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Sonntag, 14. April 2013

Blut und Wasser

...habe ich geschwitzt, um endlich meinen doppelten Topfhandschuh fertig zu kriegen. Das war, nachdem mir ausgerechnet ein Huhn gesteckt hat, dass ich ein "Schrägband" brauche. Davon hatte ich noch nie gehört! (Nicht, dass das Huhn die große Schneiderin wäre - im Gegenteil, sagt sie - aber, auch ein blindes Huhn findet manchmal ein Korn...sie hat vielleicht nicht viel Praktisches gelernt in Handarbeitsunterricht, aber doch gut zugehört).

Und Sonntagsgewand hat mir den Tipp mit Farbenmix gegeben. Da habe ich also die Anleitungen gefunden, einmal zum Herstellen des Schrägbands und einmal zum Annähen.

So, nun ist er fertig, der doppelte Topfhandschuh aus dem Marimekko-Stoff. 





Und sieht aus wie selbstgemacht. Nach 27 Jahren Näh-Abstinenz. Die Bügelei war schon eine Fizzelei (für jemanden, der zwei linke Hände hat UND nicht gerne bügelt), und das Annähen...naja. Natürlich ist die Naht auf einer Seite nicht ganz dort, wo sie hingehört. Aber irgendwann verliere ich einfach die Geduld, und Perfektionist war ich auch noch nie. Egal, in ein paar Tagen wird es mich ohnehin nicht mehr stören. Und der nächste doppelte Topfhandschuh wird sicher perfekt besser.

Dienstag, 2. April 2013

Gescheitert!

Nach meinem sensationellen (Eigenlob tut nicht weh) Erfolg bei den ersten Nähversuchen nach 27 Jahren wollte ich heute schnell aus den Resten des geliebten Marimekko-Stoffes einen doppelten Topfhandschuh nähen. Dabei musste ich einige Erfahrungen machen.

Erkenntnis Nr. 1: Nur, weil ich es geschafft habe, ein paar Polster zu nähen, bin ich noch lange keine Schneiderin.

Erkenntnis Nr. 2: "Schnell" geht da gar nix. Muß ich doch bei jedem Schritt laaaange nachdenken. Als Vorlage habe ich nur den Topfhandschuh, den mir meine Mutter vor ein paar Jahren aus Südafrika mitgebracht hat. Ein super-praktisches Ding! Ich verwende ihn sehr viel, entsprechend beschädigt ist er bereits.

So etwas will ich nähen
Erkenntnis Nr. 3: Ich habe keine Ahnung, wie ich etwas Rundes nähen soll.

Wie verdammt noch mal haben die den runden Rand hingekriegt???

So vielversprechend hat es angefangen...


Eingenähtes Vlies an den Enden, mit denen man den Topf angreift

Die aufgesetzten Taschen, in die man mit den Händen greifen kann
Wenn jemand einen Tipp hat - bitte melden! Ansonsten werde ich wohl diese Woche die Schneiderin meines Vertrauens besuchen...Sie wohnt ganz in der Nähe und wird mich vermutlich auslachen.

Ich freue mich über Kommentare.

Samstag, 16. Februar 2013

And now for something completely different*

Ich bin ja so stolz auf mich. Zu Recht, finde ich. Denn ich habe, seit ungefähr 27 Jahren zum ersten Mal, etwas genäht. Ja,ja, das hat weder mit Garten noch mit Küche etwas zu tun. Aber es ist mein Blog, also kann ich schreiben, was ich will. Keine Sorge, das wird jetzt kein Näh-Blog. Da gibt es sicher bessere Quellen, zum Beispiel den Blog von Sonntagsgewand, die mich dazu gebracht hat, das mit dem Nähen zu probieren. Wär doch gelacht, dachte ich, wenn ich mir nicht selbst eine Tischdecke nähen könnte. Gesagt, getan. Es wurde dann aber keine Tischedecke, sondern ein paar neue Polster für die Couch:


