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Montag, 1. April 2013

Osterbrunch



Seit 3 Jahren gibt es bei uns die Tradition des Osterbrunchs. Eine noch sehr junge Tradition, aber mir ist nicht bekannt, daß es eine Mindestdauer gibt, wonach etwas als "Tradition" bezeichnet werden darf. So eine Tradition ist praktisch, denn an einem Tag wie dem Ostersonntag traut sich dann keiner etwas zu sagen wie: "Ahhhh, dieses Wochenende geht es schlecht, da ist dieses oder jenes, und überhaupt ist gerade so viel los, und...", was dazu führen würde, daß man ewig diskutieren würde, bis man einen Termin findet, an dem alle können. 
Außerdem habe ich dann einen Termin, da dem ich für mehr als 2 Leute kochen kann. Nicht, daß meine Familie so eine Riesengruppe wäre. Sie ist schön überschaubar - Mutter, Bruder, Schwester, 2 Neffen, Schwager, mein Nordlicht, ich. Da ich es aber nicht so mit Mengenangaben beim Kochen habe, koche ich natürlich viel zu viel :-)

Ich frönte also am Ostersamstag der Koch- und Backlust, tischte Unmengen auf - und vergaß, auch nur ein Foto zu machen! Das nenne ich einen Profiblogger...Aber ich kann ein paar Rezepte beisteuern, wie alles ausgesehen habt, müsst Ihr Euch selber vorstellen ;-)

Dieses Jahr gab es (Rezepte weiter unten):

- Semmeln und Brot (nicht selbstgebacken)
- Eiaufstrich und einen Aufstrich mit Kieler Sprotten, außerdem den Paprika-Käse-Aufstrich
- Honigmelone mit Prosciutto (auf Wunsch des "kleinen" Neffen)
- Pfannkuchenröllchen mit Schinken (Originalrezept mit Lachs)
- 2 Quiches (eine mit Speck und Lauch, die zweite mit Tomaten und Raclettekäse; letztere mit einem Teig aus Mehl und Haferflocken, den ich nicht so toll fand. Der Blitz-Tarte-Teig hätte mir besser geschmeckt - Rezept hier oder hier)
- verschiedene Käse, Paprika, Gurken, Tomaten
- selbstgemachte Marmeladen (Marille, Quitte, Erdbeere)
- Na, eh klar, hartgekochte Eier...
- Eine meringuierte Zitronentarte, gesehen bei der Wilden Henne

Hier kommen die Rezepte:

Sonntag, 24. März 2013

Es war einmal...

...mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab, da saß eine Königin am Fenster, das einen Rahmen aus schwarzem Ebenholz hatte, und nähte. Und wie sie da so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Rote im weißen Schnee so schön aussah,...den Rest kennen wir ja. Sie bekam eine Tochter, mit schwarzen Haaren, weißer Haut und roten...was auch immer rot war, die Lippen wahrscheinlich. Dann Apfel, Gift, Koma, Zwerge, Prinz, und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.

Weniger bekannt ist allerdings, daß Schneewittchen sich doch noch zu einer emanzipierten Frau enwickelte und, um finanziell von Ihrem Prinzen unabhängig zu bleiben, eine Konditorlehre machte. Sie erfand eine nach ihr benannte Torte, die der Renner auf Geburtstagsfesten ist, weil sie aussieht, wie vom Profikonditor gemacht. Normalerweise. Diesmal, rechtzeitig zum Fototermin, natürlich nicht.



Ui, zu fortgeschrittener Stunde sind zwei besonders unscharfe Fotos gelungen...
 Sie schmeckt jedem, der Mohn und Topfen mag (beides sollte man allerdings wirklich mögen).  Meine Freundin Silke wünscht sie sich jedes Jahr zum Geburtstag (sie bezeichnet sie als "MEINE Torte"), und da wir den gestern abend (zum zweiten Mal in dieser Woche) feierten, wurde die Schneewittchentorte der Abschluß zu einem indischen Abendessen. Das ist vielleicht eine ungewöhnliche Kombination, aber was soll's. Indisch kocht sich gut für eine größere Gruppe, und die Schneewittchentorte musste sein.

