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Sonntag, 23. November 2014

Abgebaut

Erinnert Ihr Euch noch? Im Mai hatte ich wahnsinnig stolz über mein selbstgebautes Bohnengerüst berichtet. Ich hatte es aus Bambusstangen und einem Jutenetz gebaut. Wunderbar. Es sah so hübsch aus. Und professionell. Nur, was ich im Frühling immer nicht bedenke: Pflanzen wachsen. Ja, könnt Ihr sagen, dass ist ja der Sinn eines Gemüsegartens, dass die Pflanzen wachsen! Natürlich. Aber ich vergesse immer, wie groß Pflanzen werden können, und dass sie dann auch schwer werden. Die Bohnen wuchsen und wuchsen also (obwohl es ihnen sichtlich nicht so recht war, sich an dem Netz hochzuranken, die Bambusstangen alleine hätten Ihnen viel besser gefallen), und sie wurden schwer und schwerer, und die obere Stange bog sich bedenklich durch, die seitlichen kippten in die Mitte. Es hielt trotzdem bis zum Herbst, dann offenbarte sich aber das nächste Problem: Die Pflanzen ließen sich nicht mehr im Guten vom Netz trennen. Unzählige Schlingen schlangen sich durch, ich hätte jede einzelne mehrmals durchschneiden und abwickeln müssen. Also habe ich das ganze Ding (Netz und Grünzeug) in die Biotonne geworfen. Jute verrottet ja auch. Obwohl ich es gerne nächstes Jahr für die Gurken verwendet hätte. Etwas wegzuwerfen, das noch intakt ist, gefällt mir nämlich gar nicht. 
Dem Tomatengerüst ging es übrigens ähnlich. Unter dem Gewicht der vielen Tomaten wäre es beinahe zusammengekracht, aber das Nordlicht verstärkte es mit weiteren Stangen und versprach eine Dauerlösung im nächsten Jahr. 

Samstag, 13. September 2014

Gemüsefische

Wer meint, der Titel weist auf ein neues Rezept hin, irrt. Es geht auch nicht um eine Art von veganem Fischersatz, sondern um die Verbindung von Fischzucht und Gemüseanbau, Aquaponic genannt. In letzter Zeit bin ich öfter darauf gestoßen, und ich finde das Konzept toll. Inspiriert vom letzten Beitrag von Sonntagsgewand, in dem sie über das Dilemma beim Fischkauf berichtet, habe ich noch einmal nachgelesen. "In einem Aquaponicsystem gedeihen Gemüse und Fisch gemeinsam in einem natürlichen Kreislaufsystem, ganz so, wie es uns die Natur vormacht" - kann man auf der Startseite von Aquaponic Austria nachlesen. 

Aquaponic verbindet Aquakultur (also die Fischzucht in Becken) mit hydroponischem Pflanzenbau. Letzteres ist der Anbau von Pflanzen in einer Nährstofflösung ohne Erde. Bei Aquaponic bekommen die Pflanzen ihre Nährstoffe von den Fischen - das ist jetzt recht verkürzt dargestellt. Genaueres dazu findet Ihr auf der Website von Aquaponic Austria. Dort finden sich auch einige Bilder von Aquaponic-Anlagen für den Hausgebrauch. Denn das System funktioniert auch im Kleinen. Sensationell! Ich muss gleich mal in den Garten gehen und nach dem geeigneten Standort dafür suchen ;-) 

(Beim Lesen des letzten Satzes verdreht das Nordlicht gerade die Augen. Angesichts meiner vielen Gartenprojekte in unserem Minigarten eine verständliche Reaktion. Aber wäre es nicht traumhaft, nicht nur eigenes Gemüse, sondern auch eigenen Fisch zu züchten, der garantiert Bio ist und nicht zur Überfischung der Weltmeere beiträgt?)

Freitag, 22. August 2014

Selbstgebraut

Alle Jahre wieder, im Frühling, bereite ich die vom Nordlicht gefürchtete Brennnesseljauche zu. Gefürchtet deshalb, weil sie...stinkt. Jauche halt. Ich wurde schon gebeten, ein appetitlicheres Wort dafür zu wählen. Aber erstens ist die Bezeichnung "Jauche" nicht meine Erfindung, und zweitens kommt mir das vorgeschlagene "Brühe" auch nicht besser vor. Egal. Ich behaupte (und unzählige Autoren von unzähligen Biogärtner-Büchern tun das auch), dass sie nur stinkt, während man sie umrührt. Oder wenn man sie ausbringt. Also besser nicht vor dem Grillfest die Terrassen-nahen Tomatenpflanzen damit düngen...