Alle Stoffe sind von Marimekko (gekauft im Marimekko-Store in Graz)
 Ganz schön mutig. Oder übermütig? Habe ich doch gleich als erstes einen Reissverschluß eingenäht. Ob ich sowas jemals in der Schule gemacht habe? Ich glaube nicht. Und, wie gesagt, seitdem habe ich NICHTS mehr genäht (höchstens mal einen Knopf mit der Hand wieder angenäht). Meine Mutter borgte mir ihre Zweit-Nähmaschine und erklärte mir kurz, wie sie funktioniert, dann habe ich mir die alten Couchpolster angeschaut und quasi drauflosgenäht. Was natürlich ein Fehler war. Der Reissverschluß war dann zwar gar nicht so unschön eingenäht, aber links und rechts war noch ein Stück offen, und das lässt sich im Nachhinein nicht mehr so leicht schließen. Also habe ich mich auf die Suche nach einer Anleitung im Internet gemacht. Ja, ja, hätte ich auch früher draufkommen können...Gefunden habe ich sie bei Ingrid in der Schweiz. Danke dafür!

Von mir gibt es noch ein paar Tips dazu (vom Dummy an Dummies):

1) 2 cm Nahtzugabe einplanen (beim Reißverschluß auf jeden Fall 2 cm, an den anderen Seiten können es auch nur 1,5 cm sein, ich rechne hier aber mit 2 cm) und den Stoff zuschneiden. Das bedeutet: für einen Polster 40x40 cm in der Länge 84 cm und in der Breite 44 cm zuschneiden (soll der Polster schön straff werden, je 1 cm weniger zuschneiden).

2) Den Stoff seitenverkehrt halbiert zusammenfalten ("rechts auf rechts legen" heißt das im Fachjargon; habe ich gelesen).

3) Dort, wo der Reissverschluß hinkommen soll, den Stoff endeln (=versäubern) und dann umbügeln (in der Breite der Nahtzugabe), damit man eine scharfe Kante hat (für Faule: die Kante mit dem Daumennagel statt mit dem Bügeleisen machen; mit letzterem geht es aber präziser)



4) Die gebügelte Kante wieder umlegen. Den Reissverschluß dort auflegen und anzeichnen bzw. mit Stecknadeln feststecken. Der Stoff wird dann von außen nach innen so weit zugenäht, wie sich der Reißverschluß öffnen lässt:


Bis zur grünen Stecknadel wird dann genäht




Oh, hier ist die Stecknadel plötzlich rot...ein anderer Polster
  5) Jetzt wird der Stoff entlang der Bügelkante wieder umgeknickt
 
Hier sieht man, daß ich den Stoff nur an einer Seite versäubern musste, die andere Seite ist das Ende des Stoffs, da franst er nicht aus
  6) Und nun kommt der fitzelige Teil: Der Stoff wird umgedreht und der Reißverschluß festgenadelt.


Beachtet die Richtung der Stecknadeln. Das erleichtert das Nähen (Man kann dann die Stecknadeln während des Nähens eine nach der anderen rausziehen, sie stecken nämlich genau dort, wo die Naht verlaufen soll). Man beginnt dort, wo der Pfeil auf dem Foto beginnt, mit dem Nähen in Pfeilrichtung. Nach ein paar Zentimetern hebt man den Nähfuß der Maschine (Nadel steckt aber im Stoff) und öffnet vorsichtig den Reißverschluß, dann kann man leichter weiternähen. Ich habe dann etwas weiter genäht als sich der Reißverschluß öffnen lässt, dann den Stoff um 90 Grad gedreht, quer rüber genäht, dann wieder um 90 Grad gedreht, dann die andere Seite des Reissverschlußes wieder raufgenäht, und dann noch zweimal um 90 Grad gedreht.

So sieht das dann aus:


Ich habe nicht behauptet, daß meine Nähte gerade werden...
Aber das war der erste Polster!
Man kann auch sofort erkennen, daß wir Katzen haben.
 7) Dann dreht man den Stoff noch einmal um und näht die beiden offenen Seiten zusammen. Danach kann man an diesen beiden Seiten noch den Stoff versäubern, damit er nicht ausfranst.


*Zitat aus Monthy Pythons "Flying circus"

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