Die Torte ist nicht schwierig. Topfencreme und Himbeeren werden mit Gelatine gefestigt. Ich würde die ja gerne durch ein pflanzliches Geliermittel ersetzen, aber ich trau mich nicht recht, weil ich mit Agar-Agar und Co. wenig Erfahrung habe. Nicht, daß die Torte dann mißlingt! Das würde mir besagte Freundin womöglich nicht verzeihen.
Diesmal ist sie nicht ganz so schön geworden. Das liegt daran, daß ich die Himbeeren mit dem Pürieraufsatz der KitchenAid passiert habe, und da blieben dann doch zuviele Kerne drin. Also habe ich nochmal mit dem Sieb passiert. Dadurch blieb dann weniger Flüssigkeit als sonst übrig, und jetzt schaut noch was von der Topfenmasse durch. Und die Topfenmasse hätte ich doch mit dem Mixer rühren sollen, dann wäre sie etwas homogener. Egal, sieht man wenigstens, daß sie selbstgemacht ist ;-)

Übrigens ist die Torte auch für Menschen mit Zöliakie geeignet, sie enthält kein Fuzzelchen Mehl.

Das geheime Schneewittchentorten - Rezept:

4 Eiklar
90 g Staubzucker (oder extrafeinen Backzucker)

100 g zimmerwarme Butter
30 g Staubzucker (oder extrafeinen Backzucker)
etwas Vanillezucker und/oder Zimt nach Geschmack
4 Eidotter

150 g Mohn
70 g gemahlene Haselnüsse

Topfenmasse:
500 g Topfen (Quark), abgetropft
100 g Staubzucker (oder extrafeinen Backzucker)
Vanillemark
5 Blatt Gelatine
250 ml Schlagobers (süße Sahne)

Himbeersauce:
300 g Himbeeren
50 g Staubzucker (oder extrafeinen Backzucker)
3 Blatt Gelatine

Eiklar und Zucker aufschlagen.
Butter, Zucker, Vanillezucker, Zimt schaumig rühren. Die Eidotter nach und nach unterrühren. Sehr schaumig rühren.
Mohn und Haselnüsse vermischen, abwechselnd mit dem Eischnee unter die Butter-Zucker-Eimasse rühren (nicht mit dem Mixer).
In einer Springform 40 Minuten bei 175° backen.


Die Torte auskühlen lassen, den Rand der Springform abnehmen, abwaschen und die Torte damit wieder einpacken.

Topfen, Zucker, Vanille und Zitronensaft gut verrühren.
5 Blatt Gelatine ind kaltem Wasser einweichen (nach Packungsanweisung) und dann in wenig heißem Wasser auflösen und unter die Topfenmasse rühren. Das geschlagene Obers unterheben. 

Die Topfenmasse auf dem Mohnboden verteilen. Sie muß nicht super-glatt gestrichen werden. Die Himbeersauce gleicht Unebenheiten aus.


Die Himbeeren mit dem Zucker pürieren (Pürierstab oder Löffel) und passieren (mit einem Esslöffel durch ein Haarsieb streichen).
Die Himbeersauce vorsichtig erwärmen (nicht aufkochen) und 3 Blatt Gelatine (vorher in kaltem Wasser eingeweicht und ausgedrückt) darin auflösen. Über die Topfenmasse gießen.

Die Torte einige Stunden kalt stellen (am besten im Kühlschrank mit einem Deckel).

Sonntag, 17. Februar 2013

Liebeserklärung an meinen Nachbarn

Jetzt ist es raus. Ich schwärme für meinen Nachbarn. Was soll ich sagen - lange Wimpern, seidiges Haar, ein Lächeln, das mich dahinschmelzen lässt...Ich bin ihm verfallen. Und kann ihm keine Bitte anschlagen. Als wir noch keine Katzen hatten, aber schon wußten, daß wir welche bekommen würden, fragte er mich fast täglich: "Du, Julia, hast Du schon eine Katze?" Da mußten wir uns natürlich beeilen...

Und in ein paar Tagen hat er Geburtstag, den sechsten, und er hat mich dazu eingeladen. Dummerweise fällt der Geburtstag genau in die Woche, in der ich mit meiner Freundin in Kenia bin - heute abend geht's los. Also mußte ich mir etwas einfallen lassen. Bei Sonntagsgewand hatte ich letztes Jahr die Krümelmonstermuffins entdeckt, die habe ich gestern nachgebacken. Wenn der Nachbar heute abend vom Wochenendausflug nach Hause kommt, wird er sie vorfinden, zusammen mit einem kleinen Geschenk. Schade, daß ich seine Augen nicht sehen kann, wenn er die sieht:



Rezept von Chefkoch:
(ich habe ca. 2/3 der Menge verwendet, daraus wurden 11 Muffins)

