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Dienstag, 29. Juli 2014

Heimlichtuerei

Kennt Ihr das? Man startet nichtsahnend eine Gartenrunde. Mal nachsehen (so wie jeden Tag), was das Gemüse so treibt. Ein paar Raupen des Kohlweißlings entfernen. Hier und da verwelkte Blätter abzupfen. Und da entdeckt man es: Gemüse, das über Nacht doppelt so groß geworden ist! Triebe, die in den Blattachseln der Tomaten 30 cm gewachsen sind! Pfefferminze, die das halbe Kräuterbeet überwuchert hat! Okay, letzteres ist eigentlich ganz normal, Minze wächst nun mal sehr schnell. Und sehr heimlich, weil sie lange Zeit Triebe schon mal einen halben Meter weit unterirdisch schickt, bevor diese an die Oberfläche kommen, und man sich dann wundert, warum DORT plötzlich Minze im Beet steht. Tja, ich glaube, meine Nachbarinnen sollten öfter auf einen Hugo vorbeikommen ;-). 

Das ist der Übeltäter von heute:

Costates Romanesco
Eben geerntet. Und natürlich viel zu groß. Zucchini schmecken viel besser, wenn man sie jung erntet. Ein paar hatte ich auch schon früher abgeschnitten. Aber irgendwie habe ich nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht damit gerechnet, dass es dieses Jahr mit den Zucchini klappt. Sie schienen bisher in jedem Garten zu wachsen, nur nicht in meinem. Und dieses Jahr war noch dazu eine der beiden Jungpflanzen abgeknickt, weswegen ich eigentlich dachte, dass sie überhaupt bald sterben würde. Trotzdem habe ich erste Hilfe geleistet und die Stelle liebevoll verbunden (Die Kniescheibe meiner Mutter wurde ja auch geflickt. Keiner kam auf die Idee, sie (meine Mutter) zum Verwelken wegzuwerfen), und - siehe da - heute schaut die Pflanze so aus:

Verbunden und mit Krücke
Wenn ich die Pflanzen setze, rechne ich immer nicht damit, dass sie so riesig werden. Sie sind ja so klein und haben so niedliche Blätter. Aber man sollte den Gartenbüchern ruhig vertrauen! 

Links besagte Costates Romanesco, daneben die Zucchetta und zwei Gurkenpflanzen
Zum Flicken habe ich ein Baumwollband verwendet, dass ich bei British Garden gekauft habe. Ich nehme es auch zum Festbinden von Pflanzen, weil es nicht einschnürt und elastisch ist.


Es ist laut Hersteller kompostierbar (wenn auch gefärbt, hoffentlich mit nicht giftigen Farben) und sonst wiederverwendbar.

Die zweite Zucchinipflanze ist ein Zucchetta. Sie wächst -  oder eigentlich - wuchert, in alle Richtungen. Sie hat viele Knospen, aber bisher nur eine Blüte. Ich bin gespannt, ob sie mir Früchte schenken wird. Eben habe ich gegoogelt und dabei einen Artikel vom Standard aus dem Jahr 2009 gefunden. Da finden sich folgende beängstigende Worte*: 

"Sollten Sie eine dieser Pflanzen ziehen wollen: Sorgen Sie dringend für ein ordentliches Gerüst, am besten ein pergolaartiges. Zu erwarten sind mindestens vier, fünf Meter lange Triebe, an denen die Früchte herabbaumeln. Schaut sehr nett aus. Wenn man's vorher weiß ..."

Blöd, die Pergola ist nämlich schon von Weinstöcken besetzt...

So, jetzt muss ich mir etwas für die Zucchini überlegen. Vielleicht kombiniere ich sie mit Minze und Ricotta und mache leckere Nudeln daraus: Zucchini in Scheiben anbraten, mit der Gabel zerdrücken, mit Ricotta mischen, mit Minze würzen. Dazu am besten Muschelnudeln, die die Sauce schön auffangen. Salz, Pfeffer, Parmesan, eh klar. (Ein leckeres und schnelles Rezept von einem italienischen Freund.)

*Quelle: standard.at, Artikel "Sizilianische Orgie" vom 17. Juli 2009, 16:00 Uhr, Link: http://derstandard.at/1577836919847/Sizilianische-Orgie  

Sonntag, 30. September 2012

Brokkoli vegetarisch

Heute habe ich mich wieder getraut, Brokkoli zu ernten. Das liegt daran, daß mir meine Kollegin Waltraut verraten hat, was sie von ihrer (Groß-?) Mutter gelernt hat - nämlich, daß man Gemüse nur in Wasser legen muß, weil dann die Raupen davonschwimmen (sie wollen ja leben). Das musste ich natürlich gleich ausprobieren. Ob's geklappt hat? Ehrlich gesagt weiß ich das nicht so genau. Ich konnte keine Raupen finden. Weder im Brokkoli noch im Wasser. Vielleicht waren gar keine da (ist vielleicht schon zu kalt für den Kohlweißling). Oder sie sind nicht nach oben geschwommen, sondern haben im Brokkoli gewartet, bis ich die Geduld verliere, und ihn vorschnell aus dem Wasser hole, und ich habe sie dann übersehen (sie haben ja wirklich genau dieselbe Farbe wie der Brokkoli!). Aber so ein paar Tierchen sollen ja nicht schaden. Weder im Gemüse, noch unter der Fußsohle (ich bin heute morgen im Wohnzimmer barfuß auf eine tote Grille getreten, die unsere Katze Tigerchen als Geschenk mitgebracht hat).

