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Sonntag, 31. August 2014

Risotto - mehr als nur Reis

Inspiriert vom Blog lieberlecker habe ich mir kürzlich ein Tomatenrisotto mit Garnelen gekocht. 



Ich hoffe, Andy nimmt mir den Querverweis nicht übel, denn das, was ich da gekocht habe, ist von seiner liebevoll-perfekten Zubereitungsart doch eher weit entfernt. Aber erstens hatte ich schon großen Hunger (ein Risotto ist dann eigentlich prinzipiell keine so glückliche Entscheidung, aber wenn ich mir mal was in den Kopf gesetzt habe...), zweitens bin ich eine bequeme Köchin (und daher werden die Tomaten nicht passiert und die Garnelen nicht auf einen Rosmarinzweig gesteckt) und drittens hatte ich keine Suppe und Schalotten und musste schon deshalb improvisieren. Außerdem will ich möglichst viel aus dem Garten* verwenden, und da wachsen nun mal keine Schalotten. Daher sieht das ganze natürlich auch anders aus (das kann doch nicht an meinen Qualitäten als Fotograf liegen...? Auch hier bin ich kein Perfektionist. Ob das schon jemand gemerkt hat?). Ob es so geschmeckt hat wie bei Andy, kann ich nicht beurteilen, ich war ja nicht da - also, bei ihm in der Schweiz. Mein Risotto habe ich schon gegessen.


(Na, no-na** schmeckte es anders, aber das ist ja auch egal, hauptsache gut!)


Nach dem Essen habe ich über Garnelen im Internet gelesen und sofort ein schlechtes Gewissen bekommen. Entweder werden für mein Risotto die Meere leergefischt oder die Mangroven gerodet, um Zuchtbecken anzulegen.

Mein Tomatenrisotto mit Black-Tiger-Garnelen:

Tomaten im Topf kochen, etwas gehackte Zwiebel und Knoblauch dazu, salzen.

Für den Risotto habe ich Winterheckezwiebeln in Olivenöl angeschwitzt, dann gehackten Knoblauch, Rosmarin, Schnittsellerie und getrocknetes Karottengrün dazugegeben und etwas angebraten. (Das Karottengrün habe ich genauso wie das Suppenpulver zubereitet).
Der Risottoreis wird kurz unter ständigem Rühren mitgebraten, dann mit Weisswein oder gleich Suppe ablöschen. Ich habe statt Suppe ja nur Wasser verwendet und dafür, als weiteren Suppenersatz, Zwiebelschalen mitgekocht (die ich vor Zugabe der Tomaten rausgenommen habe).
Den Risotto nun ständig rühren und immer dann, wenn die Flüssigkeit verkocht ist, neue Flüssigkeit hinzufügen. Im letzten Schritt die Tomaten einrühren.
Dazwischen habe ich mir durch zu schwungvolles Umrühren mal die Finger verbrannt (als Ausgleich dafür, dass ich mich heute beim Zwiebelschneiden nicht geschnitten habe), aber den Teil könnt Ihr auslassen.
Die Garnelen habe ich in Öl angebraten (ohne sie davor zu marinieren), dann gesalzen. Wer mag, kann in das Risotto Parmesan einrühren (ich mag!).

*Aus dem eigenen Garten: Tomaten, Knoblauch, Winterheckezwiebeln, Rosmarin, Schnittsellerie, Karottengrün. Reis baue ich noch nicht an :-)

**Na, no-na: typisch österreichische Aussage, die man eigentlich nicht schreiben kann. Die Betonung liegt auf "no". Also: "Na, NO na!" Heißt soviel wie: Ist ja eh klar.

Dienstag, 29. Juli 2014

Heimlichtuerei

Kennt Ihr das? Man startet nichtsahnend eine Gartenrunde. Mal nachsehen (so wie jeden Tag), was das Gemüse so treibt. Ein paar Raupen des Kohlweißlings entfernen. Hier und da verwelkte Blätter abzupfen. Und da entdeckt man es: Gemüse, das über Nacht doppelt so groß geworden ist! Triebe, die in den Blattachseln der Tomaten 30 cm gewachsen sind! Pfefferminze, die das halbe Kräuterbeet überwuchert hat! Okay, letzteres ist eigentlich ganz normal, Minze wächst nun mal sehr schnell. Und sehr heimlich, weil sie lange Zeit Triebe schon mal einen halben Meter weit unterirdisch schickt, bevor diese an die Oberfläche kommen, und man sich dann wundert, warum DORT plötzlich Minze im Beet steht. Tja, ich glaube, meine Nachbarinnen sollten öfter auf einen Hugo vorbeikommen ;-). 

Das ist der Übeltäter von heute:

Costates Romanesco
Eben geerntet. Und natürlich viel zu groß. Zucchini schmecken viel besser, wenn man sie jung erntet. Ein paar hatte ich auch schon früher abgeschnitten. Aber irgendwie habe ich nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht damit gerechnet, dass es dieses Jahr mit den Zucchini klappt. Sie schienen bisher in jedem Garten zu wachsen, nur nicht in meinem. Und dieses Jahr war noch dazu eine der beiden Jungpflanzen abgeknickt, weswegen ich eigentlich dachte, dass sie überhaupt bald sterben würde. Trotzdem habe ich erste Hilfe geleistet und die Stelle liebevoll verbunden (Die Kniescheibe meiner Mutter wurde ja auch geflickt. Keiner kam auf die Idee, sie (meine Mutter) zum Verwelken wegzuwerfen), und - siehe da - heute schaut die Pflanze so aus:

Verbunden und mit Krücke
Wenn ich die Pflanzen setze, rechne ich immer nicht damit, dass sie so riesig werden. Sie sind ja so klein und haben so niedliche Blätter. Aber man sollte den Gartenbüchern ruhig vertrauen! 

Links besagte Costates Romanesco, daneben die Zucchetta und zwei Gurkenpflanzen
Zum Flicken habe ich ein Baumwollband verwendet, dass ich bei British Garden gekauft habe. Ich nehme es auch zum Festbinden von Pflanzen, weil es nicht einschnürt und elastisch ist.


Es ist laut Hersteller kompostierbar (wenn auch gefärbt, hoffentlich mit nicht giftigen Farben) und sonst wiederverwendbar.

Die zweite Zucchinipflanze ist ein Zucchetta. Sie wächst -  oder eigentlich - wuchert, in alle Richtungen. Sie hat viele Knospen, aber bisher nur eine Blüte. Ich bin gespannt, ob sie mir Früchte schenken wird. Eben habe ich gegoogelt und dabei einen Artikel vom Standard aus dem Jahr 2009 gefunden. Da finden sich folgende beängstigende Worte*: 

"Sollten Sie eine dieser Pflanzen ziehen wollen: Sorgen Sie dringend für ein ordentliches Gerüst, am besten ein pergolaartiges. Zu erwarten sind mindestens vier, fünf Meter lange Triebe, an denen die Früchte herabbaumeln. Schaut sehr nett aus. Wenn man's vorher weiß ..."