Man nehme:
1 kg Brennnesseln, etwas kleingeschnitten
10 l (Regen-) Wasser

...und gibt Pflanzen und Wasser in einen Holz- oder Plastikkübel (kein Metall, warum, weiß ich nicht) und bedeckt den Kübel mit einem Netz oder Gitter, damit keine Tiere reinfallen. Zweimal täglich umrühren. Solange die Mischung schäumt, ist sie noch nicht fertig.



Die fertige Jauche ist dunkelbraun, die Brennnesseln sind dann großteils zersetzt (höchstens ein paar dicke Stiele schwimmen noch herum. Ich siebe die Jauche allerdings nie, die Pflanzenreste sinken ohnehin zu Boden).




Die reife Jauche ist 1:10 oder 1:20 verdünnt ein guter Dünger für Starkzehrer, also Gemüsepflanzen, die viel Stickstoff brauchen. Außerdem wirkt sie schädlingsvertreibend. Die noch junge Jauche kann zum Stärken von Jungpflanzen eingesetzt werden (die Pflanzen dazu vor dem Auspflanzen kurz in die Jauche tauchen). 1:50 verdünnt kann sie gegen Blattläuse eingesetzt werden (Blätter einsprühen). Achtung: niemals die reife Jauche auf Blätter sprühen, das ätzt zu stark!

"Die Jauche ersetzt nicht die Verbesserung des Bodens mit Kompost, Wurmkompost oder Gründüngung, sondern sind eine pflanzenstärkende Nachdüngung und für Starkzehrer und Mittelzehrer besonders interessant." 
Quelle: "Biodünger selber machen" von Andrea Heistinger und Alfred Grand.

P.S.: Eben lese ich im Duden online - auf der Suche nach eventuellen Übersetzungen des Worts "Jauche" für meine zahlreichen bundesdeutschen und schweizerischen Leser ;-) 
"1. übel riechender, flüssiger Dünger aus tierischen Fäkalien, die aus den Ställen in eine dafür vorgesehene Sammelgrube ablaufen.
2. (umgangssprachlich abwertend) bestimmte Flüssigkeit von äußerst schlechter Qualität" (Quelle: http://www.duden.de/rechtschreibung/Jauche)
Ich halte hiermit fest, dass ich meine Brennnesseljauche davon abgrenzen möchte. Denn sie ist weder tierischen Ursprungs noch "von äußerst schlechter Qualität"!!!

Donnerstag, 31. Juli 2014

Ausgeizen

Jaja, rätselt nur schön! Zu Beginn meiner Bio-Gärtnerinnen-Karriere ;) wusste ich auch nicht, was das heißt. Ich hörte das Wort zum ersten mal am Biohof Fairleben in Allhaming (OÖ), wo ich mir beim alljährlich am letzten Aprilwochenende stattfindenden Jungpflanzenfest die ersten Tomatenpflänzchen für die Hochbeete kaufte. Da fragte eine Besucherin: "Muss man die ausgeizen?" Ich kam mir recht blöd vor ob der gescheiten Frage und traute mich gar nicht, zu fragen, was "ausgeizen" denn bedeuten soll. Ich kam mir gärtnerisch noch recht ungebildet vor. Mittlerweile weiß ich es: Tomatenpflanzen (manche Sorten mehr, manche weniger) neigen dazu, in den Blattachseln Triebe zu bilden und sich dadurch wild zu verzweigen.


Sie machen das vorzugsweise heimlich, still und leise. Ich schaue regelmäßig nach, aber immer wieder entdecke ich Triebe, die bereits einen halben Zentimeter dick und 30 cm lang sind! 

