcuma, Kreuzkümmel, Koriander und Chilipulver gewürzt) und den Gurkensalat vom Tag davor (kein Original-Raita) und fertig war das Thali.