200 g Butter
200 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
3 Eier
500 g Mehl (Ich: halb/halb Weissmehl und Vollkornmehl
2 Pck. Backpulver
etwas Milch
1 Pck. Kokosraspeln (ich brauchte höchstens 1/3 Packung)
1 Pck. Marzipanrohmasse
nach Bedarf Staubzucker (Puderzucker)
Schokotropfen
1 Pck. Lebensmittelfarbe
1 Pck. Kekse (Lieblingskekse des Geburtstagskinds)

Zubereitung:

Zunächst die Muffins zubereiten. Dafür die ersten sieben Zutaten vermixen und in einer Muffinform bei ca. 180 - 200°C 15 - 20 Minuten backen. Auskühlen lassen.

Die Marzipanrohmasse mit Puderzucker mischen, bis es schön geschmeidig ist (das habe ich nicht gemacht; Marzipanrohmasse enthält ohnehin schon sehr viel Zucker) und Kugeln formen. In die Kugeln werden die Schokotropfen als „Pupillen“ eingedrückt. Es muss nicht gerade sein - denkt an das Krümelmonster.

Die Kokosraspeln mit der blauen Lebensmittelfarbe einfärben. Am besten eine Edelstahlschüssel nehmen und fleißig die Klümpchen zerdrücken. Aus Puderzucker, Wasser und blauer Lebensmittelfarbe einen Guss anrühren.

Die Muffins erst kopfüber in den Guss, anschließend in die Kokosraspel tauchen und trocknen lassen. Die Marzipanaugen mit etwas Guss nicht ganz gerade am Muffin festkleben. Die Kekse halbieren, dem Krümelmonster einen Mund einschneiden und den Keks
einklemmen.



Samstag, 19. Januar 2013

Mein Lieblingsapfelkuchen

Nachdem die Tarte Tatin mit den Quitten etwas enttäuschend war - es war meine erste, und sie hat mir gezeigt, daß ich Quitten zwar als Gelee liebe, am Kuchen aber überflüssig finde - habe ich meinen Lieblingsapfelkuchen gebacken. Das Nordlicht forderte einen Streuselkuchen, aber den mag ich nicht so, und er ist so mühsam zu machen (diese Streusel!). Also, ich mag Streuselkuchen schon, aber meine Favoriten sind sie nicht.
Gerne würde ich jetzt behaupten, daß dieser Kuchen Gartenküche ist, aber unser Apfelbaum wirft noch nichts ab.

Also gibt es gekaufte Topaz und diesen leckeren Kuchen, von dem ich leider kein scharfes Bild habe, er wurde mir quasi unter der Kamera weggezogen:


Ein bißl braun ist er auch geworden, aber das tut dem Geschmack keinen Abbruch. Das Rezept stammt aus dem alterwürdigen "Backvergnügen wie noch nie" von GU, das ich von meiner Mutter übernommen habe (es wird aber nach wie vor aufgelegt), da heißt er "Elsässer Apfelkuchen":

200 g Mehl
100 g Butter
1 Eigelb
30 g Zucker
1 Messerspitze Salz

Alle Zutaten verkneten und den Teig 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen (meiner ruhte viel kürzer, war auch kein Problem).

ca. 1 kg säuerliche Äpfel
2 EL Zitronensaft

Äpfel schälen, vierteln, entkernen, an der Oberseite längs mehrmals einschneiden, mit Zitronensaft bestreichen, damit sie nicht braun werden.

Den Teig ausrollen, in eine Obstkuchenform legen, mit der Gabel mehrmals einstechen. Mit den Äpfeln dicht belegen und auf der zweiten Schiebeleiste von unten 25 Minuten backen (vorgeheiztes Rohr, 200 Grad).

100 g Zucker
3 Eier
1/8 l Obers (Sahne)
1 Vanilleschote

Zucker und Eier schaumig rühren, Obers und Vanille dazu.
Den vorgebackenen Kuchen mit der Ei-Obers-Mischung übergießen und weitere 20-30 Minuten fertigbacken.