Durch die Verzweigungen steckt die Pflanze recht viel Kraft in die neuen Triebe und Blätter. Daher ist es  bei einigen Sorten besser, "auszugeizen", also diese Triebe abzubrechen. Am besten, wenn sie noch recht jung sind, dann geht das leicht mit den Fingern, und man verletzt die Pflanze nicht so stark wie bei größeren (dickeren) Trieben. Dann kann die Pflanze ihre Kraft in den Hauptrieb stecken. Wie stark ausgegeizt wird, ist laut Andrea Heistinger (nachzulesen in meiner Gemüsebibel: "Arche Noah Handbuch Biogemüse") eine Geschmacksfrage und "hängt auch von der Sorte und vom Befallsdruck mit Pilzkrankheiten ab"*. Cocktailtomaten müssen nicht ausgegeizt werden, buschförmig wachsende Sorten und Sorten mit feinen Trieben und Blättern wie die "Gelbe Johannisbeere" sollten nicht ausgegeizt werden. Und: "Je enger die Pflanzen stehen, desto stärker muß ausgegeizt werden"*. 

*Quelle: Andrea Heistinger: Arche Noah Handbuch Biogemüse - Vielfalt für den eigenen Garten. ISBN 978-3-7066-2459-6

Dienstag, 29. Juli 2014

Heimlichtuerei

Kennt Ihr das? Man startet nichtsahnend eine Gartenrunde. Mal nachsehen (so wie jeden Tag), was das Gemüse so treibt. Ein paar Raupen des Kohlweißlings entfernen. Hier und da verwelkte Blätter abzupfen. Und da entdeckt man es: Gemüse, das über Nacht doppelt so groß geworden ist! Triebe, die in den Blattachseln der Tomaten 30 cm gewachsen sind! Pfefferminze, die das halbe Kräuterbeet überwuchert hat! Okay, letzteres ist eigentlich ganz normal, Minze wächst nun mal sehr schnell. Und sehr heimlich, weil sie lange Zeit Triebe schon mal einen halben Meter weit unterirdisch schickt, bevor diese an die Oberfläche kommen, und man sich dann wundert, warum DORT plötzlich Minze im Beet steht. Tja, ich glaube, meine Nachbarinnen sollten öfter auf einen Hugo vorbeikommen ;-). 

Das ist der Übeltäter von heute:

Costates Romanesco
Eben geerntet. Und natürlich viel zu groß. Zucchini schmecken viel besser, wenn man sie jung erntet. Ein paar hatte ich auch schon früher abgeschnitten. Aber irgendwie habe ich nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht damit gerechnet, dass es dieses Jahr mit den Zucchini klappt. Sie schienen bisher in jedem Garten zu wachsen, nur nicht in meinem. Und dieses Jahr war noch dazu eine der beiden Jungpflanzen abgeknickt, weswegen ich eigentlich dachte, dass sie überhaupt bald sterben würde. Trotzdem habe ich erste Hilfe geleistet und die Stelle liebevoll verbunden (Die Kniescheibe meiner Mutter wurde ja auch geflickt. Keiner kam auf die Idee, sie (meine Mutter) zum Verwelken wegzuwerfen), und - siehe da - heute schaut die Pflanze so aus:

Verbunden und mit Krücke
Wenn ich die Pflanzen setze, rechne ich immer nicht damit, dass sie so riesig werden. Sie sind ja so klein und haben so niedliche Blätter. Aber man sollte den Gartenbüchern ruhig vertrauen! 

Links besagte Costates Romanesco, daneben die Zucchetta und zwei Gurkenpflanzen
Zum Flicken habe ich ein Baumwollband verwendet, dass ich bei British Garden gekauft habe. Ich nehme es auch zum Festbinden von Pflanzen, weil es nicht einschnürt und elastisch ist.


Es ist laut Hersteller kompostierbar (wenn auch gefärbt, hoffentlich mit nicht giftigen Farben) und sonst wiederverwendbar.

Die zweite Zucchinipflanze ist ein Zucchetta. Sie wächst -  oder eigentlich - wuchert, in alle Richtungen. Sie hat viele Knospen, aber bisher nur eine Blüte. Ich bin gespannt, ob sie mir Früchte schenken wird. Eben habe ich gegoogelt und dabei einen Artikel vom Standard aus dem Jahr 2009 gefunden. Da finden sich folgende beängstigende Worte*: 

"Sollten Sie eine dieser Pflanzen ziehen wollen: Sorgen Sie dringend für ein ordentliches Gerüst, am besten ein pergolaartiges. Zu erwarten sind mindestens vier, fünf Meter lange Triebe, an denen die Früchte herabbaumeln. Schaut sehr nett aus. Wenn man's vorher weiß ..."

Blöd, die Pergola ist nämlich schon von Weinstöcken besetzt...