Blöd, die Pergola ist nämlich schon von Weinstöcken besetzt...

So, jetzt muss ich mir etwas für die Zucchini überlegen. Vielleicht kombiniere ich sie mit Minze und Ricotta und mache leckere Nudeln daraus: Zucchini in Scheiben anbraten, mit der Gabel zerdrücken, mit Ricotta mischen, mit Minze würzen. Dazu am besten Muschelnudeln, die die Sauce schön auffangen. Salz, Pfeffer, Parmesan, eh klar. (Ein leckeres und schnelles Rezept von einem italienischen Freund.)

*Quelle: standard.at, Artikel "Sizilianische Orgie" vom 17. Juli 2009, 16:00 Uhr, Link: http://derstandard.at/1577836919847/Sizilianische-Orgie  

Samstag, 17. Mai 2014

Selbstgespräche

Heute habe ich wieder einmal etwas aus Nenis Kochbuch gekocht, dass ich von einer Freundin geschenkt bekommen habe. 


Ich liebe orientalische Gerichte ohnehin. Der zubereitete Belugalinsensalat mit Blumenkohl brachte mich aber sogar dazu, oben erwähnte Selbstgespräche zu führen. Das ging ungefähr so:

"Mhh, ist das lecker!" "Ma, schmeckt das gut!" "Mmmmh, lecker!" 

Es war also nicht die abwechslungsreichste Unterhaltung, aber zwischen den Sätzen musste ich mir ja neue Portionen in den Mund schieben...

Ich gebe das Originalrezept wieder. Ich habe nur ca. die Hälfte gemacht, und doppelt so viele Belugalinsen wie angegeben (es hätten auch mehr sein können). Da ich Feta-Käse nicht sehr mag, habe ich ihn durch Schafskäse-Gupferl (Frischkäse) ersetzt. Mit Kurkuma und Koriander war ich etwas großzügiger. Statt Chiliflocken (was immer das sein mag) habe ich Chilipulver verwendet und statt Bulgur gekochtes Einkorn-Getreide, eine Urgetreidesorte.

Für 8 Portionen:
2 große Blumenkohlköpfe, in Röschen geteilt
1 TL Kurkuma, gemahlen
1/2 TL Koriander, gemahlen
Salz und Pfeffer
5 EL Olivenöl
150 g Belugalinsen, gekocht, abgekühlt
1 kleine rote Zwiebel, in Ringe geschnitten
1/2 Bund Koriandergrün
1/2 TL Chiliflocken
2 EL Zitronensaft
1/2 TL Dijonsenf (oder mehr)
100 g Fetakäse

Den Blumenkohl mit Kurkuma, Koriander, Salz, Pfeffer und 3 El Olivenöl vermischen. Auf ein Backbleck mit Backpapier geben und im vorgeheizten Backofen bei 180° ca. 30 Minuten backen. Er soll noch bißfest sein.

Die Linsen mit dem Blumenkohl mischen und Zwiebelringe, Koriandergrün, Chili, Zitronensaft, Senf, 2 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer dazugeben, alles gut vermischen. Den Feta zerbröckeln und den Salat damit bestreuen.


Samstag, 3. Mai 2014

Einen Toast auf...

...selbstgemachtes Toastbrot!
Hätte ich gewußt, wie einfach es ist, Toastbrot zu backen, hätte ich das schon viel früher gemacht, und nicht bis zum diesjährigen Osterbrunch gewartet. Ich esse selten Toastbrot, weil ich das im Supermarkt gekaufte Industrie-Toastbrot ziemlich abartig finde, und außerdem mag ich es lieber, wenn die Scheiben dick geschnitten sind. Sie müssen halt noch in den Toaster passen...
Toastbrot kann man auch gut einfrieren, am besten gleich in Scheiben geschnitten, dann kann man sie einzeln auftauen (also einfach gefroren in den Toaster stecken).
Die Idee kam mir beim Frühstück im 220 Grad, meinem Lieblingscafé in Salzburg. Da gab es beim April-Frühstück ein Kräuterbrot - eben ein Toastbrot mit Kräutern. Google brachte schnell unzählige Rezepte zum Vorschein, und für dieses habe ich mich entschieden (einmal mit Kräutern, einmal ohne):

500 g Weizenmehl, Type 405 (hatte ich nicht, also habe ich Universalmehl verwendet)
1 Würfel Germ
300 ml lauwarme Milch
1 TL Zucker
1 TL Salz
40 g Butter
5 EL Kräuter (Basilikum, Rosmarin, Thymian, Petersilie)
evtl. Wasser oder Milch zum Bestreichen

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und so lange kneten, bis der Teig elastisch ist (Küchenmaschine). Zugedeckt gehen lassen, bis der Teig doppelt so groß ist (30-45 Minuten). Dann mit der Hand durchkneten, in eine Kastenform geben und noch einmal gehen lassen (20-30 Minuten). Dann das Brot mit Wasser oder Milch bestreichen und bei 200° 40-50 Minuten backen. 

Tipps zum Brotbacken: 
Wenn es im Raum nicht warm genug ist, um den Teig gehen zu lassen, kann man ihn bei 40° im Backofen gehen lassen.
Man erkennt, dass ein Brot fertig ist, wenn man auf die Unterseite klopft, und es hohl klingt.

Foto gibt es leider keines, weil es beim Osterbrunch ein Mißverständnis zwischen mir und dem Nordlich bzgl. der zu fotografierenden Objekte gab ;-). Aber Ihr wisst ja alle, wie ein Toastbrot ausschaut.

Quelle:
Rezept von Pumpkin-Pie, veröffentlicht auf Chefkoch.de


Sonntag, 27. April 2014

Elisabeths pikanter Kuchen

Auch dieses Jahr gab es wieder einen Familien-Osterbrunch. Da er nun bereits zum 3. (oder 4.?) Mal stattgefunden hat, kann man ihn durchaus schon als Tradition bezeichnen, finde ich. Jede Tradition hat schließlich einmal klein angefangen. 
Beim Vorbereiten des Osterbrunch kann ich mich austoben. Bei einem Brunch kann man ja eigentlich alles servieren, finde ich. Die traditionelle Osterpinze oder das Osterlamm sucht man auf meinem Ostertisch allerdings vergeblich. Ich hab's nicht so mit Traditionen, wenn es nicht meine eigenen sind. Und weder auf Pinze noch auf Lamm bin ich sonderlich scharf. Da gibt es Leckereres, finde ich. Und so gab es, neben üblichen Frühstücks-Dingen wie Marmelade, Schinken und Käse unter anderem auch den pikanten Kuchen. Das Rezept dafür habe ich von einer lieben Freundin meiner Mutter, die ihn vor Jahren mal mitgebracht hat. Er ist sehr schnell zubereitet und schmeckt fantastisch. Das Nordlicht ist, wie treue Leser sich schon denken können, nicht so begeistert, denn ein Kuchen, der nicht süß ist... :-)


Man nehme für eine Kastenform:
250 g Mehl
1 Würfel Germ (ja, soviel auf die kleine Menge Mehl)
1/8 l Olivenöl
1/8 l Weißwein
4 Dotter
Salz (so 1 TL darf es schon sein)
150 g geriebenen Käse (ich habe einfach Emmentaler genommen)
250 g kleingehackten Schinken
schwarze Oliven (ich hatte grüne mit Paprika)
getrocknete Tomaten, kleingeschnitten
Rosmarin, Basilikum

Alles zusammenmischen, in die Kastenform füllen, 30 Minuten gehen lassen, und dann bei 160°-170° ca. 1 Stunde backen.