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Köstliches mit Äpfeln

Als Kind habe ich Unmengen von Äpfeln verdrückt. Besonders gerne die grünen (und gar nicht heimischen) Granny Smith, die ich heute nicht mehr so gerne mag. Ich esse auch nicht mehr sooo gerne Äpfel pur, und wenn, dann müssen sie säuerlich sein. Ich esse aber gerne Apfelkuchen. Eine unserer ersten Aktivitäten im Garten war, einen Apfelbaum zu pflanzen. Weil es im Handel die ewig gleichen Apfelsorten gibt. Ein Baum von der Biobaumschule Artner musste es natürlich sein, und da wir uns nicht für eine Sorte entscheiden konnten und wollten, trägt er nun vier. Also, er wird einmal (hoffentlich) tragen. Noch ist er zu jung. Auf den ursprünglichen Baum wurden vier weitere Sorten aufgepropft. Beim Einpflanzen fiel der Baum um, und es löste sich eines der aufgepropften Zweiglein. Das wurde zwar im Jahr darauf erneuert, ist aber nicht festgewachsen. Somit ist es halt kein fünf-, sondern ein vierfacher Apfelbaum. Wie gesagt, er trägt noch keine Äpfel, und schon gar keine Boskop, die man für dieses wunderbare Rezept meiner Mutter braucht, das sie, wie sie mir nun verraten hat, vor vielen Jahren im Radio gehört oder in einer Zeitschrift gelesen hat, und das keinen Namen hat. Bei uns heißen die Dinger daher Apfelpäckchen oder Apfelköstlichkeit. Lasst Euch vom unspektakulären Äußeren nicht abschrecken, sie schmecken himmlisch und sind sehr fix zubereitet. Topfenteig geht immer leicht!


1/4 kg Mehl
1/4 kg Butter
1/4 kg Topfen
etwas Salz
4 Boskopäpfel

Ich habe gar nicht genau gefragt, aber ich nehme an, die Zubereitung geht genauso wie bei den Marmeladetascherln (ich habe sie nicht selbst gemacht, sondern von Muttern nach einem leckeren Hirsch am zweiten Weihnachtsfeiertag serviert bekommen. Nicht nur ich, auch der Rest der Familie). Also:

Mehl und Butter (mit etwas Salz) mit den Händen abbröseln, dann den Topfen dazukneten.

Eventuell rasten lassen (muß aber nicht unbedingt sein).

Den Teig in 8 Teile teilen, jedes Stück auswalken oder mit den Händen einen Teller formen. Eine Apfelhälfte hineinlegen, und ein Päckchen formen. Unten geht der Teig nie ganz zu, das macht aber nichts, mit dieser Seite wird das Apfelpäckchen auf das Backblech gesetzt.

Ca. 30 Minuten bei 200 Grad backen, noch heiß mit Zuckerguß übergießen (dazu den Zucker mit Wasser oder Zitronensaft verrühren, der Zuckerguß soll relativ dick sein)

Sonntag, 16. Dezember 2012

Marmeladetascherl

...und wieder ein sehr einfaches Rezept mit leckerem Ergebnis...
Eigentlich auch ein sehr schnelles Rezept, nur das Tascherl machen hält halt ein bisserl auf. Aber insgesamt sind sie (ohne rasten lassen und backen) in ca. 20-25 Minuten fertig.

So mag ich sie am liebsten - mit viiiiiel Staubzucker!
250 g Mehl
250 g Topfen (Quark)
190 g Butter
1/2 Päckchen Backpulver
Vanillezucker
Ribiselmarmelade (rote Johannisbeer)

Butter und Mehl (mit Backpulver und Vanillezucker vermischt) mit den Händen verbröseln, den Topfen untermischen und etwas verkneten. Den Teig etwas rasten lassen (ich habe ihn mitsamt der Schüssel - mit einem Tuch abgedeckt - in den Kühlschrank gestellt, weil meine Butter sehr weich war). 
Den Teig auswalken, mit dem Teigradler Quadrate radeln, einen Klecks Marmelade in die Mitte setzen (nicht zu viel, sonst reißen die Tascherl beim Backen auf). Die vier Ecken in die Mitte klappen und etwas festdrücken.


Bei 180 Grad ca. 20 Minuten backen. Auskühlen lassen, mit Staubzucker (Puderzucker) bestreuen.  

Ich freue mich über Kommentare.

Dienstag, 20. November 2012

Geburtstagsmohnzopf

Das Nordlicht hat Geburtstag und statt einer Torte gibt es den geliebten Mohnzopf. Ich würde ja gerne eine Torte backen, sie darf ruhig etwas kompliziert sein, aber er mag Torten nicht so. Leider sind auch Familienmitglieder und Freunde diesbezüglich einfallslos. Eine meiner Freundinnen wünscht sich immer die Schneewittchentorte (wird im nächsten März veröffentlicht), meine Familie mag nur die Kastanientorte aus Eva Bakos' "Mehlspeisen aus Österreich" (mit der besten Schokoladecreme der Welt) - die mache ich im Schlaf. Kann sich mal jemand eine andere Torte wünschen?

