...ist nicht der Titel des neuen Films von Til Schweiger. Ein Zweinutzungshuhn ist DIE Errungenschaft des 21. Jahrhunderts - nämlich - haltet Euch fest! - ein Huhn, das Eier legen kann, dessen Fleisch man aber auch essen kann! Tolle Sache, oder?
Ich habe diesen Begriff vor ein paar Tagen zum ersten Mal gelesen. Und zwar im Buch "Friss oder stirb" von Clemens G. Arvay.
Darin fand ich, abgesehen von diesem absurden Begriff, einige für mich neue Informationen. Hatte ich mich doch in Sicherheit gewiegt, wenn ich brav Bio-Lebensmittel im Supermarkt kaufe. Ja, mir war schon klar, daß die Biomarken der Supermärkte nicht das Gelbe vom Ei sind, aber daß es so schlimm ist, wie im genannten Buch nachzulesen, hätte ich nicht gedacht.
Die Hühner der Supermarkt-Biomarken, zum Beispiel, werden, ganz EU-konform, in Einheiten zu 3000(!) Tieren gehalten. Natürlich gibt es einen Auslauf, es sind ja Freilandhühner. Bloß - das Freiland bei diesen Ställen bietet keinerlei Deckungsmöglichkeit, sondern besteht normalerweise nur aus einer Wiese. Daher verlassen die Hühner den Stall nicht und sitzen aufeinander wie die Sardinen in der Dose. Mit allen Problemen, die das so mit sich bringt, wenn Hühner zu eng leben. Es geht Ihnen also nicht besser als nicht-Bio-Tieren.
Da auch Bio-Hühner dahingehend gezüchtet sind, daß sie entweder viele Eier legen können (und das das ganze Jahr hindurch) ODER daß sie schnell an Gewicht zulegen, damit man ihr Fleisch verkaufen kann (sie sind also auch keine Zweinutzungshühner), werden in der Eierproduktion die männlichen Küken gleich nach dem Schlüpfen "homogenisiert" - ein hübsches Wort, oder? Es heißt nichts anderes, als daß die Küken auf dem Fließband von einem rotierenden Messer zu Brei verarbeitet werden. Denn sie können keine Eier legen, sind aufgrund der Züchtung aber auch nicht schnellwachsende Fleisch-Hühner. Also weg damit.
Außerdem sind die Hühner Hybride, die sich nicht fortpflanzen können. Das bedeutet, daß die Bauern immer wieder neue Küken vom Züchter kaufen müssen. Das gibt es auch bei Pflanzen. Die Saatguthersteller sind daran interessiert, Ihre Sorten möglichst weltweit zu verkaufen, um die Bauern von sich abhängig zu machen. Verrückt, oder, daß ein Bauer kein Saatgut mehr aus seinem Getreide gewinnen kann, oder?
Bitte lest dieses Buch! Es ist wirklich informativ und gut zu lesen. Es erklärt auch (verständlich), was Hybride sind, warum 80% der landwirtschaftlichen Fläche Österreichs als Bergbauerngebiete gelten, und warum auch Bio-Äpfel mehrmals gespritzt werden. Oder wie Bauern von den Lebensmittelkonzernen behandelt werden. Und vieles mehr. Ich bin so schockiert, daß ich beschlossen habe, zukünftig so viel wie möglich im örtlichen Bauernladen zu kaufen. Dort gibt es fast nur echte Bio-Ware von kleinen Bauern, unter anderem auch (grüne) Eier einer alten Hühnerrasse. Außerdem will ich meinen Fleischkonsum weiter zu reduzieren und meinen Gemüsegarten erweitern.
Posts mit dem Label Lebensmittelindustrie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lebensmittelindustrie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Montag, 9. September 2013
Zweinutzungshuhn
Labels:
Huhn,
Lebensmittelindustrie,
Saatgut
Donnerstag, 7. März 2013
Wenn Hühner fasten...
...normalerweise kommt das sicher selten vor, meist werden sie ja gemästet, aber dieses Huhn tut es doch und nützt die so gewonnene Zeit, um noch mehr über Lebensmittel zu lernen. Da musste ich mir doch auch gleich die empfohlene Sendung "Die Tricks der Lebensmittelindustrie anschauen", dabei habe ich auch wieder Neues erfahren. Zum Beispiel, wie schwer es ist, Press-schinken von richtigem Schinken zu unterscheiden. Man lernt nie aus. Scheußlich, was sich die Industrie da so alles einfallen lässt.
Dazu kann ich auch die Bücher "Die Suppe lügt" und "Aus Teufels Topf" von Hans-Ulrich Grimm empfehlen. Die haben mich vor Jahren über so manches aufgeklärt und mich dazu gebracht, so oft wie möglich zu kochen und möglichst wenig fertiges zu verwenden. Alleine der Unterschied zwischen "künstlichen" und "natürlichen" Aromen. Natürliches Erdbeeraroma aus Sägespänen! Sind ja ganz natürlich... Man darf nie vergessen, daß die Lebensmittelindustrie eine starke Lobby hat, die in der EU (und noch viel mehr in den USA) die Gesetze diktiert.
Dazu kann ich auch die Bücher "Die Suppe lügt" und "Aus Teufels Topf" von Hans-Ulrich Grimm empfehlen. Die haben mich vor Jahren über so manches aufgeklärt und mich dazu gebracht, so oft wie möglich zu kochen und möglichst wenig fertiges zu verwenden. Alleine der Unterschied zwischen "künstlichen" und "natürlichen" Aromen. Natürliches Erdbeeraroma aus Sägespänen! Sind ja ganz natürlich... Man darf nie vergessen, daß die Lebensmittelindustrie eine starke Lobby hat, die in der EU (und noch viel mehr in den USA) die Gesetze diktiert.
Abonnieren
Posts (Atom)