Der Gemüsegarten gibt noch einiges her. Ich konnte EINE ZUCCHINI ernten. Treue Leser wissen, daß ich damit nicht soooo viel Glück habe. Ja, ich weiß, Zucchini ist ein Mehrzahlwort, und ein Stück ist ein Zucchinerich (oder so ähnlich; ich frage bei Gelegenheit einen Italiener). Dieser war auf jeden Fall sehr klein, naja, was soll's, auf die Größe kommt's ja nicht an, und Zucchini soll man ja eh jung ernten...
Mit ein paar Tomaten (diese kleinen gelben ernte ich schon seit Anfang des Sommers, und es werden nicht weniger!), einer Pastinake, Thymian und Pilzen aus dem nahegelegenen Wald (die hat mein Nordlicht vom Spaziergang mit unserer zweiten Katze Mieze mitgebracht und mir versichert, daß es die einzigen sind, die er erkennt, und daß er weiß, daß sie essbar sind, aber warum meint er dann, sie heißen Maronen oder Butterpilze, und im Internet steht, daß das zwei verschiedene Arten sind??!!??!! Wie lange dauert es eigenlich, bis man die ersten Symptome hat?) gab es heute eine leckere Gemüsepfanne zum brettelharten Rindschnitzel (Schnitzel konnte ich noch nie richtig braten/schmoren/oder was man damit auch immer macht!).


Dienstag, 11. September 2012

Gurkenalarm - die Zweite

Vor ein paar Tagen habe ich beschlossen, die restlichen ausgewachsenen Gurken zu ernten. Tja, was soll ich sagen...es wurde eine recht stattliche Ernte (waren ja nicht die ersten die ich gepflückt habe...)


...und auch nicht die letzten, wie ich heute zufällig entdeckt habe. Ich wollte nur ein paar Blätter entfernen, die von irgendeiner Krankheit befallen sind, in der Hoffnung, daß diese sich nicht ausbreitet, und dabei sind mir auch ein paar kleine Schnecken (mit Häuschen) in die Hände gefallen (wie kommen die nur in mein Hochbeet???!!! Wenigstens sind sie zu klein, um richtigen Schaden anzurichten, und nicht so eklig wie Nacktschnecken). Und dann entdeckte ich sie: Gurken! Klammheimlich sind sie in den letzten Tagen gewachsen. Eine war schon wieder reif zum Ernten (und wurde gleich der Nachbarin gebracht, denn in meiner Küche liegen noch ein paar der letzten Ernte). Die anderen sind noch klein, aber eindeutig bereit zu Wachsen. Hier einige der Übeltäter:



Ich war schon recht kreativ, was die Verwertung der Gurken betrifft. Ich habe ein Dinkel-Tomaten-Gurken-"Risotto" gekocht (warum das in dem Rezept Risotto getauft wurde, ist mir, ehrlich gesagt, ein Rätsel, denn es findet sich kein einziges Reiskörnchen darin), Gurken eingekocht (mit Essig eingekocht und dann in Öl eingelegt) und einen Toskanischen Brotsalat gemacht (auch mit Gurken und Tomaten - von letzteren habe ich nämlich ähnlich viele). Und noch immer liegen Gurken in der Küche, und, wie's ausschaut, kommen noch ein paar dazu. Ich kenne solche Geschichten von Leuten, die Zucchini  anbauen. Die essen dann auch Zucchini in allen Variationen, bis sie ihnen zu den Ohren rauskommen. Das ist mir noch nicht passiert. Mit Zucchini habe ich irgendwie kein Glück. Die beiden Pflanzen im letzten Jahr hatte ich in die Böschung gepflanzt, vermutlich mit viel zu wenig Substrat (in den Lehmboden...) und gedüngt habe ich sie auch nie, und dann hat es soviel geregnet, daß die Blüten immer abgefault sind. Dieses Jahr habe ich eine Pflanze ins Hochbeet gesetzt, die wollte bisher auch nicht so richtig, aber heute kann ich gewisse Erfolge melden. Mindestens eine Frucht wird was, und zwei weitere schauen recht vielversprechend aus (man wird genügsam). Ich würde auch sonst nicht aufgeben, denn Zucchini wachsen wirklich bei jedem im Garten bzw. am Komposthaufen, da werde ich das wohl auch schaffen!!!