Der Mohnzopf wurde diesmal nicht mit Zucker überzogen. Ich hatte keine Zeit mehr. Obwohl ich seit einigen Tagen stolze Besitzerin eines Zuckerthermometers bin. Aber dann las ich: man muß es mindestens bis zur 40 Grad - Markierung in die Zuckerlösung tauchen. Die ist aber nur gut 1 cm hoch. Ich brauche also einen neuen Topf, mit kleinerem Durchmesser! Früher hatte ich sowas, aber dann habe ich meine erste eigene Küche bekommen, mit Induktionsherd - ich liebe ihn, aber dafür brauchte ich neue Töpfe. Alle, die ich bisher verwendet hatte, stammten von meiner Mutter und ihrer Mutter. Sie waren zum Teil echt schön, aus Email und bunt. Sie lagern im Keller meiner Schwester und warten darauf, daß ihre Söhne zum Studium auswandern (sie werden die Studienanfänger mit der besten Küchenausstattung sein!).
Ach ja, der Mohnzopf schmeckt mir auch ohne Glasur, obwohl die schon das Tüpfelchen auf dem i ist. Dem Nordlicht war der Mohnzopf nun nicht süß genug, ich fand die Füllung schon sehr süß. So oder so - ein Erlebnis!

Samstag, 17. November 2012

Die schiachen Ischler Krapferl

In letzter Zeit lese ich viel in anderen Blogs und blicke neidisch auf professionell angerichtetes und fotografiertes Essen. Ich habe es ja schon erwähnt: bei mir ißt das Auge nicht so mit. Oder besser nur ein halb offenes. Und beim Fotografieren habe ich wohl auch nur ein Auge halb offen. Oder es ist die Kamera. Oder meine Ungeduld, wenn ich fertig mit dem Kochen und Backen bin und essen will. Oder was auch immer. Manchmal gelingt's, manchmal nicht. Diesmal allerdings habe ich den Vogel abgeschossen. Ich wollte wieder mal Ischler Krapferl backen. Das will ich jedes Jahr, denn das sind meine absoluten Lieblingskekse (vielleicht abgesehen von den Florentinern meiner Nachbarin...) und jedes Jahr komm' ich drauf, daß ich im Jahr davor wieder nicht das Rezept notiert habe, nach dem ich gebacken habe. Also habe ich mich wieder auf die Suche gemacht und bin bei Kochbar fündig geworden. Beim Ausrollen des Teigs habe ich gemerkt, daß ich in den Jahren zuvor sicher keine Nüsse verwendet habe. Der Teig ließ sich schwer ausrollen, er war sehr krümelig. Trotzdem habe ich tapfer Kekse ausgestochen, sie mit Marmelade gefüllt und mit Kuvertüre überzogen. Die war aber etwas zu fest, und aus Zeitmangel habe ich sie aufgestrichen. Ungeduldig wurde ich auch schon. Dementsprechend sahen die Kekse auch aus. Erschwerend kam hinzu, daß wir, bis ich endlich ein Foto machte, alle Ischler Krapferl bis auf eines aufgegessen hatten (das dauerte nur ein paar Tage...). Dieses letzte Keks stelle ich jetzt also ins Internet. Ganz unten, ganz klein. Wenn Ihr es nicht anschaut, bin ich auch nicht bös. Na, nur das Foto stell ich rein. Das Keks verschwand gleich nach dem Fotografieren spurlos. Denn es schmeckte, so wie seine Vorgänger, hervorragend!

Zutaten:
240 g glattes Mehl
1 Prise Salz
240 g Butter
140 g Staubzucker
180 g Haselnüsse
1 Msp Zimt
Marillenmarmelade zum Füllen
Kuvertüre (Zartbitter) zum Glasieren
zum Verzieren: Pistazien, Haselnüsse, Mandeln...

Mürbteig zubereiten, ca. 1/2 Stunde im Kühlschrank rasten lassen.

Den Teig ausrollen, Kekse ausstechen, im vorgeheizten Backrohr bei 180 Grad ca. 12 Minuten backen. Auskühlen lassen.

Jeweils zwei Kekse mit Marillenmarmelade zusammensetzen. Mit der geschmolzenen Kuvertüre die Kekse überziehen, mit Nüssen verzieren. Gut trocknen lassen.



Kleiner krieg' ich es leider nicht hin...