So, jetzt muss ich mir etwas für die Zucchini überlegen. Vielleicht kombiniere ich sie mit Minze und Ricotta und mache leckere Nudeln daraus: Zucchini in Scheiben anbraten, mit der Gabel zerdrücken, mit Ricotta mischen, mit Minze würzen. Dazu am besten Muschelnudeln, die die Sauce schön auffangen. Salz, Pfeffer, Parmesan, eh klar. (Ein leckeres und schnelles Rezept von einem italienischen Freund.)

*Quelle: standard.at, Artikel "Sizilianische Orgie" vom 17. Juli 2009, 16:00 Uhr, Link: http://derstandard.at/1577836919847/Sizilianische-Orgie  

Freitag, 23. Mai 2014

Selbstgebaut

Sehr stolz bin ich auf mein selbstgebautes Bohnen-Rankgerüst.


Im Hintergrund unser 800-Liter-Regenwassertank
Vorbei die Zeit, in der ich, den wachsenden Bohnenpflanzen hinterher, eine Bambusstange nach der anderen in die Erde steckte und wahllos dazwischen Schnüre festband. Das neue Luxus-Rankgerüst besteht aus 5 Stangen (ich glaube, sie sind 210 cm lang), Verbindungsstücken aus dem Internet und einem Netz aus Jute. Ich bin ja sehr gespannt, wie lange das hält. Das Jute-Netz war nicht teuer (nur ein paar Euro) und immerhin ist es biologisch abbaubar.

Stolz bin ich auch, dass ich das bei Nieselregen und lächerlichen 9 Grad gemacht habe. Nach einem milden Winter und einem sehr frühen und warmen Frühling werden wir im Moment ja dauerberegnet. Und da es zu kalt ist, stehen in unserem Wohnzimmer seit Wochen die Jungpflanzen im Weg rum. Ich freue mich schon so auf nächste Woche, wenn der versprochene Sommer kommt, und ich endlich alles einpflanzen kann. Die Pflanzen können sich im Moment ja gar nicht richtig entwickeln, und außerdem hatte ich schon eine Läuseplage. Ich habe also alle befallenen Pflanzen händisch von Läusen befreit und teilweise mit stark verdünnter junger Brennnesseljauche besprüht (das Grün oder nur die Erde). Das soll helfen.

Ebenfalls selbstgebaut, aber vom Nordlicht, ist das neue Tomaten-Gerüst aus Bambusstangen. Ein Foto habe ich noch nicht, und jetzt ist es zu dunkel zum Fotografieren.

Montag, 7. April 2014

Nachwuchs

Kirsche und Apfel freuen sich, die Geburt ihres Pfirsichbäumchens bekannt zu geben! Eltern und Kind sind wohlauf. Das kleine Bäumchen steht in einem kleinen Töpfchen auf der Terrasse und wird dort natürlich besonders gehegt und gepflegt, damit es uns bereits in diesem Sommer mit den ersten Pfirsichen erfreut.



Außerdem sind 500 Regenwürmer bei uns eingezogen. Sie werden in Zukunft unsere Küchenabfälle in wertvollen Wurmhumus umwandeln.



Sie haben ihr eigenes Haus im Schatten. Damit ist das Problem "Kein Platz für den Komposthaufen" gelöst. Ich werde darüber noch genauer berichten.

Freitag, 16. August 2013

Der ultimative Anti-Schneckenschutz!

Dieses Jahr wäre ich beinahe verzweifelt angesichts der unglaublichen Nacktschneckenplage, die meinen Garten (und alle anderen Gärten im Umkreis und wahrscheinlich überhaupt alle Gärten im Frühlingsverwaschenen Mitteleuropa) heimsuchte! Mein Kräuterbeet hat nämlich leider keinen Schneckenschutz wie meine Hochbeete.
...und auch sonst haben die Schnecken im Garten gewütet. Sie vermehrten sich trotz des mittlerweile sehr großzügigen Einsatzes des eisenhältigen ("Bio") - Schneckenkorns gewaltig und gaben den Kräutern und Stauden keine Chance. Vielleicht sind sie immun geworden? Wer weiß...
Da fiel mir der Sack "Slug gone" ins Auge, den ich letztes Jahr auf der Welser Messe "Blühendes Österreich" bei British Garden (beheimatet in Graz) gekauft hatte. 



