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Samstag, 3. August 2013

Putzige Schmetterlinge

So gefreut hatte ich mich vor 2 Jahren über die Schmetterlinge in meinem Garten. Die soll man ja, ebenso wie Bienen und Hummeln anlocken und schützen. Sie sind ja so nützlich. Was ich in meiner Stadtkind-Blauäugigkeit noch nicht wußte - die kleinen weißen Schmetterlinge, die da so eifrig um's Hochbeet schwirren, gehören zur Art des Kleinen Kohlweißlings. Der legt seine winzigen Eier einzeln an der Blattunterseite (und manchmal auch an der Blattoberseite) von Kohlpflanzen (z.B. Weisskraut, Brokkoli) ab. Daraus werden dann Raupen in Tarnfarbe (komplett grün), die so eine wachsende Kohlpflanze völlig kahl fressen können.


Ich lernte also, die Blattunterseiten auf Eier und die ganze Pflanze auf Raupen abzusuchen, und zwar TÄGLICH. Vergisst man einmal, bereut man das bald. Auch, wegen der Proteinzulage im Gemüse, nachzulesen hier.

Dieses Jahr habe ich mir im Baumarkt ein Schutzvlies gekauft und alle Pflanzen eingehüllt. Das sieht vielleicht etwas eigenartig aus, ist aber sehr wirksam. 


Es empfiehlt sich, trotzdem alle paar Tage nachzuschauen. Die Kohlweisslinge sind intelligenter als man glaubt. Sie finden einen Weg unter's Netz, aber nicht mehr so oft. 

Vorne im Bild: Brokkoli; dahinter: Weißkraut und Bohnen

Dienstag, 25. September 2012

Kraut Kraut Kraut

Ich liebe ja Kraut. Aber jetzt muß ich schon erfinderisch werden. Jaja, einlagern. Aber die Sorte, die ich habe, eignet sich nicht zum Lagern. Hab' ich erst im Nachhinein (also nach dem Pflanzen) gelesen. Man könnte gut Sauerkraut daraus machen! Hätte ich sogar Lust dazu. Aber ob es so ein kleines Sauerkraut-Töpfchen gibt?
Aus Ermangelung eines solchen habe ich heute wieder Kraut verkocht. Es musste schnell gehen, also habe ich folgendes Rezept ausprobiert:

pro Person:
200 g Lachsfilet mit Rosmarin auf beiden Seiten anbraten (je ein paar Minuten), salzen, pfeffern, beiseitestellen.
Mit Orangensaft ablöschen (eine Orange), Orangenschale (und für empfindliche: Kümmel) dazu und etwas köcheln. Das feingeschnittene Kraut ein paar Minuten mitköcheln (je nachdem, wie bissfest man es mag), salzen und pfeffern, den Lachs drauflegen und noch ein paar Minuten zugedeckt ziehen lassen.

Geht superschnell, schmeckt supergut, und ist auch noch kalorienarm.
Foto gibt es jetzt keines. Aber es sieht auch hübsch aus ;)

Jule und ihre außerirdischen Kohlköpfe

Am Samstag hatte ich wieder mal Muße, so richtig schön zu kochen. Nachdem ich eine Woche lang im sonnigen Madrid zur Schulung war (ich weiß, es gibt Schlimmeres ;) war aber sehr anstrengend), musste ich wieder etwas runterkommen, und dazu eignet sich Kochen hervorragend. Ich kann dabei richtig abschalten und mich nur auf das konzentrieren, was ich da mache (das muß ich auch, sonst läuft's schief!). Im Garten ist natürlich alles weitergewachsen, obwohl sich niemand besonders um das Gemüse gekümmert hat. Oder vielleicht deshalb? Einer der Weisskraut-Köpfe hat eine stattliche Größe erreicht:


Die Löcher in den äußeren Blättern kommen davon, daß ich etwas nachlässig geworden bin im Absammeln der Kohlweissling-Raupen. Macht aber nichts, das Kraut erreichte trotzdem ein Gewicht von 5,8 kg und war innen frei von Schädlingen (nur im Strunk waren ein paar ganz kleine weiße Raupen).