Sonntag, 30. Juni 2013

Hühnchen auf Jägerart - à la Bocuse



Dieses leckere Rezept habe ich wieder einmal von meiner Mutter. Sie hat es von Paul Bocuse. Ich habe es noch nie gekocht, denn es ist eines von den Gerichten, die ich mir wünsche, wenn ich meine Mutter besuche und sie mich fragt, was ich essen möchte. Kürzlich hatte ich aber so richtig Lust darauf und fast alle Zutaten zuhause, also habe ich es ausprobiert. Es ist sehr einfach, wurde sehr gut, hat aber natürlich wieder anders geschmeckt als bei meiner Mutter. Wie immer, wenn ich etwas nachkoche. Bei Muttern schmeckt's halt doch am besten ;-)

Zutaten:
1 Huhn (oder Hühnerteile - Keulen)
2 Schalotten
2 Knoblauchzehen
15 dkg Champignons
4 geschälte, halbierte Tomaten (ich erspare mir das Schälen)
1 Lorbeerblatt
Sellerieblätter
1 Zweig Estragon (hatte ich nicht)
1 Zweig Thymian
1 kleiner Bund Petersilie
Olivenöl, (Meer-) Salz, Pfeffer
1/4 l Weißwein

Zubereitung:
Huhn salzen und pfeffern und (mit Haut) goldgelb anbraten. Alle Zutaten dazugeben, mit Weißwein auffüllen und bei mittlerer Hitze zugedeckt 30-35 Minuten dünsten (ich finde eher: köcheln) lassen.
Dann das Fleisch herausnehmen und die Sauce bei starker Hitze ca. 10 Minuten einkochen. Das Fleisch wieder hineingeben.
Mit Reis, Couscous oder Bulgur servieren.

Ich freue mich über Kommentare

Sonntag, 19. Mai 2013

Steinzeitessen

Im letzten Jahr bekam das Nordlicht einen Gesundheitsrappel. Irgendwie fiel ihm das Buch "Die Anti-Krebs-Diät" von Johannes F. Coy in die Hände, hier das dazupassende Kochbuch:


Er las es von vorne bis hinten durch und erklärte dann, daß er nun seine Ernährung umstellen würde. Denn die vielen Kohlenhydrate, die sind ungesund, abends überhaupt, und mehr Proteine müssen her. Das soll daran liegen, daß die Menschen in der Altsteinzeit (Paläolithikum, daher auch Paläoernährung), also knapp eine Million Jahre lang, kaum Kohlenhydrate zu sich nahmen und unsere Gene sich in der vergleichsweise kurzen Zeit von ein paar Tausend Jahren, in denen wir Ackerbau betreiben, nicht an die vielen Kohlenhydrate, die wir heute zu uns nehmen, angepasst haben. Das habe ich jetzt recht verkürzt (in einem umso längerem Satz) dargestellt, nähere Informationen gibt es auf einigen Blogs, die sich mit Steinzeiternährung beschäftigen, wie den recht neuen Blog von Laetitia mit dem Titel "Kleine Steinzeit". 

Als passioniertem Brot- und Kuchenesser, Brot am liebsten mit Marmelade, fiel dem Nordlicht die Umstellung richtig schwer. Das Erstaunliche: obwohl er richtig viel aß, nahm er in wenigen Monaten so ganz nebenbei 10 kg ab (das war eigentlich nicht sein Ziel). Erstaunlich auch deshalb, weil wir beide ohnehin ziemlich viel Gemüse, Fisch und wenig Fettes essen. Aber die Verringerung von Kohlenhydraten und Zucker (und einige andere Feinheiten) hat beim Nordlicht richtig angeschlagen. Das macht mir Hoffnung ;-) Nachdem ich nämlich seit einer sehr stressigen Zeit vor 1 1/2 Jahren noch immer 5 kg zu viel mit mir rumschleppe, für Diäten zu inkonsequent bin und Dinnercancelling so gar nicht hinhaut (ich koche doch so gerne! Aber das geht zu Mittag aus Zeitgründen nicht) versuche ich es jetzt auch mit der Steinzeiternährung. Ich esse zwar nicht so kohlenhydratlastig, wie es das Nordlicht getan hat (zum Beispiel esse ich kaum Brot), aber wenn man mal so ein bißchen mitdenkt, merkt man, daß über den Tag verteilt doch so einiges zusammenkommt. Und man muß ein bißchen umdenken, denn die klassische Sättigungsbeilage in Form von Kartoffel, Nudeln oder Reis fällt natürlich flach. 

Vor ein paar Tagen habe ich dieses wirklich leckere (und super-einfache) Rezept von Laetitia ausprobiert: Ein karibischer Meeresfrüchteeintopf. Als Beilage (um sich an die fehlende Sättigungsbeilage zu gewöhnen) gibt es Blumenkohl"reis". Natürlich habe ich vergessen, ein Foto zu machen, aber das gibt es wie auch das Rezept bei Laetitia von der Kleinen Steinzeit.
Ich habe Zander und Garnelen verwendet, außerdem fehlte mir das Pfeilwurzpulver. Ob es wirklich fehlte, kann ich nicht sagen, ich habe keine Ahnung, wie es schmeckt.

Donnerstag, 2. Mai 2013

Meine marokkanischen Lieblingsgerichte



Erstmals habe ich die Hühnchen-Tajine mit echten, selbsteingelegten Salzzitronen gemacht. Die Zitronen fristeten ihr Dasein im Winter in zwei Gläsern im Keller. Solange hätten sie nicht rasten müssen, aber geschadet hat es auch nicht. Und - ich hätte es nicht gedacht - sie waren das Tüpfelchen auf dem i der Tajine, die ich sonst immer mit normalen Zitronen gemacht habe.
Nach der Einlagerung in Salzlake sehen die Zitronen etwas blass aus. Man verwendet die Schalen in Streifen geschnitten.


Das Rezept für die Tajine gibt es hier. Wie die Salzzitronen eingelegt werden, könnt Ihr hier und hier nachlesen.