Eigentlich hatte ich ihn für die Kartoffelplantage meines Nordlichts besorgt, er fand aber keine Verwendung und wartete im Schuppen auf mich.
Darin sind Pellets aus Schafwolle, die man flächendeckend um die Pflanzen auf die Erde legt. Zweifelnd breitete ich das Zeug auf der Erde meines Kräuterbeets aus. Und ES IST SENSATIONELL!!! Die Kräuter haben sich erholt, die Schnecken gehen wirklich nicht auf die Schafwolle! 



Gleichzeitig wirkt die Wolle als Mulchdecke. Und sie sieht aus wie Erde. 

Ich brauchte einen 3,5 l - Sack für mein Kräuterbeet, das 2,5 m lang und 40 cm breit ist. Die Wolle hält ein Jahr und kommt damit viel günstiger als die Unmengen an Schneckenkorn, die ich dieses Jahr schon verwendet habe. Wenn man ein offenes Beet hat, könnte ich mir vorstellen, daß es reichen würde, einen "Schutzwall" von 10 cm Breite um das Beet anzulegen, man müsste vermutlich nicht die ganze Fläche zwischen den Pflanzen bedecken. Wichtig ist, daß nichts überhängt, weil die Schnecken dort sonst raufkriechen. 

Samstag, 3. August 2013

Putzige Schmetterlinge

So gefreut hatte ich mich vor 2 Jahren über die Schmetterlinge in meinem Garten. Die soll man ja, ebenso wie Bienen und Hummeln anlocken und schützen. Sie sind ja so nützlich. Was ich in meiner Stadtkind-Blauäugigkeit noch nicht wußte - die kleinen weißen Schmetterlinge, die da so eifrig um's Hochbeet schwirren, gehören zur Art des Kleinen Kohlweißlings. Der legt seine winzigen Eier einzeln an der Blattunterseite (und manchmal auch an der Blattoberseite) von Kohlpflanzen (z.B. Weisskraut, Brokkoli) ab. Daraus werden dann Raupen in Tarnfarbe (komplett grün), die so eine wachsende Kohlpflanze völlig kahl fressen können.


Ich lernte also, die Blattunterseiten auf Eier und die ganze Pflanze auf Raupen abzusuchen, und zwar TÄGLICH. Vergisst man einmal, bereut man das bald. Auch, wegen der Proteinzulage im Gemüse, nachzulesen hier.

Dieses Jahr habe ich mir im Baumarkt ein Schutzvlies gekauft und alle Pflanzen eingehüllt. Das sieht vielleicht etwas eigenartig aus, ist aber sehr wirksam. 


Es empfiehlt sich, trotzdem alle paar Tage nachzuschauen. Die Kohlweisslinge sind intelligenter als man glaubt. Sie finden einen Weg unter's Netz, aber nicht mehr so oft. 

Vorne im Bild: Brokkoli; dahinter: Weißkraut und Bohnen

Samstag, 20. Juli 2013

Knoblauchernte

Lange hat es gedauert, aber heute konnte ich den Knoblauch ernten. Im Herbst (Ende September/Anfang Oktober) hatte ich die Zehen in die Erde gesteckt. Dann kam ein warmer Herbst, und sie trieben aus. Ich hätte nicht gedacht, dass die kleinen grünen Triebe den Winter überleben. Ende April waren die Pflänzchen noch recht klein. Glücklicherweise wurden sie nicht, so wie die Zwiebeln, Opfer meiner (und anderer?) Katzen, die die frische Erde im Hochbeet gerne als Katzenklo benützen.
Ich war zwar vorgewarnt (nachzulesen in Andrea Heistingers "Arche Noah Handbuch Bio-Gemüse"), trotzdem habe ich es geschafft, den richtigen Erntezeitpunkt zu übersehen. Einige der Knollen hatten sich schon geöffnet und sind damit "anfällig für Pilzkrankheiten und nur begrenzt lagerfähig".


Sie werden also als erste verarbeitet. Die anderen werden getrocknet.


Die Brutknöllchen an der Spitze der Pflanzen möchte ich wieder setzen.


Die Brutknöllchen "ausgezogen". Leider ist mir kein scharfes Bild gelungen. Die Kamera ist unauffindbar, und der Blackberry taugt leider nicht viel als Kamera...