P.S. Das Keks, der Keks? Beides richtig! Oberhalb der Weißwurschtgrenze ist der Keks männlich, unterhalb kann er auch "es" sein. Sowas muß bei uns immer geklärt werden.

Sonntag, 11. November 2012

Backe, backe, Kuchen

Guido hatte Geburtstag und mag Schokokuchen. Dafür habe ich leider kein idiotensicheres Rezept, denn Schokokuchen backe ich recht selten. Also habe ich meine Backbücher und ein paar Blogs durchsucht, und dann ein Rezept probiert, das Herr lamiacucina in seinem Blog veröffentlicht hat - eine Torta di Mandorle. Sie war sehr schnell fertig und schmeckte schön schokoladig und mandelig. Ich mag die Kombination von Schokolade und Nüssen ganz besonders, das knuspert so schön. Ich schreibe hier nun weder das Rezept auf (das findet Ihr hier), noch stelle ich ein Foto ein, denn so gut wie die von lamiacucina sind meine eh nicht. Aber der Kuchen (scusi, la torta) schmeckt ausgezeichnet.
Ein weiteres Schokokuchenrezept, das ich unbedingt auch probieren möchte, hat Micha gerade veröffentlicht. Dieser Kuchen sieht aus, als würde er süchtig machen...!

Montag, 29. Oktober 2012

Cantuccini und das Haselnussknöpfli-Desaster

Inspiriert von diesem Blog, in dem es meistens mehr ums Nähen und um die Kinder, als ums Backen und Kochen geht, habe ich gestern Cantuccini gebacken. Ich verwende folgendes, sehr leckeres und idiotensicheres Rezept:

2 ganze Eier, 2 Dotter
200g Kristallzucker
eine Prise Salz
200 g ganze, ungeschälte Mandeln (oder einen Teil gemahlen)
300 g glattes Mehl (bei Dinkelmehl 1 Ei mehr verwenden)
1 Messerspitze Backpulver

Eier, Dotter, Zucker und Salz schaumig rühren, Mehl und Backpulver einrühren und dann die Mandeln unterheben.

3 gleich große Rollen formen* und aufs Backblech (mit Backpapier) legen, bei 170 Grad 35-40 Minuten backen.
Aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen (damit man sie angreifen kann), in Stücke schneiden und diese noch 5** Minuten ins auskühlende Rohr geben.

* Solche Anweisungen finde ich immer klasse. Wer die Cantuccini nachbäckt, weiß, warum. Der Teig ist nämlich sehr zäh, und von "Rollen formen" kann keine Rede sein. Ich verteile den Teig mit einem Teigschaber auf drei Portionen auf dem Backblech und streiche die dann irgendwie zurecht. Das sieht dann so aus:


Gebacken, vor dem Schneiden (diesmal etwas blass):


und ganz fertig:



** Wie lange man sie beim zweiten Mal bäckt, hängt davon ab, wie hart man sie haben möchte. Ich persönlich mag sie lieber etwas weicher, aber, wenn man sie härter bäckt, halten sie sicher länger. Obwohl - lange halten tun sie eigentlich eh nie ;)

Als die Cantuccini im Ofen waren, habe ich mehrere Dinge gleichzeitig begonnen. Das war schon der erste Fehler (angeblich sind wir Frauen ja multi-tasking, aber auch das hat seine Grenzen). Die beiden Eiklar, die von den Cantuccini übrig waren, habe ich mit 130 g Zucker vermischt und Spanischen Wind daraus gemacht. (Sie bleiben EWIG im Ofen bei niedriger Temperatur, so 50 oder 60 Grad. Da ich immer wieder nachgeschaut habe und die Zeit verlängert, weiß ich echt nicht, wie lange das gedauert hat).