Mein zweites marrokanisches Lieblingsgericht - ebenfalls eine Tajine - bekam ich vor vielen Jahren bei meiner Schwester in Wien serviert. Ich war sofort begeistert! Auch von dem Couscous, den ich bis dahin nicht gekannt hatte. In den ersten Jahren danach hatte ich Schwierigkeiten, in Salzburg an Couscous ranzukommen. Mittlerweile gibt es ihn ja in jedem Supermarkt.
Das Kochbuch mit den arabischen Rezepten - es ist ein GU, das es nicht mehr gibt - hat mir meine Schwester damals kopiert. Die Tajine Badindschan wa Kufta (die nicht sehr treffende Übersetzung im Kochbuch: Auberginen mit Hackfleisch) ist eines der wenigen Rezepte, die ich völlig freihändig kochen kann und für die mir im Supermarkt die Zutaten einfallen, ganz ohne Einkaufsliste ;-)

P.S.: Das ist wieder mal ein Rezept mit dem Label "schnell zubereitet" - völlig zu recht! Und: es schmeckt jedem (Meine Stichprobe ist groß). Mindestens genausogut schmeckt es am Tag, nachdem es gekocht wurde, weswegen man es auch gut vorkochen kann, und ich finde, man kann es auch kalt gut essen.

Hier aber das Rezept laut Kochbuch (für 4 Personen):

3 mittelgroße Auberginen
1 große rote Paprikaschote
1 große Zwiebel
100 ml Olivenöl
500 g Lamm- oder Rinderhackfleisch
5 EL Tomatenmark
2 TL gemahlener Kreuzkümmel (ganzer geht auch)
1/2 TL Harissa (bzw. Menge nach Geschmack)
3 Knoblauchzehen
Salz

Hackfleisch in Olivenöl anbraten. Zwiebeln (Würfel oder Ringe), Auberginen- und Paprikawürfel dazugeben und alles etwa 10 Minuten unter ständigem Rühren weiterbraten (mache ich eigentlich nie oder nur kurz). 1/4 l Wasser angießen, Tomatenmark, Kreuzkümmel, Harissa, Salz hinzufügen und das Ganze zugedeckt bei schwacher Hitze 20-30 Minuten köcheln lassen. Kurz vor Ende der Kochzeit Knoblauch hineindrücken.

Foto gibt es keines. Ich schaffe es nicht, einen Eintopf dekorativ abzulichten! Verlasst Euch darauf, es wird Euch schmecken!

Montag, 1. April 2013

Osterbrunch



Seit 3 Jahren gibt es bei uns die Tradition des Osterbrunchs. Eine noch sehr junge Tradition, aber mir ist nicht bekannt, daß es eine Mindestdauer gibt, wonach etwas als "Tradition" bezeichnet werden darf. So eine Tradition ist praktisch, denn an einem Tag wie dem Ostersonntag traut sich dann keiner etwas zu sagen wie: "Ahhhh, dieses Wochenende geht es schlecht, da ist dieses oder jenes, und überhaupt ist gerade so viel los, und...", was dazu führen würde, daß man ewig diskutieren würde, bis man einen Termin findet, an dem alle können. 
Außerdem habe ich dann einen Termin, da dem ich für mehr als 2 Leute kochen kann. Nicht, daß meine Familie so eine Riesengruppe wäre. Sie ist schön überschaubar - Mutter, Bruder, Schwester, 2 Neffen, Schwager, mein Nordlicht, ich. Da ich es aber nicht so mit Mengenangaben beim Kochen habe, koche ich natürlich viel zu viel :-)

Ich frönte also am Ostersamstag der Koch- und Backlust, tischte Unmengen auf - und vergaß, auch nur ein Foto zu machen! Das nenne ich einen Profiblogger...Aber ich kann ein paar Rezepte beisteuern, wie alles ausgesehen habt, müsst Ihr Euch selber vorstellen ;-)

Dieses Jahr gab es (Rezepte weiter unten):

- Semmeln und Brot (nicht selbstgebacken)
- Eiaufstrich und einen Aufstrich mit Kieler Sprotten, außerdem den Paprika-Käse-Aufstrich
- Honigmelone mit Prosciutto (auf Wunsch des "kleinen" Neffen)
- Pfannkuchenröllchen mit Schinken (Originalrezept mit Lachs)
- 2 Quiches (eine mit Speck und Lauch, die zweite mit Tomaten und Raclettekäse; letztere mit einem Teig aus Mehl und Haferflocken, den ich nicht so toll fand. Der Blitz-Tarte-Teig hätte mir besser geschmeckt - Rezept hier oder hier)
- verschiedene Käse, Paprika, Gurken, Tomaten
- selbstgemachte Marmeladen (Marille, Quitte, Erdbeere)
- Na, eh klar, hartgekochte Eier...
- Eine meringuierte Zitronentarte, gesehen bei der Wilden Henne

Hier kommen die Rezepte:

Sonntag, 24. März 2013

Es war einmal...

...mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab, da saß eine Königin am Fenster, das einen Rahmen aus schwarzem Ebenholz hatte, und nähte. Und wie sie da so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Rote im weißen Schnee so schön aussah,...den Rest kennen wir ja. Sie bekam eine Tochter, mit schwarzen Haaren, weißer Haut und roten...was auch immer rot war, die Lippen wahrscheinlich. Dann Apfel, Gift, Koma, Zwerge, Prinz, und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.

Weniger bekannt ist allerdings, daß Schneewittchen sich doch noch zu einer emanzipierten Frau enwickelte und, um finanziell von Ihrem Prinzen unabhängig zu bleiben, eine Konditorlehre machte. Sie erfand eine nach ihr benannte Torte, die der Renner auf Geburtstagsfesten ist, weil sie aussieht, wie vom Profikonditor gemacht. Normalerweise. Diesmal, rechtzeitig zum Fototermin, natürlich nicht.



Ui, zu fortgeschrittener Stunde sind zwei besonders unscharfe Fotos gelungen...
 Sie schmeckt jedem, der Mohn und Topfen mag (beides sollte man allerdings wirklich mögen).  Meine Freundin Silke wünscht sie sich jedes Jahr zum Geburtstag (sie bezeichnet sie als "MEINE Torte"), und da wir den gestern abend (zum zweiten Mal in dieser Woche) feierten, wurde die Schneewittchentorte der Abschluß zu einem indischen Abendessen. Das ist vielleicht eine ungewöhnliche Kombination, aber was soll's. Indisch kocht sich gut für eine größere Gruppe, und die Schneewittchentorte musste sein.

Die Torte ist nicht schwierig. Topfencreme und Himbeeren werden mit Gelatine gefestigt. Ich würde die ja gerne durch ein pflanzliches Geliermittel ersetzen, aber ich trau mich nicht recht, weil ich mit Agar-Agar und Co. wenig Erfahrung habe. Nicht, daß die Torte dann mißlingt! Das würde mir besagte Freundin womöglich nicht verzeihen.
Diesmal ist sie nicht ganz so schön geworden. Das liegt daran, daß ich die Himbeeren mit dem Pürieraufsatz der KitchenAid passiert habe, und da blieben dann doch zuviele Kerne drin. Also habe ich nochmal mit dem Sieb passiert. Dadurch blieb dann weniger Flüssigkeit als sonst übrig, und jetzt schaut noch was von der Topfenmasse durch. Und die Topfenmasse hätte ich doch mit dem Mixer rühren sollen, dann wäre sie etwas homogener. Egal, sieht man wenigstens, daß sie selbstgemacht ist ;-)

Übrigens ist die Torte auch für Menschen mit Zöliakie geeignet, sie enthält kein Fuzzelchen Mehl.