Allerdings weiß ich nicht, ob ich Karl Ploberger ("Der Garten für intelligente Faule") vertrauen soll, in dessen Tabelle auf Seite 141 nachzulesen ist, dass man Knoblauch nicht neben allen möglichen Pflanzen setzen soll, oder Marie-Luise Kreuter ("Der Biogarten"), die meint, dass man ihn eigentlich überall dazwischen stecken kann. Auf jeden Fall sollte er nicht zusammen mit Zwiebeln, Lauch oder Schnittlauch stehen, da sie alle die Lauchminierfliege als Schädling anlocken. Das ist bei mit aber bisher nicht passiert, obwohl Lauch und Knoblauch nebeneinander wuchsen...
Ach, ja, der Lauch...nicht alle Halme haben das Umgraben durch die Katzen überlebt, und dann dachte ich, das wird nie was. Aber man muß nur Geduld haben, mittlerweile schaut der eine oder andere schon wie Lauch aus. Entfernt jedenfalls.

Die vielen Holzstäbchen in der Erde sind der Anti-Katzenschutz für die zarten Lauchpflänzchen


Samstag, 29. Juni 2013

Schön langsam wird's

Vor einigen Wochen hatte ich mich über den nicht vorhandenen Frühling beschwert und darüber, was das Wetter mit meinen Gemüsepflänzchen angestellt hat. Da war ich wetterbedingt eh schon spät dran mit dem Auspflanzen, und dann das: Hagel!


Mittlerweile gab es ja ein kurzes Hochsommer-Intermezzo, und seitdem hat sich das Blatt gewendet. Die Hitze bescherte dem Garten einen ordentlichen Wachstumsschub. Und bei jedem Sonnenstrahl, der seitdem zwischen den Wolken hervorblitzt, strecken sich die Pflanzen tapfer der Sonne entgegen.

Endlich konnte ich auch den ersten eigenen Salat ernten. Geschmackloser Supermarkt-Salat - adé! Die beiden Pflücksalatmischungen "Misticanza" und "Oriental Mix" von Reinsaat sind einfach unvergleichlich gut und wachsen schnell. Zwischen diesen beiden Fotos liegen nur 12 Tage:


Im Hintergrund links selbstgesätes Weisskraut, das sich hervorragend entwickelt
Die einzigen, denen der viele Regen richtig gut gefällt, sind die Fenchelpflänzchen. 


Ich hatte sie, so wie auch Brokkoli, Weisskraut, Lauch (Porree) und Zucchini im Minigewächshaus selbst gesät. Damit habe ich ja relativ wenig Erfahrung. Die meisten Gemüsepflanzen kaufe ich noch bei der Arche Noah.


Der Mangold, der den Winter überstanden hat, ist in die Höhe geschossen und in Blüte gegangen. Ich dachte, ich schau mir das mal an, weil mich schon so einige Gemüsepflanzen und Kräuter mit wunderschönen Blüten überrascht haben, aber Mangold blühen zu lassen, zahlt sich optisch nicht wirklich aus.


Der Knoblauch, den ich im Herbst gesetzt habe, ist seit dem letzten Sturm etwas in Schieflage. Ich warte darauf, daß die Stängel gelb werden, denn dann soll er reif zur Ernte sein.


Im Hintergrund, zwischen den Holzsteckerl (die zum Schutz vor den Katzen in der Erde stecken), wächst Lauch (Porree). Allerdings wächst er nicht wirklich, ich bezweifle sehr, daß aus den Pflänzchen noch stattliche Lauchstangen werden...

Weisskraut und Brokkoli werden noch nicht vom Kohlweißling heimgesucht, daher brauchen sie noch kein Schutznetz. Nach den Erfahrungen des letzten Jahres (nachzulesen hier und hier) weiß ich aber, daß ich eines besorgen muß!


Die Tomaten wuchern ziemlich. Durch das Regenwetter war ich etwas nachlässig mit dem Ausgeizen. Man soll ja die kleinen Triebe, die regelmäßig in den Blattachseln wachsen, abzupfen, damit sich ein starker Stamm entwickeln kann. Das habe ich etwas übersehen, sie werden dieses Jahr eher buschig.

Die Pflanztaschen inklusive Weidengeflecht habe ich bei British Garden gekauft.

Im Topf habe ich letztes Frühjahr auch Topinambur gepflanzt, im April sah das so aus:


Jetzt so:


Man kann den ab Herbst und den ganzen Winter über Knollen aus der Erde ausgraben.

