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Donnerstag, 2. Mai 2013

Meine marokkanischen Lieblingsgerichte



Erstmals habe ich die Hühnchen-Tajine mit echten, selbsteingelegten Salzzitronen gemacht. Die Zitronen fristeten ihr Dasein im Winter in zwei Gläsern im Keller. Solange hätten sie nicht rasten müssen, aber geschadet hat es auch nicht. Und - ich hätte es nicht gedacht - sie waren das Tüpfelchen auf dem i der Tajine, die ich sonst immer mit normalen Zitronen gemacht habe.
Nach der Einlagerung in Salzlake sehen die Zitronen etwas blass aus. Man verwendet die Schalen in Streifen geschnitten.


Das Rezept für die Tajine gibt es hier. Wie die Salzzitronen eingelegt werden, könnt Ihr hier und hier nachlesen.

Mein zweites marrokanisches Lieblingsgericht - ebenfalls eine Tajine - bekam ich vor vielen Jahren bei meiner Schwester in Wien serviert. Ich war sofort begeistert! Auch von dem Couscous, den ich bis dahin nicht gekannt hatte. In den ersten Jahren danach hatte ich Schwierigkeiten, in Salzburg an Couscous ranzukommen. Mittlerweile gibt es ihn ja in jedem Supermarkt.
Das Kochbuch mit den arabischen Rezepten - es ist ein GU, das es nicht mehr gibt - hat mir meine Schwester damals kopiert. Die Tajine Badindschan wa Kufta (die nicht sehr treffende Übersetzung im Kochbuch: Auberginen mit Hackfleisch) ist eines der wenigen Rezepte, die ich völlig freihändig kochen kann und für die mir im Supermarkt die Zutaten einfallen, ganz ohne Einkaufsliste ;-)

P.S.: Das ist wieder mal ein Rezept mit dem Label "schnell zubereitet" - völlig zu recht! Und: es schmeckt jedem (Meine Stichprobe ist groß). Mindestens genausogut schmeckt es am Tag, nachdem es gekocht wurde, weswegen man es auch gut vorkochen kann, und ich finde, man kann es auch kalt gut essen.

Hier aber das Rezept laut Kochbuch (für 4 Personen):

3 mittelgroße Auberginen
1 große rote Paprikaschote
1 große Zwiebel
100 ml Olivenöl
500 g Lamm- oder Rinderhackfleisch
5 EL Tomatenmark
2 TL gemahlener Kreuzkümmel (ganzer geht auch)
1/2 TL Harissa (bzw. Menge nach Geschmack)
3 Knoblauchzehen
Salz

Hackfleisch in Olivenöl anbraten. Zwiebeln (Würfel oder Ringe), Auberginen- und Paprikawürfel dazugeben und alles etwa 10 Minuten unter ständigem Rühren weiterbraten (mache ich eigentlich nie oder nur kurz). 1/4 l Wasser angießen, Tomatenmark, Kreuzkümmel, Harissa, Salz hinzufügen und das Ganze zugedeckt bei schwacher Hitze 20-30 Minuten köcheln lassen. Kurz vor Ende der Kochzeit Knoblauch hineindrücken.

Foto gibt es keines. Ich schaffe es nicht, einen Eintopf dekorativ abzulichten! Verlasst Euch darauf, es wird Euch schmecken!

Montag, 10. Dezember 2012

Tafelspitz mit Erdäpfelschmarrn und Fisolengemüse

Zuerst mal die Übersetzung:

Tafelspitz = das spitz zulaufende, zarte Schwanzstück vom Rind. Der Begriff Tafelspitz ist bayerisch-österreichischen Ursprungs (Quelle: Wikipedia)

Erdäpfel = Kartoffeln

Schmarrn = naja, da passt die Wiki-Erklärung nicht ganz so. Siehe unten im Rezept.