Wiederum inspiriert von einem Blog habe ich Haselnussknöpfli mit Meerrettich-Birnen-Wirsing ausprobiert. Das sah so gut aus in dem (sehr schönen) Blog! Ist es sicher auch! Zu meiner Verteidigung kann ich sagen, daß ich a) zum ersten Mal in meinem Leben (ja, wirklich!) Knöpfli, Spätzle oder ähnliches gemacht habe (äh, versucht habe, zu machen), und daß es mir b) am passenden Utensil zur Spätzle-Erzeugung fehlt (keine flotte Lotte, Kein Spätzle-Sieb, nur ein paar andere Siebe, die sich als völlig ungeeignet herausstellten). Für den Wirsing hatte ich keinen frischen Kren, sondern nur ein Gläschen (und da habe ich zuviel rausgelöffelt!), und Obers hatte ich auch nicht, nur Sauerrahm. Also, was soll ich sagen - ein Desaster. Ein paar Knöpfli waren essbar, ich bezweifle allerdings, daß die so gedacht waren. Der Wirsing war ganz ok und wäre sicher super gewesen, wenn ich nicht...siehe ein paar Zeilen weiter oben. Mein Nordlicht nahm's gelassen: "Mit Spätzle kannst Du mich eh nicht fangen".Er ist halt halt doch kein Spätzle-Nockerl-Knödel-Esser. Ich mag sie schon, kann aber auch ohne leben. Somit fehlt es mir etwas an Ehrgeiz, das richtig zu lernen. Es gibt Dinge, die kocht man sich halt nicht selbst, sondern ißt sie nur im Restaurant. Das Wirsing-Rezept werde ich mir aber merken und das nächste wirklich nach Anleitung machen. Wär doch gelacht! Ein halber Wirsing-Kopf wartet ja noch im Kühlschrank.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Muttis Mohnzopf

Auf besonderen Wunsch meines Nordlichts habe ich wieder mal den Mohnzopf nach dem Rezept meiner Mutter hergestellt (sag ich mal so - sie wird es auch nicht erfunden haben, aber ich weiß nicht, woher sie es hat). Ich musste mich nicht lange überreden lassen. Für Mohnjunkies ist er einfach unwiderstehlich!!!

Zutaten:
200 g Mehl, 1 gestrichener TL Backpulver, 1 Prise Salz, 1 Päckchen Vanillezucker
150 g Butter
200 g Topfen

für die Fülle:
200 g geriebener Mohn
4 EL heiße Milch
100 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
Zitronenschale

Zubereitung für Chaoten (also so Leute wie ich, die den Teig kneten, und dann mit klebrigen Händen draufkommen, daß Blech und Backpapier noch gut in der Lade verstaut sind und die Fülle noch nicht fertig ist):

1) Die Zutaten für die Fülle vermischen, sie darf ruhig etwas feucht sein, aber immer noch krümelig
2) Backblech rausholen
3) Backpapier zuschneiden, dann ein nasses Tuch auf die Arbeitsplatte legen, das Backpapier darauflegen
4) Mehl und die anderen trockenen Zutaten vermischen, mit der Butter abbröseln - hier versagt meine geliebte Kitchen Aid, Handarbeit ist angesagt (ich kann es nicht leiden, wenn meine Hände teigverklebt werden, aber was soll man machen, mit der Küchenmaschine funktionert dieser Teig einfach nicht)
5) Topfen dazukneten

Das geht alles recht schnell und einfach, und man muß den Teig vor dem Auswalken nicht einmal rasten lassen (laut Rezept schon, habe ich gerade entdeckt; aber ich habe ihn heute versehentlich sofort weiterverarbeitet, und das klappte hervorragend).

6) den Teig auf das Backpapier legen und ausrollen (wenn man den Teig auf der Arbeitsplatte ausrollt, hat man nachher das Problem, daß man ihn, ohne ihn zu zerreissen, auf das Backpapier verfrachten muß; daher diese Sache mit dem nassen Tuch...)
6) das mittlere Drittel des Teigs mit der Fülle bestreichen
7) die äußeren zwei Drittel des Teigs in etwa 2 cm breite Streifen radeln


Dann wird der Zopf geflochten. Das hat mir meine Mutter nie gezeigt (auch nicht das Radeln - kann sein, daß man das versetzt machen muß), ich habe immer nur das Endergebnis gesehen.


Ich fange immer falsch rum an, deswegen ist auf dem Teig jetzt außen Mohn (ich mußte ihn noch einmal auseinanderfalten). Also immer zuerst das Endstück einfalten, und dann die geradelten Finger abwechselnd übereinanderlegen. Dann wird der Mohnzopf noch mit Eigelb bestrichen.


Ich finde, er sieht gar nicht so schlecht aus. 20-30 Minuten bei 200 Grad backen.

8) Als Draufgabe kann man noch eine Zuckerglasur machen. Dazu kocht man 60 g Zucker und 1/16 l Wasser aufgekocht, "bis zum kleinen Flug". Ja, ich frage mich auch immer wieder, wie das genau aussehen soll. Siehe Exkurs weiter unten. Heute ist die Glasur mal gelungen, daher gibt es eine genaue Anleitung: die Zuckerlösung bei starker Hitze (blubbert ganz schön stark) kochen, und zwar 2 Minuten (als moderne Hausfrau habe ich das mit der Stoppuhr des I-Pads gestoppt), dann rinnt sie nicht mehr vom Löffel, sondern zieht sich schon etwas, und dann muß man sie schnell auf den Zopf auftragen, bevor sie richtig fest wird.