So, jetzt seid Ihr wieder auf dem neuesten Stand. Bald gibt es hoffentlich wieder etwas aus der Gartenküche (außer Salat).

Ich freue mich über Kommentare.

Sonntag, 28. April 2013

Es grünt so grün

Der nun doch sich entwickelnde Frühling bringt mich darauf, daß in unserem Garten (und den Gärten ringsrum) noch die Frühblüher fehlen. Das Gras (und was da sonst noch so wächst...wir haben den Kampf gegen das Unkraut im Rasen auch dieses Jahr wieder früh verloren) ist schön grün, die beiden Obstbäumchen bekommen ihre Blätter, die Bambushecke hat den Winter gut überlebt, ein paar Gräser auf der Böschung treiben aus, der Schnittlauch wächst, aber Blüten gibt es kaum. Als ich vor ein paar Tagen in der Stadt war, fiel mir auf, daß a) der Frühling dort schon viel weiter ist (obwohl nur 1/2 Autostunde entfernt und nur 100 m näher zum Meeresniveau) und b) mir im Garten eben blühende Büsche und Bäume fehlen. Mit Bäumen ist das so eine Sache, denn unser Garten ist klein, und die beiden Obstbäume werden ihn vermutlich irgendwann recht ausfüllen. Es müssen also Zwergbäume oder Sträucher her, und blühende Stauden. Ich bin schon am Ideensammeln...

Im März bot sich noch ein etwas trauriges Bild, besonders im Vorgarten, wo recht wenige Sonne hinkommt und die Reste der Stauden vom letzten Jahr und die Blätter des Ahorns ganz nass am Boden lagen:



Ein bißchen Grün hat sich aber unter der Schneedecke herausgewagt:


Zu meinem Entzücken (und Erstaunen) haben Knoblauch (im Hochbeet) und Zwiebeln (im Topf) unter der Schneedecke überlebt, obwohl sie noch vor dem Winter ausgetrieben waren und Ende November sehr verletzlich aussahen.

Der Knoblauch Mitte April, jetzt bereits doppelt so groß!
Die Erde in den Hochbeeten ist ordentlich abgesackt, da muß ich auffüllen, weil mir das jetzt zu niedrig ist zum Arbeiten (ich habe die Hochbeete ja wegen der Bequemlichkeit).


Die grünen Tupfer da hinten sind einige Mizuna-Pflanzen aus der Oriental Mix-Pflücksalatmischung von Reinsaat, die den Winter ganz ohne mein Zutun überdauert haben und in den letzten Tag stark gewachsen sind. Ganz hinten links der Five Colours-Mangold, dessen Reste ich zweimal umgesetzt habe - einmal im Herbst von einem Hochbeet ins andere, damit er in den Genuß des Kälteschutztunnels kommt, und das zweite Mal vor ein paar Wochen, damit er etwas früher Sonne abbekommt. Meine Beete stehen nämlich aus Platzmangel an der Westseite des Hauses, da dauert es etwas, bis die Sonne das nördlichere Beet erreicht. Und - siehe da - der Mangold lebt noch und wächst!


Im Kräuterbeet entdeckte ich vor kurzem die jungen Triebe einer mir unbekannten Pflanze. Kein Schildchen mehr da, und natürlich keine Erinnerung mehr daran, was dort letztes Jahr gewachsen war. Also mal stehen lassen und abwarten.

Vor 2 Wochen
 Kurz danach stellte sich durch eine Geruchsprobe heraus - es ist das Maggikraut (Liebstöckel), das mir meine Mutter letztes Jahr verehrt hat (für die Rindsuppe).

Gestern
In nur zwei Wochen ist es so groß geworden, daß ich es in einen Topf gesetzt habe. Schließlich soll im Kräuterbeet auch noch etwas anderes wachsen. Das gleiche galt für den Oregano. Der hatte sich letztes Jahr ein Drittel des Kräuterbeets erobert und musste daher diesen Frühling in einen Topf umziehen. Klingt leicht, ist es aber nicht. Der Oregano wehrte sich mit Händen und Füßen mit allen Wurzeln gegen die Übersiedlung.