Das geheime Schneewittchentorten - Rezept:

4 Eiklar
90 g Staubzucker (oder extrafeinen Backzucker)

100 g zimmerwarme Butter
30 g Staubzucker (oder extrafeinen Backzucker)
etwas Vanillezucker und/oder Zimt nach Geschmack
4 Eidotter

150 g Mohn
70 g gemahlene Haselnüsse

Topfenmasse:
500 g Topfen (Quark), abgetropft
100 g Staubzucker (oder extrafeinen Backzucker)
Vanillemark
5 Blatt Gelatine
250 ml Schlagobers (süße Sahne)

Himbeersauce:
300 g Himbeeren
50 g Staubzucker (oder extrafeinen Backzucker)
3 Blatt Gelatine

Eiklar und Zucker aufschlagen.
Butter, Zucker, Vanillezucker, Zimt schaumig rühren. Die Eidotter nach und nach unterrühren. Sehr schaumig rühren.
Mohn und Haselnüsse vermischen, abwechselnd mit dem Eischnee unter die Butter-Zucker-Eimasse rühren (nicht mit dem Mixer).
In einer Springform 40 Minuten bei 175° backen.


Die Torte auskühlen lassen, den Rand der Springform abnehmen, abwaschen und die Torte damit wieder einpacken.

Topfen, Zucker, Vanille und Zitronensaft gut verrühren.
5 Blatt Gelatine ind kaltem Wasser einweichen (nach Packungsanweisung) und dann in wenig heißem Wasser auflösen und unter die Topfenmasse rühren. Das geschlagene Obers unterheben. 

Die Topfenmasse auf dem Mohnboden verteilen. Sie muß nicht super-glatt gestrichen werden. Die Himbeersauce gleicht Unebenheiten aus.


Die Himbeeren mit dem Zucker pürieren (Pürierstab oder Löffel) und passieren (mit einem Esslöffel durch ein Haarsieb streichen).
Die Himbeersauce vorsichtig erwärmen (nicht aufkochen) und 3 Blatt Gelatine (vorher in kaltem Wasser eingeweicht und ausgedrückt) darin auflösen. Über die Topfenmasse gießen.

Die Torte einige Stunden kalt stellen (am besten im Kühlschrank mit einem Deckel).

Sonntag, 17. Februar 2013

Liebeserklärung an meinen Nachbarn

Jetzt ist es raus. Ich schwärme für meinen Nachbarn. Was soll ich sagen - lange Wimpern, seidiges Haar, ein Lächeln, das mich dahinschmelzen lässt...Ich bin ihm verfallen. Und kann ihm keine Bitte anschlagen. Als wir noch keine Katzen hatten, aber schon wußten, daß wir welche bekommen würden, fragte er mich fast täglich: "Du, Julia, hast Du schon eine Katze?" Da mußten wir uns natürlich beeilen...

Und in ein paar Tagen hat er Geburtstag, den sechsten, und er hat mich dazu eingeladen. Dummerweise fällt der Geburtstag genau in die Woche, in der ich mit meiner Freundin in Kenia bin - heute abend geht's los. Also mußte ich mir etwas einfallen lassen. Bei Sonntagsgewand hatte ich letztes Jahr die Krümelmonstermuffins entdeckt, die habe ich gestern nachgebacken. Wenn der Nachbar heute abend vom Wochenendausflug nach Hause kommt, wird er sie vorfinden, zusammen mit einem kleinen Geschenk. Schade, daß ich seine Augen nicht sehen kann, wenn er die sieht:



Rezept von Chefkoch:
(ich habe ca. 2/3 der Menge verwendet, daraus wurden 11 Muffins)

200 g Butter
200 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
3 Eier
500 g Mehl (Ich: halb/halb Weissmehl und Vollkornmehl
2 Pck. Backpulver
etwas Milch
1 Pck. Kokosraspeln (ich brauchte höchstens 1/3 Packung)
1 Pck. Marzipanrohmasse
nach Bedarf Staubzucker (Puderzucker)
Schokotropfen
1 Pck. Lebensmittelfarbe
1 Pck. Kekse (Lieblingskekse des Geburtstagskinds)

Zubereitung:

Zunächst die Muffins zubereiten. Dafür die ersten sieben Zutaten vermixen und in einer Muffinform bei ca. 180 - 200°C 15 - 20 Minuten backen. Auskühlen lassen.

Die Marzipanrohmasse mit Puderzucker mischen, bis es schön geschmeidig ist (das habe ich nicht gemacht; Marzipanrohmasse enthält ohnehin schon sehr viel Zucker) und Kugeln formen. In die Kugeln werden die Schokotropfen als „Pupillen“ eingedrückt. Es muss nicht gerade sein - denkt an das Krümelmonster.

Die Kokosraspeln mit der blauen Lebensmittelfarbe einfärben. Am besten eine Edelstahlschüssel nehmen und fleißig die Klümpchen zerdrücken. Aus Puderzucker, Wasser und blauer Lebensmittelfarbe einen Guss anrühren.

Die Muffins erst kopfüber in den Guss, anschließend in die Kokosraspel tauchen und trocknen lassen. Die Marzipanaugen mit etwas Guss nicht ganz gerade am Muffin festkleben. Die Kekse halbieren, dem Krümelmonster einen Mund einschneiden und den Keks
einklemmen.



Sonntag, 10. Februar 2013

Die genialste Nudelmaschine der Welt

Es war einmal... vor vielen, vielen Jahren, da kaufte meine Mutter eine Nudelmaschine. So eine ganz klassische, mit der man den Teig zuerst zu Bahnen ausrollen kann, um die Bahnen dann mit einem Aufsatz zu wunderschönen Bandnudeln zu schneiden. Wir Kinder benutzten sie eifrig. Man konnte damit so schöne Papiernudeln herstellen. Ob damit jemals Nudeln aus Nudelteig fabriziert wurden, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Es kann also zumindestens nicht sehr oft gewesen sein. Als mir die Nudelmaschine dann vermacht wurde (sie fristete ein vermutlich trostloses Dasein in einer hinterletzten Ecke in einem hinterletzten Schrank in der Küche meiner Mutter), verstand ich auch, warum. Ich schaffte es nie, sie so an der Arbeitsplatte zu befestigen, daß sie sich nicht bewegte, während ich die Kurbel drehte, was die Produktion der Nudeln sehr mühsam machte. Man muß den Teig mehrmals durchlaufen lassen, dabei  die Dicke immer weiter reduzieren, dabei wird der Teig geschmeidig und man kann dann Bandnudeln schneiden. Auch sehr mühselig! Außerdem machte ich den Fehler, sie nach der Benutzung mit Wasser zu spülen. Zu meiner Verteidigung kann ich sagen, daß ich keine Bedienungsanleitung hatte und vermutlich auch nicht viel über die Entstehung von Rost nachdachte. Langer Rede kurzer Sinn - beim Umzug habe ich sie entsorgt. Da hatte ich auch schon - noch schön originalverpackt - meine neue KitchenAid zuhause stehen. Und wußte bereits, welches Zubehör ich unbedingt brauchen würde, sobald die Küche eingerichtet und wieder etwas Geld am Konto wäre (Denn weder die KitchenAid noch ihre Zubehörteile fallen in die Kategorie "geiz ist geil". Ein ohnehin blöder Spruch!). Meine Freundin Marina (der ich den lila Erdäpfelkäs' gewidmet habe), hatte mir schon berichtet, wie klasse der Röhrennudelaufsatz der KitchenAid ist. Und sie hatte recht! Er funktioniert so:

Ca. walnussgroße Teigkugeln vom Nudelteig anzupfen (der dafür nicht mal rasten muß) und in den Nudelaufsatz werfen:



Unten die Nudeln mit dem Nudelschneider (der am Aufsatz angeschraubt ist) abschneiden:


Das ist es. Mehr kommt da nicht! Die Nudeln sind wirklich im Handumdrehen fertig. Den Teig macht natürlich auch die KitchenAid. Gut bewährt hat sich auch, die Nudeln (das geht besonders gut bei Makkaroni) auf einem Geschirrtuch eine Stunde lang antrocknen zu lassen und sie dann in einer Dose einzufrieren. Man kann sie gefroren ins kochende Wasser geben, und sie schmecken auch wie frisch gemacht!

Für den Nudelaufsatz gibt es 6 verschiedene Einsätze für Spaghetti, Makkaroni, Fussili etc. Mehr Infos hier.

Mein Nudelrezept vor ein paar Tagen:

halb - halb Nudelmehl (italienisches Hartweizenmehl - Farina di grano duro; ich kaufe es in Linz im Non Solo Vino in der Bischofsstraße/Ecke Herrenstraße) und Hartweizengrieß (aus dem Reformhaus), dazu 1 ganzes Ei je 100 g Mehl - Grieß - Mischung

Den Teig mit der Küchenmaschine und ev. kurz mit der Hand kneten. Er muß nicht unbedingt seidig glatt sein und rasten, so wie normalerweise Nudelteig.

Dazu gab es eine Mischung aus gedünstetem Fenchel, Sardinen, getrockneten Tomaten (im Sommer Cocktailtomaten), Pinienkernen und Rucola.


Ich freue mich über Kommentare! Und wenn Ihr Eure e-mail-Adresse unter "Follow by e-mail" eintragt, bekommt Ihr eine e-mail, wenn ich etwas Neues poste ;-)

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Köstliches mit Äpfeln

Als Kind habe ich Unmengen von Äpfeln verdrückt. Besonders gerne die grünen (und gar nicht heimischen) Granny Smith, die ich heute nicht mehr so gerne mag. Ich esse auch nicht mehr sooo gerne Äpfel pur, und wenn, dann müssen sie säuerlich sein. Ich esse aber gerne Apfelkuchen. Eine unserer ersten Aktivitäten im Garten war, einen Apfelbaum zu pflanzen. Weil es im Handel die ewig gleichen Apfelsorten gibt. Ein Baum von der Biobaumschule Artner musste es natürlich sein, und da wir uns nicht für eine Sorte entscheiden konnten und wollten, trägt er nun vier. Also, er wird einmal (hoffentlich) tragen. Noch ist er zu jung. Auf den ursprünglichen Baum wurden vier weitere Sorten aufgepropft. Beim Einpflanzen fiel der Baum um, und es löste sich eines der aufgepropften Zweiglein. Das wurde zwar im Jahr darauf erneuert, ist aber nicht festgewachsen. Somit ist es halt kein fünf-, sondern ein vierfacher Apfelbaum. Wie gesagt, er trägt noch keine Äpfel, und schon gar keine Boskop, die man für dieses wunderbare Rezept meiner Mutter braucht, das sie, wie sie mir nun verraten hat, vor vielen Jahren im Radio gehört oder in einer Zeitschrift gelesen hat, und das keinen Namen hat. Bei uns heißen die Dinger daher Apfelpäckchen oder Apfelköstlichkeit. Lasst Euch vom unspektakulären Äußeren nicht abschrecken, sie schmecken himmlisch und sind sehr fix zubereitet. Topfenteig geht immer leicht!


1/4 kg Mehl
1/4 kg Butter
1/4 kg Topfen
etwas Salz
4 Boskopäpfel

Ich habe gar nicht genau gefragt, aber ich nehme an, die Zubereitung geht genauso wie bei den Marmeladetascherln (ich habe sie nicht selbst gemacht, sondern von Muttern nach einem leckeren Hirsch am zweiten Weihnachtsfeiertag serviert bekommen. Nicht nur ich, auch der Rest der Familie). Also:

Mehl und Butter (mit etwas Salz) mit den Händen abbröseln, dann den Topfen dazukneten.

Eventuell rasten lassen (muß aber nicht unbedingt sein).

Den Teig in 8 Teile teilen, jedes Stück auswalken oder mit den Händen einen Teller formen. Eine Apfelhälfte hineinlegen, und ein Päckchen formen. Unten geht der Teig nie ganz zu, das macht aber nichts, mit dieser Seite wird das Apfelpäckchen auf das Backblech gesetzt.

Ca. 30 Minuten bei 200 Grad backen, noch heiß mit Zuckerguß übergießen (dazu den Zucker mit Wasser oder Zitronensaft verrühren, der Zuckerguß soll relativ dick sein)

Orangenmarmelade - gar nicht bitter!

Bitteres kann ich gar nicht leiden. Aus diesem Grund esse ich keine Grapefruits, trinke weder Campari noch Bier (letzteres finde ich allerdings auch aufgrund anderer Zutaten ziemlich eklig) und verabscheue - Orangenmarmelade. Ich schmecke bitteres aus vielen Dingen und werde dann oft schief angeschaut. Offensichtlich sind meine Rezeptoren für Bitteres sehr stark ausgeprägt. Irgendwann habe ich dem Nordlicht zuliebe Orangenmarmelade eingekocht. Das Nordlicht liebt Marmelade und ißt keine gekaufte mehr, seit er meine probiert hat. Ich finde auch, daß selbstgemachte Marmelade um Klassen besser ist als jede gekaufte, und sei sie noch so teuer oder edel aufgemacht. Und Marmeladeeinkochen ist etwas vom einfachsten überhaupt. Mühsam ist es nur, wenn man Unmengen an Kirschen entkernen oder ein anderes Obst kleinschneiden muß.

Ich verwende nur 1/3 der Zuckermenge, also nicht Obst und Zucker zu gleichen Teilen, sondern z.B. 1,5 kg Obst und 500 g Zucker. Angeblich verdirbt Marmelade schneller mit weniger Zucker (klar, Zucker konserviert), aber mir ist noch kaum einmal Marmelade schimmlig geworden - höchstens, wenn ich die Ränder des Glases unter dem Schraubdeckel mit Marmelade bekleckert und nicht ordentlich sauber gemacht habe. Der gekaufte 3:1 - Gelierzucker enthält Konservierungsstoffe, aber auch, wenn ich normalen Zucker und Apfelpektin verwende, passiert nichts.