Als der Mohnzopf fertig war, habe ich vergessen, ihn zu fotografieren, weil ich so gierig darauf war, ihn gleich anzuschneiden. Daher gibt es nur noch ein Teilfoto:


Das Prinzip mit dem kleinen Flug ist so: die Zuckerlösung soll eine Temperatur von 112-113 Grad erreichen. Dazu kocht man sie bei starker Hitze. Zur Probe taucht man eine kleine Drahtschlinge hinein und bläst dann vorsichtig durch, dabei soll sich eine Blase bilden. Soweit die Theorie. Die Praxis schaut so aus, daß ich weder eine Drahtschlinge habe noch ein Thermometer (letzteres würde sich vielleicht mal lohnen), und die Glasur daher entweder steinhart oder so klebrig wird, daß der Mohnzopf an den Zähnen kleben bleibt. In jedem Fall schmeckt er sensationell, ist aber vielleicht schwierig zu essen, wenn das mit dem Zucker falsch läuft. Aber mit meiner Anleitung von heute sollte es klappen!

Dienstag, 14. August 2012

Ich hab's noch mal getan!!!

Nach dem großen Erfolg mit dem Zwetschgenfleck (ich wurde übrigens mehrfach darauf aufmerksam, daß ich ehebedingt bereits eingedeutscht bin, denn österreichisch schreibt sich die Zwetschge mit "k") habe ich mich über meinen zweiten Plunderteig gewagt. Diesmal habe ich mich - nach einem Rezept von Homemade - über Mohnkronen, Nußschnecken, Powidltascherl und Pudding-Plunder getraut:



Ich weiß zwar nicht genau, wie Homemade die Butter in den Gefrierbeutel bekommt (siehe Rezept in ihrem Blog), ohne eine Schweinerei zu veranstalten, aber dafür ist die Butter nach der Zeit im Kühlschrank schön rechteckig, und man kann sie ganz elegant aus dem Sackerl schneiden und auf den Teig legen.

Die Plunderdingelchens schmecken sehr, sehr lecker! Es zahlt sich wirklich aus, das mal selbst zu machen!! Allerdings haben mich vier Sorten dann doch etwas überfordert, das nächste Mal mache ich nur zwei. Meine Favoriten sind die Mohnkronen und die Nußschnecken - beide sind echt schnell und einfach geformt!

Donnerstag, 9. August 2012

Plunder oder nicht Plunder - that's the question

Er haut mich um!! Der Zwetschgenfleck ist genauso geworden, wie ich ihn mir vorgestellt habe! Mein Mann meinte heute in der Früh schmunzelnd: "Anfängerglück". Ich glaube zumindestens, daß er geschmunzelt hat, denn ich lag noch im Bett und hatte keine Brille auf, als er zur Arbeit fuhr...


Ob sich der Plunderteig gelohnt hat, weiß ich jetzt wieder nicht.

Mittwoch, 8. August 2012

Zwetschgenfleck

Okay, das ist jetzt ziemlich geschummelt. Denn diesmal kommt gar nichts aus meinem Garten. Ich hatte nur einfach Lust, einen Zwetschgenfleck zu backen, so einen wie aus der Konditorei, mit dünnem Teig und ganz vielen Früchten und dann noch Tortengelee obendrauf! Beim googeln fiel mir dieses Rezept der Konditorei Baumgärtner in Gmunden in die Hände:


Ui, das ist jetzt definitiv zu klein...ich muß mit dem I-Pad wohl noch ein bißchen üben. Morgen gibt es das Rezept dann auch lesbar. Heute bin ich schon etwas müde. Der Plunderteig war doch eine Herausforderung! Bisher hatte ich mich nie d'rübergetraut, aber im Moment habe ich URLAUB, und zwar einen Monat :)) und da habe ich Zeit und Muße für solche Experimente. Jetzt ist der Kuchen fertig und sieht so aus:


Ich erzähle morgen, wie er geworden ist. Vielleicht haut er mich um. Vielleicht hat sich der Aufwand mit dem Plunderteig aber auch nicht gelohnt, und das nächste Mal wird's wieder ein normaler Germteig...
Ich schneid ihn jetzt mal an ;)