Topinambur konnten wir im Winter jederzeit ernten. Ich hatte ein paar Knollen in einen großen Topf gepflanzt, aus Angst, daß er sich sonst im ganzen Garten ausbreiten könnte. Nun ist er wieder ausgetrieben, dafür reichten 3 Tage mit schönem Wetter:


Ich hatte mir spät, aber doch noch die Zeit genommen, ein bißchen was in uralte Torftöpfchen in einem Mini-Gewächshaus auszusäen, das jahrelang unbenutzt im Keller rumkugelte. Ich war ganz erstaunt, wie schnell die Samen keimten, und habe sie vorige Woche in Töpfchen umgepflanzt.


Vorgestern war in Salzburg am Kajetanerplatz ein Setzlingsmarkt, da war auch der Klarlbauer da, der die Arche Noah-Kunden beliefert. Ich habe ja schon vor längerem Jungpflanzen bei der Arche Noah bestellt, die werden Mitte Mai geliefert. Mir fehlten aber noch Tomaten, Paprika und Chilis, die konnte ich am Setzlingsmarkt besorgen. Jetzt muß ich nur noch überlegen, wo ich was unterbringe. Fruchtfolge, gute und schlechte Nachbarn, und so...

Noch werden alle Pflänzchen tagsüber hinaus und nachts wieder ins Haus gestellt.
Nun hat das Nordlicht doch gemäht! Der "Rasen" sah eigentlich recht hübsch aus mit den vielen Gänseblümchen (die kommen ja zum Glück schnell wieder), dem Löwenzahn und sonstigen Blümchen. Aus einem Pflanztrog heraus hatte sich außerdem ein Hornveilchen selbst ausgesät, und das breitet sich jetzt auch in die Wiese aus - dort herrscht Mähverbot!




Und zum Abschluß: wir erwarten heuer eine reiche Kirschernte ;-)

Montag, 7. Januar 2013

Winter im Garten

Ich war etwas faul in den letzten Wochen. Blogmäßig zumindestens. Ok, sonst auch. Waren ja auch Weihnachtsferien...

Außerdem: im Garten tut sich ja nicht viel. Ist ja Winter. Und was für einer! Winterwunderland in unserem Garten:




Lass mich rein!

Winter ist blöd
Leider ist das Vergangenheit. Tauwetter war ja schon vor Weihnachten angesagt und seit Tagen regnet es in Strömen (leider auch durchs Dach). Wenigstens ist das Gras saftig grün, und auch der Bambus sorgt für Farbe. Die Gräser auf der Böschung - im Herbst noch ein wunderschönes Bild - schauen jetzt auch recht traurig aus der Wäsche.

Meine Gartenexperimente sind nicht alle geglückt. Der Stangensellerie ist erforen. Kein Wunder, hatte ich ihn ja nach dem Ernten nur auf die Erde gelegt und mit etwas Stroh abgedeckt. Da war es noch relativ warm (Herbst halt), und ich konnte mir echte Wintertemperaturen nicht recht vorstellen (so wie ich mir in der Früh nie vorstellen kann, daß ich zu Mittag wieder Hunger bekommen werde und für diese Situation vorsorgen sollte...). Na, was soll ich sagen, der erste Frost kam, dann noch einer, und noch einer...Sowas überlebt so ein wasserreiches Gemüse nicht. Die Petersilienwurzeln dagegen haben - noch ungeerntet in der Erde des Hochbeets) - sehr gut überlebt, ich habe sie bei Bedarf geerntet. Das Gleiche mache ich immer noch mit dem Topinambur, den ich in einen großen Topf gepflanzt habe, der auf der Terasse steht. Mittlerweile ist der Topf mit Jute umhüllt, damit er nicht erfriert ;-) und wir holen bei Bedarf Knollen heraus (ok, "wir" ist jetzt übertrieben, ich schicke immer den niederen Küchengehilfen das geliebte Nordlicht). Was der Mangold macht, weiß ich nicht. Er ist abgedeckt, aber ob er den Winter überlebt, steht in den Sternen. Es hatte schon minus 10-15 Grad. Vielleicht muß ich eine neue Pflanze kaufen. Ab Mitte Jänner kann man neue Jungpflanzen im Arche Noah - Shop bestellen, die dann ab Mai geliefert werden. Natürlich gibt es auch Saatgut, aber soweit bin ich noch nicht, daß ich meine eigenen Pflänzchen im Haus vorziehe (eine gute Adresse für Saatgut ist auch Reinsaat). Im Frühling sähe ich aber einiges direkt ins Hochbeet.