Die Gläser sterilisiere ich vor dem Befüllen mit kochendem Wasser. Dazu stelle ich sie in die Spüle und fülle sie mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher, dort bleiben sie dann stehen, bis ich sie brauche. Die Deckel werden automatisch sterilisiert, wenn man die Marmeladegläser nach dem Befüllen auf den Kopf stellt.

jungfräuliche Orangenmarmelade (rechts) und mit Portwein (rot)
Noch wichtig: Die Gläser auf ein nasses Tuch stellen (meins hat die charakteristischen Marmeladeflecken, die auch die beste Waschmaschine nicht rauskriegt) und die Marmelade heiß einfüllen.

Ich verwende meinen größten, sprich: höchsten Topf für's Marmeladekochen, dann spritzt man sich nicht an. Was ich noch brauche, ist ein extra langer Kochlöffel...

Ach ja, oh Wunder - meine selbstgemachte Orangenmarmelade ist nicht bitter. Falls jemand fragt: Ich weiß nicht, warum. Und ja, ich gebe auch - gar nicht wenig - Orangenschale hinein. Und sie ist eine meiner Lieblingsmarmeladen geworden!

(Mittlerweile weiß ich, daß die englische Orangenmarmelade aus Bitterorangen gemacht wird - wie sie z.B. in Sevilla überall wachsen...)

Orangenmarmelade:
1,5 kg Orangen, in Stücke geschnitten (das Weiße zerkocht sich)
Schale von 3 Orangen (ich verwende den Zestenreißer, man kann die Orangen aber auch mit dem Kartoffelschäler schälen und dann die Schale in dünne Streifen schneiden. Es soll halt nichts weißes mitgehen)
500 g Gelierzucker oder normaler Zucker und die entsprechende Menge Apfelpektin
ev. Zimtstangen und Nelken (in ein Teesackerl gefüllt)

Orangen, Schale und Zucker aufkochen, Gewürzsackerl reinhängen, und 4 Minuten lang sprudelnd kochen. Marmelade heiß in Gläser füllen, Schraubdeckel drauf, Gläser auf den Kopf stellen, nach einigen Minuten Gläser wieder umdrehen.

Bei Verwendung von normalem Zucker und Apfelpektin wird das Apfelpektin mit etwas Zucker vermischt (das ist wichtig, sonst klumpt es!) und nach den 4 Minuten zur Marmelade gegeben. Dann noch einmal 1 Minute kochen, fertig!

Ich freue mich über Kommentare!

Sonntag, 16. Dezember 2012

Marmeladetascherl

...und wieder ein sehr einfaches Rezept mit leckerem Ergebnis...
Eigentlich auch ein sehr schnelles Rezept, nur das Tascherl machen hält halt ein bisserl auf. Aber insgesamt sind sie (ohne rasten lassen und backen) in ca. 20-25 Minuten fertig.

So mag ich sie am liebsten - mit viiiiiel Staubzucker!
250 g Mehl
250 g Topfen (Quark)
190 g Butter
1/2 Päckchen Backpulver
Vanillezucker
Ribiselmarmelade (rote Johannisbeer)

Butter und Mehl (mit Backpulver und Vanillezucker vermischt) mit den Händen verbröseln, den Topfen untermischen und etwas verkneten. Den Teig etwas rasten lassen (ich habe ihn mitsamt der Schüssel - mit einem Tuch abgedeckt - in den Kühlschrank gestellt, weil meine Butter sehr weich war). 
Den Teig auswalken, mit dem Teigradler Quadrate radeln, einen Klecks Marmelade in die Mitte setzen (nicht zu viel, sonst reißen die Tascherl beim Backen auf). Die vier Ecken in die Mitte klappen und etwas festdrücken.


Bei 180 Grad ca. 20 Minuten backen. Auskühlen lassen, mit Staubzucker (Puderzucker) bestreuen.  

Ich freue mich über Kommentare.

Und immer wieder Quiche

Ich liebe Quiche! Möglich, daß ich das schon einmal erwähnt habe. Beim letzten Mal, als ich eine Quiche gemacht habe, hat sich herausgestellt, daß mein Nordlicht mittlerweile umgepolt ist. Bis dahin mochte er keine Quiche ("Kuchenteig, und dann ist das nicht süß"), urplötzlich schmeckte sie ihm. Vielleicht liegt es am Blitz-Tarte-Teig, den ich übrigens auch besonders gut für eine Quiche finde. Blätterteig mag ich nicht so, und Mürbteig weckt oft die Erinnerung an Kekse, was ich nicht so passend finde. Ich habe mich wieder von meinem neuen Quiche, Cake und Tartes - Kochbuch von GU inspirieren lassen.

Tomaten-Tarte mit Ziegenfrischkäse

Ich backe den Teig immer 10 Minuten blind (also ohne Fülle). Ich habe ihn dazu allerdings noch nie mit getrockneten Hülsenfrüchten gefüllt, wie es oft in Kochbüchern beschrieben wird. Es reicht, ihn mit der Gabel mehrfach einzustechen.

Mein Backofen hat die Funktion "Intensivbacken", sie eignet sich sehr gut bei Quiches, weil diese so viel Flüssigkeit enthalten.

Übrigens schafft man so eine Quiche zu zweit. Überhaupt, wenn man den Salat dazu vergessen hat... Die Reste esse ich gerne zum Frühstück.

Blitz-Tarte-Teig (für eine 28-30 cm Form):

240 g Mehl, 1 TL Backpulver, je 1 Prise Salz und Zucker, 80 ml neutrales Pflanzenöl (ich habe Erdnussöl verwendet) und 80 ml heißes Wasser in eine verschließbare Box geben und gut durchschütteln. Was da herauskommt ist krümelig und muß noch mit den Händen durchgeknetet werden. Dann ohne Ruhezeit ausrollen und weiterverarbeiten.

Den Teig 10 Minuten blind backen. Danach wird er gefüllt (er muß davor nicht auskühlen):

Tomaten-Tarte mit Ziegenkäse:

500 g Kirschtomaten
100 g getrocknete Tomaten (habe nur ca. halb so viel verwendet)
Rosmarin
200 g Ziegenfrischkäse
2 Eier (ich habe 4 verwendet und dazu noch etwas Milch)
3 EL Pinienkerne zum Darüberstreuen
(im Rezept sind außerdem 150 g Schmand und 100 g Parmesan angegeben, den hatte ich nicht. Stattdessen habe ich mehr Eier und etwas Milch dazugegeben, den Parmesan fand ich wegen des Ziegenfrischkäses überflüssig).