Größenvergleich
 Einen Teil davon habe ich verarbeitet, den Rest verschenkt bzw. in den Kühlschrank gegeben.
Außerdem gab's wieder mal Mangold zu ernten (ich habe nur eine Pflanze, aber die ist echt ein Wachs-Wunder!), und Kartoffeln haben wir ja auch...und so wurde es wieder mal ein indisches Thali, bestehend aus Bandha Gobi (ein Weisskraut/Kartoffel-Curry), Palak Paneer, Dhal, einem Fischcurry und Raita.

Mir fehlt noch das klassische Thali-Blech!
Das klingt jetzt vielleicht wieder nach viel Aufwand, ist es aber nicht. Ich mache das immer so: Ich schau mir an, wieviel Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und frische Chili ich brauche und schneide alles. Dann teile ich dieses Zutaten Pi mal Daumen auf die Töpfe auf, gebe die Gewürze hinein, brate den Fisch/das Kraut/den Mangold/oder was auch immer an, und dann köchelt alles vor sich hin. Beim indischen Essen kann man kaum etwas falsch machen, außer, billige Gewürze zu kaufen (ich kaufe sie am liebsten im Weltladen).

Bandha Gobi (4 Personen):
ca. 500 g Weisskraut
250 g Kartoffeln
2 Tomaten
150 g Erbsen (die kamen aus dem Tiefkühler)
2 EL Ghee, Butterschmalz oder Öl
3 Lorbeerblätter, 1/2 TL Kreuzkümmelsamen
1 TL Kurkuma, 1/2 TL Chilipulver, 1 1/2 TL Kreuzkümmel, 1 TL Koriander (alles in Pulverform), Salz, ev. 1/2 TL Zucker

Kraut fein schneiden, Kartoffeln in Stücke, Tomaten kleinschneiden.
Lorbeerblätter und Kreuzkümmelsamen in Ghee ca. 1 Minute bei mittlerer Hitze anbraten, Kraut und Kartoffeln dazu und weitere 3 Minuten braten. Gewürze, Tomaten, Salz und ev. Zucker und ein bißchen Wasser dazu, gut verrühren und das Ganze 15 Minuten zugedeckt bei schwacher Hitze schmoren. Erbsen dazugeben und nochmal 10 Minuten schmoren.

Fischcurry:
500 g Fisch (ich habe Lachs verwendet), in Stücke geschnitten
1 Zwiebel, in dünnen Scheiben oder gehackt
2 Knoblauchzehen, gehackt
Ingwer, gehackt
1 TL Curcuma, Chilipulver, 1 TL Kreuzkümmel, 1 TL Koriander, 1 TL Garam Masala
3 Tomaten

Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer in Öl oder Ghee goldbraun anbraten, die Gewürze 1 Minute mitbraten, Fisch und Tomaten vorsichtig unterheben, ev. etwas Wasser dazu; zugedeckt 5-10 Minuten köcheln lassen.

Dhal:
250 g rote oder gelbe Linsen in vierfacher Menge Wasser offen kochen (erst nach dem Kochen salzen!), das Wasser nicht weggießen.
1/2 TL Curcuma, Chilipulver, 1 TL Paprikapulver, mit den Linsen vermischen und weiterkochen, bis das Dhal weich ist. Frische Chili, 1 TL Kreuzkümmelsamen und 3 Lorbeerblätter dazu, mit Salz (und ev. etwas Zucker) abschmecken und am Schluß 1 TL Garam Masala dazugeben.

Das Palak Paneer - Rezept findet Ihr hier.

Sehr lecker dazu ist Raita (Joghurt mit Gurke und/oder Tomaten) oder einfach nur Joghurt (das ist man vor allem dazu, wenn man sehr scharf gekocht hat). Und Reis oder Brot.