Fisolen = grüne Bohnen

Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich zum ersten Mal Rindfleisch gekocht habe. Dabei ist wirklich nichts dabei! Es kocht sich quasi selbst, deshalb habe ich das Rezept auch unter "schnell zubereitet" eingereiht, denn selbst mit Beilagen geht es schnell. Man kann das Rindfleisch allerdings auch in der Suppe essen, mit Wurzelgemüse (und ev. Kartoffeln), dann ohne die Beilagen. Ich wollte alles, und zwar so, wie es meine Mutter immer macht. Das Sacherkochbuch meinte, man solle das Fleisch in wenig gesalzenem Wasser kochen. Das habe ich gemacht, und schon war das Fleisch zu wenig gesalzen. Das nächste mal halte ich mich an den Rat meiner Mutter (1 TL Salz auf 1 l Wasser).
Das 400 g - Stück Tafelspitz, das ich ergattert habe, war genau richtig für uns zwei. Zum Kochen habe ich keine Knochen verwendet, und statt Wurzelwerk habe ich mein selbstgemachtes Suppenpulver verwendet. Wenn man das Wurzelwerk von Anfang an mitkocht, zerkocht es völlig, und dann mag ich es nicht mehr essen. Lieber gebe ich es erst am Schluß hinein, dann ist es gut als Suppeneinlage.
Bleibt Suppe übrig, kann man sie gut einfrieren und als Grundlage für andere Rezepte verwenden.
Meine Mutter läßt die Suppe erkalten und schöpft dann das Fett ab. Das habe ich natürlich auch probiert, aber in meiner Suppe war gar nicht viel Fett.


Gekochtes Rindfleisch/Rindsuppe für 2:
400 g Rindfleisch zum Kochen 
soviel Wasser, daß das Fleisch bedeckt ist
1 TL Salz auf 1 l Wasser, bei Meersalz weniger
1 TL Suppenpulver auf 1 l Wasser oder Wurzelwerk (2 Karotten, 1/2 Knollensellerie, 1-2 Petersilienwurzel)
2-3 Knoblauchzehen (ganz, ungeschält)
Maggikraut (Liebstöckl) (ich habe 2 TL getrocknetes verwendet)

Rindfleisch in Salzwasser ca. 1 1/2 Stunden schwach köcheln.
Bei Verwendung von Suppenpulver danach das Wurzelwerk hinzufügen und nochmal 10-15 Minuten köcheln (bis das Wurzelwerk so weich ist, wie man es möchte).

Erdäpfelschmarrn:
Dazu kann ich leider keine Mengenangaben machen. Das Verhältnis Zwiebel/Erdäpfel ist aber ohnehin Geschmacksache.

Die Erdäpfel weich kochen. Inzwischen in einer Pfanne Zwiebeln in Butter bräunen. Nicht zu wenig Butter nehmen, sonst schmeckt es nach nichts! Wer auf die Kalorien verzichten möchte, ißt lieber keinen Erdäpfelschmarrn...

Nicht zu lange fotographieren, sonst werden die Zwiebeln zu dunkel und der Erdäpfelschmarrn schmeckt verbrannt. Woher ich das weiß?
 Pfanne vom Herd nehmen. Die Erdäpfel in die Pfanne geben, mit dem Kartoffelstampfer zerstampfen, salzen, und das Ganze dann noch weiterrösten (unbedingt dabeibleiben und umrühren, sonst pappt alles an der Pfanne fest).


Fisolengemüse:
Die Fisolen weich kochen. Inzwischen eine leicht bräunliche Einbrenn (=Mehlschwitze) machen (also die gleiche Menge Butter und Mehl in einem Topf bräunen).
Den Topf vom Herd nehmen (sonst klumpt es!), etwas Fisolenwasser einrühren. Rahm (=saure Sahne) nach Geschmack hinzufügen, die Fisolen und viel feingehacktes Dillkraut dazugeben und mit Salz abschmecken. Am Schluß einen Schuß Essig dazu.


Traditionell gehört dazu auch ein Apfel- oder Semmelkren, ich hatte aber leider keinen Kren (=Meerrettich) zuhause.

Liebe Leser (männliche wie weibliche)!
Es ist so frustrierend, wenn man nicht mitbekommt, ob jemand liest, was man in einem Blog schreibt. Deshalb: ich freue mich über jeden Kommentar!