Denn Teig mit den halbierten Tomaten und den in Streifen geschnittenen getrockneten Tomaten belegen. Salzen, ev. pfeffern, Rosmarin darüberstreuen.
Eier, Ziegenfrischkäse und Milch verrühren, salzen und über die Tarte gießen.
Ca. 30 Minuten bei 180 Grad (Umluft 160 Grad) backen, dann die Pinienkerne darüberstreuen und weitere 10-15 Minuten backen.
Ich hatte keine Pinienkerne und habe die Quiche mit der Funktion Intensivbacken bei 170 Grad 30-40 Minuten gebacken (so genau weiß ich das nicht mehr).

Ich freue mich über Kommentare.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Hühnersuppe reloaded

Nachdem es dann doch noch richtig kalt wurde und der Schnupfen hartnäckig war, hatte ich eine Ausrede, um wieder Hühnersuppe mit Puppenknöderl zu machen. Hühnersuppe geht immer, finde ich. Diesmal habe ich mich beim Zubereiten der Knödel an die genaue Anweisung gehalten. Ich hatte das Rezept ja offensichtlich etwas verkürzt notiert und bekam prompt die Richtigstellung (siehe Kommentare hier). Diesmal habe ich also die Semmelbrösel befeuchtet und die Butter schaumig gerührt. Allerdings machte ich einen Fehler, als ich im Kopf die Menge der Zutaten überschlug. Ich wollte nämlich nur 2/3 des Rezepts machen und verwendete prompt zuviel Milch. Da ich auch möglicherweise beim Formen der Knödel nicht sorgfältig genug war, sind leider zwei beim Kochen zerfallen. Aber ansonsten wurde ich mit herrlich flaumigen Bröselknödeln belohnt!


Bröselknödel ("Puppenknöderl"):
ca. 250 g Semmelbrösel
8 EL Milch (oder etwas mehr)
3 EL Butter
2 ganze Eier
Salz
Muskatnuß
2 EL Mehl

Semmelbrösel mit Milch befeuchten
Butter schaumig rühren
Eier, Salz und Muskatnuß, Mehl dazurühren. Rasten lassen.
Dann mit nassen Händen kleine Knödel formen (---Puppenknödel!). In Salzwasser sieden, bis die Knödel nach oben schwimmen.

Die Petersilienwurzel ist noch aus dem Hochbeet (die restlichen Wurzeln ruhen dort noch in der Erde). Allerdings war jemand anderer schneller und hat sich ein Stück geholt. Macht nichts, der Rest der Wurzel war noch gut.


Das Braune im Loch ist ein Rest Erde, kein Tier!

Liebe Leser (männliche wie weibliche)!
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Montag, 10. Dezember 2012

Tafelspitz mit Erdäpfelschmarrn und Fisolengemüse

Zuerst mal die Übersetzung:

Tafelspitz = das spitz zulaufende, zarte Schwanzstück vom Rind. Der Begriff Tafelspitz ist bayerisch-österreichischen Ursprungs (Quelle: Wikipedia)

Erdäpfel = Kartoffeln

Schmarrn = naja, da passt die Wiki-Erklärung nicht ganz so. Siehe unten im Rezept.

Fisolen = grüne Bohnen

Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich zum ersten Mal Rindfleisch gekocht habe. Dabei ist wirklich nichts dabei! Es kocht sich quasi selbst, deshalb habe ich das Rezept auch unter "schnell zubereitet" eingereiht, denn selbst mit Beilagen geht es schnell. Man kann das Rindfleisch allerdings auch in der Suppe essen, mit Wurzelgemüse (und ev. Kartoffeln), dann ohne die Beilagen. Ich wollte alles, und zwar so, wie es meine Mutter immer macht. Das Sacherkochbuch meinte, man solle das Fleisch in wenig gesalzenem Wasser kochen. Das habe ich gemacht, und schon war das Fleisch zu wenig gesalzen. Das nächste mal halte ich mich an den Rat meiner Mutter (1 TL Salz auf 1 l Wasser).
Das 400 g - Stück Tafelspitz, das ich ergattert habe, war genau richtig für uns zwei. Zum Kochen habe ich keine Knochen verwendet, und statt Wurzelwerk habe ich mein selbstgemachtes Suppenpulver verwendet. Wenn man das Wurzelwerk von Anfang an mitkocht, zerkocht es völlig, und dann mag ich es nicht mehr essen. Lieber gebe ich es erst am Schluß hinein, dann ist es gut als Suppeneinlage.
Bleibt Suppe übrig, kann man sie gut einfrieren und als Grundlage für andere Rezepte verwenden.
Meine Mutter läßt die Suppe erkalten und schöpft dann das Fett ab. Das habe ich natürlich auch probiert, aber in meiner Suppe war gar nicht viel Fett.


Gekochtes Rindfleisch/Rindsuppe für 2:
400 g Rindfleisch zum Kochen 
soviel Wasser, daß das Fleisch bedeckt ist
1 TL Salz auf 1 l Wasser, bei Meersalz weniger
1 TL Suppenpulver auf 1 l Wasser oder Wurzelwerk (2 Karotten, 1/2 Knollensellerie, 1-2 Petersilienwurzel)
2-3 Knoblauchzehen (ganz, ungeschält)
Maggikraut (Liebstöckl) (ich habe 2 TL getrocknetes verwendet)

Rindfleisch in Salzwasser ca. 1 1/2 Stunden schwach köcheln.
Bei Verwendung von Suppenpulver danach das Wurzelwerk hinzufügen und nochmal 10-15 Minuten köcheln (bis das Wurzelwerk so weich ist, wie man es möchte).

Erdäpfelschmarrn:
Dazu kann ich leider keine Mengenangaben machen. Das Verhältnis Zwiebel/Erdäpfel ist aber ohnehin Geschmacksache.

Die Erdäpfel weich kochen. Inzwischen in einer Pfanne Zwiebeln in Butter bräunen. Nicht zu wenig Butter nehmen, sonst schmeckt es nach nichts! Wer auf die Kalorien verzichten möchte, ißt lieber keinen Erdäpfelschmarrn...

Nicht zu lange fotographieren, sonst werden die Zwiebeln zu dunkel und der Erdäpfelschmarrn schmeckt verbrannt. Woher ich das weiß?
 Pfanne vom Herd nehmen. Die Erdäpfel in die Pfanne geben, mit dem Kartoffelstampfer zerstampfen, salzen, und das Ganze dann noch weiterrösten (unbedingt dabeibleiben und umrühren, sonst pappt alles an der Pfanne fest).


Fisolengemüse:
Die Fisolen weich kochen. Inzwischen eine leicht bräunliche Einbrenn (=Mehlschwitze) machen (also die gleiche Menge Butter und Mehl in einem Topf bräunen).
Den Topf vom Herd nehmen (sonst klumpt es!), etwas Fisolenwasser einrühren. Rahm (=saure Sahne) nach Geschmack hinzufügen, die Fisolen und viel feingehacktes Dillkraut dazugeben und mit Salz abschmecken. Am Schluß einen Schuß Essig dazu.


Traditionell gehört dazu auch ein Apfel- oder Semmelkren, ich hatte aber leider keinen Kren (=Meerrettich) zuhause.

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